Samstag, 17.01.2015

Hanoi und Halong Bucht (Vietnam)

Auf dem Flug von Singapur nach Dubai hatten wir Zeit zum Blog schreiben, daher gibt es heute gleich zwei Beiträge, unten ist der vorhergehende über Hue von Gregor.

Von Anneli

Am 14.01. sind wir mittags in Hanoi angekommen. Am 17.01. war für morgens unser Flug nach Singapur gebucht, daher hatten wir nur noch 2,5 Tage in Vietnam. Eines der Ziele in Vietnam, wo wir auf jeden Fall hinwollten war die Halong-Bucht. Diese liegt noch nördlich von Hanoi, schon fast an der Grenze zu China. Also gingen wir direkt nach dem einchecken im Hotel in ein Reisebüro und suchten uns eine der gefühlt 1000 Touren dorthin aus und buchten eine zwei-Tages Tour für den nächsten Morgen.

Einen halben Tag hatten wir also noch in Hanoi und den nutzten wir mit etwas Sightseeing. Den Literaturtempel hatten wir in Hue nicht gefunden und so wollten wir den von Hanoi besichtigen. Bevor der Kaisersitz im 19. Jahrhundert nach Hue verlegt wurde, war Hanoi schon einmal Hauptstadt und dort wurden die Mandarinats-Prüfungen für die Staatsbeamten abgehalten.

Auf dem Weg dorthin mussten wir die Bahnstrecke überqueren und so sahen wir uns nach einer Brücke oder Unterführung um. An der Stelle wo die Bahn auf der Karte eingezeichnet war, war aber nichts in der Art zu sehen. Bis wir quasi auf den Schienen standen und feststellten, dass man dort einfach drüber gehen kann. Hinter dem Bahnhof führt die Bahnlinie dann mitten durch die Häuser und als wir dort ein bisschen entlanggingen fanden wir auch einige Hühner, die dort nach fressbaren Pflanzen suchten.

Bahnstrecke durch Hanoi

Der Tempel war dann ganz nett, es gab einige alte und einige neue Gebäude, Statuen von Konfuzius und anderen Gelehrten und einen schönen Garten.

Eingang zum Literaturtempel in Hanoi Konfuzius-Statue im Literaturtempel Im Literaturtempelkomplex

Als nächstes wollten wir durch das französische Viertel mit alten Kolonialvillen schlendern. Einige Villen sahen wir auch, beim Schlendern gibt es in Hanoi allerdings ein großes Problem: den Verkehr. Es ist was das angeht eine der chaotischsten Städte auf unserer Reise. Man muss einfach immer auf den Verkehr achten, da man eigentlich immer auf der Straße läuft. Die Fußwege sind mit Rollern zugeparkt, es stehen Restaurantstühle davor, sie sind mit Waren vollgelegt oder es wächst gerade ein Baum darauf. Es gibt Ampeln, aber die werden nur als grobe Richtlinie betrachtet und das auch nur von Autos. Roller fahren wie sie wollen. Dazu kommt dann noch ein sehr an den Nerven zehrendes konstantes Hupkonzert, insbesondere die sirenenartigen Hupen der Busse sind anstrengend. Über die Straße kommt man meistens nur, wenn man einfach langsam losgeht und die Roller dann um einen drumherum fahren.

Oper Hanoi Altes Kolonialgebäude, heute ein Museum

Auf dem Rückweg kamen wir dann am Hoan Kiem See vorbei, der ganz idyllisch sein soll. Zumindest gab es einen Fußweg, das Hupen war leider immer noch zu hören. Aber das sieht man ja auf den Fotos der Brautpaare nicht.

Eines der vielen Brautpaare am See beim Fotoshooting Hoan Kiem See

Daher waren wir am nächsten Morgen froh, wieder aus der Stadt rauszukommen. Absolut pünktlich (eine Seltenheit) wurden wir morgens abgeholt, fuhren dann etwas im Kreis bis alle anderen Teilnehmer der Tour auch abgeholt worden waren und verließen dann Hanoi in Richtung Norden. Unser Guide nannte sich Kenny und ging uns relativ bald auf die Nerven. Am Anfang erzählte er vor allem allgemeine Dinge über Vietnam, die wir eigentlich schon alle wussten. Aber gut, manche Teilnehmer (über die Hälfte aus Korea) waren auch gerade erst in Vietnam angekommen. Er brachte ständig irgendwelche poetischen Beschreibungen, die sehr auswendig gelernt klangen, gerne auch mehrere Beschreibungen für eine Sache. Zwischendrin stellte er dann noch rhetorische Fragen, auf die er aber eine Antwort erwartete und machte gaaaanz lustige Witze… Aber es gibt Schlimmeres.

Dreieinhalb Stunden dauerte die Fahrt zur Halong Bucht, dann konnten wir auf unser Schiff, auf dem wir auch die Übernachtung gebucht hatten. Das große Boot lag im etwas tieferen Wasser und konnte mit einem Beiboot erreicht werden. Dort konnten wir dann einchecken und Mittag essen, dabei fuhren wir schon in die Halong Bucht rein. Und die Landschaft war wunderschön, überall ragen Felsen aus dem Meer. Früher war das Gebiet ein Gebirge, die Felsen sind quasi die Bergspitzen von damals und das Gebirge liegt nun unter dem Meeresspiegel (wie uns unser Guide netterweise zehnmal erzählt hat). Die Wassertiefe variiert sehr stark und es gibt viele verschiedene abgetrennte Becken, dadurch ist das Wasser extrem ruhig.

Unser Boot Wir auf dem Sonnendeck in der Halong-Bucht Aussicht aus dem Boot (Halong-Bucht)

Als erstes ankerten wir vor einer Insel, deren Bergspitze wir über 400 Stufen erklimmen konnten. Von dort hatte man einen tollen Ausblick, allerdings gegen die Sonne. Am Strand hätte man auch baden können, allerdings war es schon recht frisch. Auf der Insel gibt es auch Affen, die in der Hoffnung auf Fressen den Berg herunterkommen, wenn Touristen da sind. Und Boot fahren sie auch gerne.

Ausblick vom Berg auf die Halong-Bucht Ausblick von der Insel auf die Halong-Bucht Affen beim

Danach gab es an Board vietnamesischen Wein und frisches, regionales Obst. Der Wein bestand nicht nur aus Trauben-, sondern auch aus Maulbeerensaft. Der asiatische Wein bringt immer wieder Überraschungen!

Tropische Früchte mit Maulbeer-Trauben-Wein

Kurz vor Sonnenuntergang sind wir dann noch zu den „Black and White Caves“ gefahren, zwei Höhlen, durch die man mit dem Boot durchfahren konnte. Wir haben uns dafür entschieden selber zu paddeln, statt uns fahren zu lassen. Dieses Mal hatten wir im Gegensatz zu Dalat auch ordentliche Kayaks, mit denen wir uns nicht ständig im Kreis drehten. Das Paddeln war echt toll, das Wasser war spiegelglatt und außer uns kaum andere Leute unterwegs. Nachdem wir durch die zweite Höhle gefahren waren, waren wir sogar alleine in einem abgetrennten Meerabschnitt und genossen die Ruhe, bevor wir zurückfuhren.

Paddeln auf der glatten Bucht Paddeln durch eine Höhle hindurch

Am nächsten Morgen standen wir früh auf, um den Sonnenaufgang zu sehen. Der Himmel wurde sogar mal etwas rosa, allerdings sahen wir wegen der Felsen vor der Sonne diese nicht aus dem Meer aufsteigen wie ein Eidotter (das hatte unser Guide uns am Vorabend versprochen). Irgendwann kam die Sonne dann allerdings hinter den Felsen hervor, nur um gleich darauf wieder „unterzugehen“, da wir weiterfuhren und die nächste Bergspitze die Sonne wieder verdeckte. So hatten wir quasi ganz oft Sonnenaufgang 

Vor dem Sonnenaufgang Die Sonne geht zum ersten Mal auf Morgen in der Halong-Bucht

Nach dem Frühstück ging es dann in die größte Höhle in der Halong Bucht. Wie unser Guide nicht müde wurde uns zu erzählen, hat sie einen sehr kleinen Eingang, aber ist innen sehr groß, weshalb sie übersetzt Überraschungs-Höhle heißt. Nachdem wir diese Information zum dritten Mal erzählt bekommen hatten, erkundeten wir die Höhle lieber unabhängig vom Guide und machten in Ruhe Fotos von der wirklich beeindruckend großen Höhle mit interessanten Steinformationen.

Überraschungs-Höhle Überraschungs-Höhle Ausblick vom Ausgang der Höhle

Nach der Besichtigung ging es dann leider schon wieder zurück an den Hafen. Wir wären gerne noch länger in der Bucht geblieben. Stattdessen durften wir zurück in die Großstadt Hanoi, was für den letzten Abend nochmal ein absolutes Kontrastprogramm war. Am nächsten Morgen ging es dann an den Flughafen und nach Singapur. 19 Tage waren wir in Vietnam und irgendwie war es viel zu kurz. Wir haben zwar viele Städte gesehen, aber es gibt noch einiges an Natur, was wir gerne noch gesehen hätten. Falls wir jemals wieder nach Vietnam kommen sollten gibt es auf jeden Fall noch genug zu tun!