Sonntag, 25.01.2015

Dubai (Vereinigte Arabische Emirate)

Von Anneli

Nach vier Tagen in Singapur ging es weiter nach Dubai, der größten Stadt in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Die Stadt hat etwa 2,1 Millionen Einwohner, 85% davon allerdings Zuwanderer. Morgens um 5:30 Uhr klingelte der Wecker, nach nur 4h Schlaf… Schnell noch Frühstück machen zum mitnehmen und dann ab zum Flughafen. Nur um dort dann festzustellen, dass unser Flug eine Stunde Verspätung hat… Da freut man sich 

Vor dem Flug nach Dubai waren wir noch im Kakteen-Garten am Flughafen Singapur, dem einzigen Garten, den ich auf meinem Flug nach Bali dort noch nicht gesehen hatte.

Am Flughafen haben wir dann angefangen Blog zu schreiben und das dann auf dem Flug fortgesetzt. Wir konnten sogar Bilder hochladen, denn bei Emirates gibt es 500MB Internet für 1US$, und das in einer besseren Qualität als in vielen Orten auf unserer Reise.

In Dubai angekommen haben wir dann die Metro zu unserem Hotel genommen. Die Metro dort ist sehr ähnlich zu dem System in Singapur, auch dort fährt sie ohne Fahrer. Wie vieles in Dubai ist sie erst ein paar Jahre alt und wurde in nur drei Jahren gebaut. Später sind wir auch mit der Straßenbahn gefahren, die war sogar erst gut zwei Monate alt.

Nach der Ankunft haben wir nicht mehr viel gemacht, wir waren ziemlich fertig wegen des kurzen Schlafs und der Zeitumstellung, da unsere innere Uhr schon 4h später war. Zum Abendessen suchten wir etwas in unserer Region und fanden ein Restaurant wo sonst nur Einheimische waren, in dem es genau zwei vegetarische Gerichte gab: einen Auberginenmus und einen Salat. Die waren aber sehr gut 

Am nächsten Tag fingen wir das Besichtigungsprogramm dann auch zu Fuß bei uns zu Hause an. Unser Hotel lag in der Altstadt. Viele alte Gebäude gab es dort nicht mehr, aber es ist die Gegend, in der die Siedlung Dubai früher vor dem Erdölboom war. Dort gibt es viele kleine Geschäfte, genannt Souks. Einzelne Straßenzüge oder kleine Gebiete bieten immer hauptsächlich ein Produkt an. Direkt bei uns vor der Tür waren das nicht ganz so traditionelle Produkte, nämlich Autoteile. Bekannt bei Touristen sind vor allem die Gold-Souks und die Gewürz-Souks, denen wir auch einen Besuch abstatteten. Dabei wunderten wir uns etwas, dass wir so vielen Deutschen begegneten, aber als wir später die AIDA im Hafen sahen war uns klar warum.

Moschee in der Nähe von unserem Hotel

Nachdem wir die Souks gesehen hatten sind wir weiter am Fluss entlang gelaufen in Richtung der Straße, die die beiden Seiten des Flusses miteinander verbindet. Leider stellte sich heraus, dass diese ein Tunnel war und man dort als Fußgänger nicht durchkonnte und so mussten wir doch die Metro nehmen. Auf der anderen Seite sollte es mehrere historische Viertel geben, die wir uns anschauen wollten. Das erste Viertel stellte sich allerdings als reine Touristenattraktion heraus. Traditionell gebaute, aber neue Häuser mit lauter Museen. Im zweiten Viertel haben wir dann gar nichts Historisches gefunden und im dritten Viertel gab es dann tatsächlich mal ein paar alte (aber auch wieder ein paar „neu-historische) mit traditionellen Windtürmen, die sehr energieeffizient das Gebäude kühlen 

Gebäude mit Windturm Ausblick auf die

Danach ging es nach „Downtown Dubai“, dem neu erbauten Stadtteil rund um das höchste Gebäude der Welt, dem Burj Khalifa (828m). Dort ist auch die größte Mall der Welt mit über 1200 Geschäften, in die wir zuerst reingegangen sind um zu essen. Danach war es schon dunkel und wir sind raus zu dem künstlichen See vor der Mall und dem Burj Khalifa gegangen, wo abends immer eine Licht- und Fontänen-Show stattfindet. Die Show läuft von 18:00 bis 23:00 Uhr alle halbe Stunde und dauert normalerweise 2-4 Minuten. Um 19:30 Uhr sahen wir die Show das erste Mal. Es wurde ein Stück klassische Musik gespielt, dazu wurden die Fontänen angeleuchtet und sie bewegten sich im Takt der Musik. Mich hat es ein Bisschen an den Feuerwerkswettbewerb in Hannover erinnert und auch wenn es nicht so schöne bunte Lichteffekte gab, gaben die schwingenden Bewegungen der Fontänen dem Ganzen eine total schöne andere Dimension. Da es so toll war blieben wir zu noch einer Show, und noch einer und noch einer ;-) Am Ende hatten wir von draußen fünf Shows gesehen und jede war anders, mal gab es eher klassische Musik, mal uns bekannte Klassiker (z.B. Time to Say Goodbye), mal arabische Musik. Die Fontänen spritzten übrigens bis zu 150m hoch. Zum Vergleich habe ich mal geschaut, wie viele Gebäude (nicht Antennen / Fernsehtürme) es in Deutschland gibt, die größer sind. Es sind genau 15, davon 14 in Frankfurt. Ist also schon ganz schön hoch.

Ausblick auf einen Teil der Skyline hinter dem künstlichen See vor dem Burj Khalifa Burj Khalifa Spitze (ganz hat er nicht auf das Foto gepasst, ist zu groß ;)) Fontänen-Licht-Show Fontänen-Licht-Show

Danach wurde es für uns Zeit zum Anstellen an dem Einlass, um auf den Burj Khalifa zu fahren. Vorher musste man sich ein Ticket für eine bestimmte Uhrzeit buchen, und da wir nicht so schlau waren das zu machen, bevor wir nach Dubai kamen gab es nur noch Tickets super früh am Morgen oder ab 10:00 Uhr abends. Nach einer Sicherheitskontrolle ging es hinauf in den 124. Stock, wo es eine Aussichtsplattform in eine Richtung und durch Fenster einen 360°-Blick gibt. Von dort oben genossen wir den fantastischen Ausblick auf die Stadt, nur direkt nach unten schauen fand ich etwas unheimlich. Auch von oben konnte man die Wassershow sehen. Von dort war sie allerdings ganz anders. Während von unten besonders die Bewegungen der Fontänen schön anzuschauen waren, sah man von oben das Gesamtbild und wie die Fontänen nacheinander erleuchtet wurden.

Ausblick auf einen Teil der Stadt vom 124. Stockwerk des Burj Khalifa Wir auf dem Burj Khalifa Die Fontänen-Licht-Show von oben Die Fontänen-Licht-Show von oben

Nach Mitternacht nahmen wir die vorletzte Bahn zurück zum Hotel, daher kamen wir am nächsten Tag erst etwas langsamer in Gang. Erst am Nachmittag machten wir uns auf den Weg in Richtung des Meers. Zuerst fuhren wir an den Strand, wo es sehr viele Restaurants gibt, von denen wir uns eins aussuchten. Danach wollten wir weiter zur Palmeninsel. Das ist eines der berühmten Landgewinnungsprojekte Dubais, bei dem das Land in Form einer Palme aufgeschüttet wurde. Leider stellte sich heraus, dass die Bahn dorthin nur bis 10:00 Uhr abends fuhr, also nur noch eine halbe Stunde. Außerdem war der Ticketpreis nicht in unserer Tageskarte für die öffentlichen Verkehrsmittel inbegriffen. Daher dachten wir uns, wir laufen einfach ein Stück auf die Insel und zurück und gehen dann nach Hause. Dabei hatten wir aber nicht an die fußgänger-unfreundliche Stadt Dubai gedacht, die zur Insel nur eine Straße und eine Bahn gebaut hat…

Also fuhren wir wieder zurück. Auf dem Rückweg wollten wir noch einen Blick auf das Hotel Burj al Arab werfen, das das luxuriöseste der Stadt sein soll. Eine Übernachtung kostet ein paar 1000 Euro, es gibt nur Suiten und keine einfacheren Räume und der Flughafentransfer erfolgt wahlweise mit dem Rolls Royce oder dem Hubschrauber. Auf dem Bild unten sieht man auch den Hubschrauberlandeplatz, der oben aus dem Gebäude rauskragt. Der Weg von der Metro dorthin war doch weiter als gedacht und so machten wir auf halbem Weg ein Foto und drehten wieder um.

Unser Blick auf das Burj Al Arab

Am letzten Tag wollten wir noch einmal einen anderen Aspekt des Emirats sehen und hatten daher eine Wüstentour gebucht. Nachmittags wurden wir abgeholt. In ein Auto passten sechs Leute und außer uns war noch eine Familie mit einem Mann, drei vollverschleierten (Burka) Frauen und einem vierjährigen Sohn aus Saudi Arabien dabei. Wobei wir nicht wussten, wie die Familienverhältnisse waren (Schwestern? Freundinnen? Drei Frauen von demselben Mann?). Wir fuhren raus aus der Stadt und dann ging es ab in die Dünen auf eine Art Achterbahnfahrt im Auto, genannt Sanddune Bashing. Wir fuhren rauf und runter, drifteten manchmal etwas und rutschten seitlich fast 45° gekippt die Dünen runter. Da war ich ganz froh zu wissen, dass es einen Überrollbügel gibt. Nach etwa 20 Minuten machten wir einen Stopp, um Fotos bei Sonnenuntergang zu schießen. Danach ging es weiter durch die Dünen und auf die Straße, von wo aus man nochmal schön den Sonnenuntergang sah. Schließlich fuhren wir wieder durch die Dünen zu einem Touristen Camp.

Wüste bei Dubai Gregor in der Wüste Fahrzeug, das durch die Sanddünen Sonnenuntergang hinter den Dünen

Dort konnte man sich kostenlos mit Henna bemalen lassen, was ich ausprobierte. Danach gingen wir zu unserem Tisch, wo es Abendessen geben sollte. Dort waren die Saudi Arabier schon und wir machten etwas Small Talk und ich wurde um ein Foto mit einer der Frauen gebeten. Attraktion westliche, unverschleierte Frau . Dann fragten sie mich, ob ich mit Kamel reiten möchte und ich dachte mir, warum nicht  Die Frage war mit Google Translate übersetzt und lautete in etwa „We want to ride camel. Do you want to go brighter?“ Während wir auf die Kamele warteten begann im Camp eine Tanzshow, die die Männer gemeinsam anschauten. Frauen- und Männerprogramm also, schön tarditionell . Von draußen sahen wir aber auch etwas und zum Bauchtanz waren wir dann auch wieder da.

Bemalung mit Henna Fertige Henna Bemalung. Die Frau wollte aus irgendeinem uns unbekannten Grund unbedingt mit aufs Foto :D Tanzshow Tanzshow mit Licht Tanzshow (Bauchtanz)

Danach gab es ein leckeres arabisches Buffet und dann sind wir auch schon wieder zurückgefahren. So hatten wir an unserem letzten Abend nochmal ein schönes Erlebnis!

Insgesamt fanden wir vier Tage in Dubai fast zu lang. Besonders toll fanden wir den Burj Khalifa und die Fontänen-Show. Interessant sind auch die Landgewinnungsobjekte, aber wenn man tagsüber nicht an den Strand zum Baden geht, sind die Aktivitäten etwas begrenzt. Abends gibt es aber viele nette Gegenden und Restaurants. Man merkt deutlich, dass die Stadt nicht gewachsen ist, dadurch gibt es ziemlich zerstreut zwischen den Industriegebieten immer mal wieder ein ganz nettes Wohnviertel am Strand. Trotzdem war die Stadt noch einmal ein interessanter Kontrast zu Südostasien und auch unser erster Besuch in einem arabischen Land.

Am nächsten Morgen konnten wir dann gemütlicher aufstehen als in Singapur, mittags um halb drei ging der Flug nach Frankfurt. Beim Start hat man nochmal gut erkannt wie der Burj Khalifa alle seine benachbarten 200-300m hohen Wolkenkratzer überragt. Nun sitze ich in diesem Flug und schreibe den Blog. Ich habe zwar sogar wieder Internet auf dem Flug, aber leider mag die Seite vom Auslandsblog dieses Mal nicht, weshalb ich den Blog wohl später hochladen muss.

Aussicht auf die Skyline beim Rückflug

Insgesamt war es ein schöner Urlaub. Für mich war er etwas getrübt von meiner Magen-Darm Erkrankung, durch die ich mehrere Tage flach lag und danach noch lange nicht richtig Appetit hatte, besonders nicht auf vietnamesisches Essen. Auch haben wir leider weniger Natur gesehen, als geplant. Nun ist es ein etwas seltsames Gefühl, nach 7,5 Monaten wieder nach Hause zu kommen. Es war eine sehr lange Zeit, in der ich sehr viele verschiedene Dinge erlebt habe. Im Moment freue ich mich aber einfach, meine Familie und Freunde in Deutschland wiederzusehen, selber zu kochen, Käse und gute italienische Pizza zu essen und beim Essen nicht immer Angst vor Keimen haben zu müssen. Ich fand es sehr schön, dass so viele Menschen meinen Blog verfolgt haben, insgesamt gab es 51 Blogeinträge und fast 3000 Besucher (Klicks)! Bis hoffentlich bald!