Berichte von 01/2015

Sonntag, 25.01.2015

Dubai (Vereinigte Arabische Emirate)

Von Anneli

Nach vier Tagen in Singapur ging es weiter nach Dubai, der größten Stadt in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Die Stadt hat etwa 2,1 Millionen Einwohner, 85% davon allerdings Zuwanderer. Morgens um 5:30 Uhr klingelte der Wecker, nach nur 4h Schlaf… Schnell noch Frühstück machen zum mitnehmen und dann ab zum Flughafen. Nur um dort dann festzustellen, dass unser Flug eine Stunde Verspätung hat… Da freut man sich 

Vor dem Flug nach Dubai waren wir noch im Kakteen-Garten am Flughafen Singapur, dem einzigen Garten, den ich auf meinem Flug nach Bali dort noch nicht gesehen hatte.

Am Flughafen haben wir dann angefangen Blog zu schreiben und das dann auf dem Flug fortgesetzt. Wir konnten sogar Bilder hochladen, denn bei Emirates gibt es 500MB Internet für 1US$, und das in einer besseren Qualität als in vielen Orten auf unserer Reise.

In Dubai angekommen haben wir dann die Metro zu unserem Hotel genommen. Die Metro dort ist sehr ähnlich zu dem System in Singapur, auch dort fährt sie ohne Fahrer. Wie vieles in Dubai ist sie erst ein paar Jahre alt und wurde in nur drei Jahren gebaut. Später sind wir auch mit der Straßenbahn gefahren, die war sogar erst gut zwei Monate alt.

Nach der Ankunft haben wir nicht mehr viel gemacht, wir waren ziemlich fertig wegen des kurzen Schlafs und der Zeitumstellung, da unsere innere Uhr schon 4h später war. Zum Abendessen suchten wir etwas in unserer Region und fanden ein Restaurant wo sonst nur Einheimische waren, in dem es genau zwei vegetarische Gerichte gab: einen Auberginenmus und einen Salat. Die waren aber sehr gut 

Am nächsten Tag fingen wir das Besichtigungsprogramm dann auch zu Fuß bei uns zu Hause an. Unser Hotel lag in der Altstadt. Viele alte Gebäude gab es dort nicht mehr, aber es ist die Gegend, in der die Siedlung Dubai früher vor dem Erdölboom war. Dort gibt es viele kleine Geschäfte, genannt Souks. Einzelne Straßenzüge oder kleine Gebiete bieten immer hauptsächlich ein Produkt an. Direkt bei uns vor der Tür waren das nicht ganz so traditionelle Produkte, nämlich Autoteile. Bekannt bei Touristen sind vor allem die Gold-Souks und die Gewürz-Souks, denen wir auch einen Besuch abstatteten. Dabei wunderten wir uns etwas, dass wir so vielen Deutschen begegneten, aber als wir später die AIDA im Hafen sahen war uns klar warum.

Moschee in der Nähe von unserem Hotel

Nachdem wir die Souks gesehen hatten sind wir weiter am Fluss entlang gelaufen in Richtung der Straße, die die beiden Seiten des Flusses miteinander verbindet. Leider stellte sich heraus, dass diese ein Tunnel war und man dort als Fußgänger nicht durchkonnte und so mussten wir doch die Metro nehmen. Auf der anderen Seite sollte es mehrere historische Viertel geben, die wir uns anschauen wollten. Das erste Viertel stellte sich allerdings als reine Touristenattraktion heraus. Traditionell gebaute, aber neue Häuser mit lauter Museen. Im zweiten Viertel haben wir dann gar nichts Historisches gefunden und im dritten Viertel gab es dann tatsächlich mal ein paar alte (aber auch wieder ein paar „neu-historische) mit traditionellen Windtürmen, die sehr energieeffizient das Gebäude kühlen 

Gebäude mit Windturm Ausblick auf die

Danach ging es nach „Downtown Dubai“, dem neu erbauten Stadtteil rund um das höchste Gebäude der Welt, dem Burj Khalifa (828m). Dort ist auch die größte Mall der Welt mit über 1200 Geschäften, in die wir zuerst reingegangen sind um zu essen. Danach war es schon dunkel und wir sind raus zu dem künstlichen See vor der Mall und dem Burj Khalifa gegangen, wo abends immer eine Licht- und Fontänen-Show stattfindet. Die Show läuft von 18:00 bis 23:00 Uhr alle halbe Stunde und dauert normalerweise 2-4 Minuten. Um 19:30 Uhr sahen wir die Show das erste Mal. Es wurde ein Stück klassische Musik gespielt, dazu wurden die Fontänen angeleuchtet und sie bewegten sich im Takt der Musik. Mich hat es ein Bisschen an den Feuerwerkswettbewerb in Hannover erinnert und auch wenn es nicht so schöne bunte Lichteffekte gab, gaben die schwingenden Bewegungen der Fontänen dem Ganzen eine total schöne andere Dimension. Da es so toll war blieben wir zu noch einer Show, und noch einer und noch einer ;-) Am Ende hatten wir von draußen fünf Shows gesehen und jede war anders, mal gab es eher klassische Musik, mal uns bekannte Klassiker (z.B. Time to Say Goodbye), mal arabische Musik. Die Fontänen spritzten übrigens bis zu 150m hoch. Zum Vergleich habe ich mal geschaut, wie viele Gebäude (nicht Antennen / Fernsehtürme) es in Deutschland gibt, die größer sind. Es sind genau 15, davon 14 in Frankfurt. Ist also schon ganz schön hoch.

Ausblick auf einen Teil der Skyline hinter dem künstlichen See vor dem Burj Khalifa Burj Khalifa Spitze (ganz hat er nicht auf das Foto gepasst, ist zu groß ;)) Fontänen-Licht-Show Fontänen-Licht-Show

Danach wurde es für uns Zeit zum Anstellen an dem Einlass, um auf den Burj Khalifa zu fahren. Vorher musste man sich ein Ticket für eine bestimmte Uhrzeit buchen, und da wir nicht so schlau waren das zu machen, bevor wir nach Dubai kamen gab es nur noch Tickets super früh am Morgen oder ab 10:00 Uhr abends. Nach einer Sicherheitskontrolle ging es hinauf in den 124. Stock, wo es eine Aussichtsplattform in eine Richtung und durch Fenster einen 360°-Blick gibt. Von dort oben genossen wir den fantastischen Ausblick auf die Stadt, nur direkt nach unten schauen fand ich etwas unheimlich. Auch von oben konnte man die Wassershow sehen. Von dort war sie allerdings ganz anders. Während von unten besonders die Bewegungen der Fontänen schön anzuschauen waren, sah man von oben das Gesamtbild und wie die Fontänen nacheinander erleuchtet wurden.

Ausblick auf einen Teil der Stadt vom 124. Stockwerk des Burj Khalifa Wir auf dem Burj Khalifa Die Fontänen-Licht-Show von oben Die Fontänen-Licht-Show von oben

Nach Mitternacht nahmen wir die vorletzte Bahn zurück zum Hotel, daher kamen wir am nächsten Tag erst etwas langsamer in Gang. Erst am Nachmittag machten wir uns auf den Weg in Richtung des Meers. Zuerst fuhren wir an den Strand, wo es sehr viele Restaurants gibt, von denen wir uns eins aussuchten. Danach wollten wir weiter zur Palmeninsel. Das ist eines der berühmten Landgewinnungsprojekte Dubais, bei dem das Land in Form einer Palme aufgeschüttet wurde. Leider stellte sich heraus, dass die Bahn dorthin nur bis 10:00 Uhr abends fuhr, also nur noch eine halbe Stunde. Außerdem war der Ticketpreis nicht in unserer Tageskarte für die öffentlichen Verkehrsmittel inbegriffen. Daher dachten wir uns, wir laufen einfach ein Stück auf die Insel und zurück und gehen dann nach Hause. Dabei hatten wir aber nicht an die fußgänger-unfreundliche Stadt Dubai gedacht, die zur Insel nur eine Straße und eine Bahn gebaut hat…

Also fuhren wir wieder zurück. Auf dem Rückweg wollten wir noch einen Blick auf das Hotel Burj al Arab werfen, das das luxuriöseste der Stadt sein soll. Eine Übernachtung kostet ein paar 1000 Euro, es gibt nur Suiten und keine einfacheren Räume und der Flughafentransfer erfolgt wahlweise mit dem Rolls Royce oder dem Hubschrauber. Auf dem Bild unten sieht man auch den Hubschrauberlandeplatz, der oben aus dem Gebäude rauskragt. Der Weg von der Metro dorthin war doch weiter als gedacht und so machten wir auf halbem Weg ein Foto und drehten wieder um.

Unser Blick auf das Burj Al Arab

Am letzten Tag wollten wir noch einmal einen anderen Aspekt des Emirats sehen und hatten daher eine Wüstentour gebucht. Nachmittags wurden wir abgeholt. In ein Auto passten sechs Leute und außer uns war noch eine Familie mit einem Mann, drei vollverschleierten (Burka) Frauen und einem vierjährigen Sohn aus Saudi Arabien dabei. Wobei wir nicht wussten, wie die Familienverhältnisse waren (Schwestern? Freundinnen? Drei Frauen von demselben Mann?). Wir fuhren raus aus der Stadt und dann ging es ab in die Dünen auf eine Art Achterbahnfahrt im Auto, genannt Sanddune Bashing. Wir fuhren rauf und runter, drifteten manchmal etwas und rutschten seitlich fast 45° gekippt die Dünen runter. Da war ich ganz froh zu wissen, dass es einen Überrollbügel gibt. Nach etwa 20 Minuten machten wir einen Stopp, um Fotos bei Sonnenuntergang zu schießen. Danach ging es weiter durch die Dünen und auf die Straße, von wo aus man nochmal schön den Sonnenuntergang sah. Schließlich fuhren wir wieder durch die Dünen zu einem Touristen Camp.

Wüste bei Dubai Gregor in der Wüste Fahrzeug, das durch die Sanddünen Sonnenuntergang hinter den Dünen

Dort konnte man sich kostenlos mit Henna bemalen lassen, was ich ausprobierte. Danach gingen wir zu unserem Tisch, wo es Abendessen geben sollte. Dort waren die Saudi Arabier schon und wir machten etwas Small Talk und ich wurde um ein Foto mit einer der Frauen gebeten. Attraktion westliche, unverschleierte Frau . Dann fragten sie mich, ob ich mit Kamel reiten möchte und ich dachte mir, warum nicht  Die Frage war mit Google Translate übersetzt und lautete in etwa „We want to ride camel. Do you want to go brighter?“ Während wir auf die Kamele warteten begann im Camp eine Tanzshow, die die Männer gemeinsam anschauten. Frauen- und Männerprogramm also, schön tarditionell . Von draußen sahen wir aber auch etwas und zum Bauchtanz waren wir dann auch wieder da.

Bemalung mit Henna Fertige Henna Bemalung. Die Frau wollte aus irgendeinem uns unbekannten Grund unbedingt mit aufs Foto :D Tanzshow Tanzshow mit Licht Tanzshow (Bauchtanz)

Danach gab es ein leckeres arabisches Buffet und dann sind wir auch schon wieder zurückgefahren. So hatten wir an unserem letzten Abend nochmal ein schönes Erlebnis!

Insgesamt fanden wir vier Tage in Dubai fast zu lang. Besonders toll fanden wir den Burj Khalifa und die Fontänen-Show. Interessant sind auch die Landgewinnungsobjekte, aber wenn man tagsüber nicht an den Strand zum Baden geht, sind die Aktivitäten etwas begrenzt. Abends gibt es aber viele nette Gegenden und Restaurants. Man merkt deutlich, dass die Stadt nicht gewachsen ist, dadurch gibt es ziemlich zerstreut zwischen den Industriegebieten immer mal wieder ein ganz nettes Wohnviertel am Strand. Trotzdem war die Stadt noch einmal ein interessanter Kontrast zu Südostasien und auch unser erster Besuch in einem arabischen Land.

Am nächsten Morgen konnten wir dann gemütlicher aufstehen als in Singapur, mittags um halb drei ging der Flug nach Frankfurt. Beim Start hat man nochmal gut erkannt wie der Burj Khalifa alle seine benachbarten 200-300m hohen Wolkenkratzer überragt. Nun sitze ich in diesem Flug und schreibe den Blog. Ich habe zwar sogar wieder Internet auf dem Flug, aber leider mag die Seite vom Auslandsblog dieses Mal nicht, weshalb ich den Blog wohl später hochladen muss.

Aussicht auf die Skyline beim Rückflug

Insgesamt war es ein schöner Urlaub. Für mich war er etwas getrübt von meiner Magen-Darm Erkrankung, durch die ich mehrere Tage flach lag und danach noch lange nicht richtig Appetit hatte, besonders nicht auf vietnamesisches Essen. Auch haben wir leider weniger Natur gesehen, als geplant. Nun ist es ein etwas seltsames Gefühl, nach 7,5 Monaten wieder nach Hause zu kommen. Es war eine sehr lange Zeit, in der ich sehr viele verschiedene Dinge erlebt habe. Im Moment freue ich mich aber einfach, meine Familie und Freunde in Deutschland wiederzusehen, selber zu kochen, Käse und gute italienische Pizza zu essen und beim Essen nicht immer Angst vor Keimen haben zu müssen. Ich fand es sehr schön, dass so viele Menschen meinen Blog verfolgt haben, insgesamt gab es 51 Blogeinträge und fast 3000 Besucher (Klicks)! Bis hoffentlich bald!

Mittwoch, 21.01.2015

Singapur

von Gregor

Am Samstag den 17.01. sind wir von Hanoi nach Singapur geflogen. Ein Stadtstaat am Südzipfel von Malaysia, daher keine Länderangabe in der Überschrift!

Wie Ihr der folgenden Menge an Bildern entnehmen könnt, hat es uns dort gefallen. Eine Großstadt mit asiatischem Flair aber trotzdem funktionierendem Straßenverkehr ohne Kamikazeroller, dafür mit Gehwegen die den Namen auch verdienen und sogar einem guten U-Bahn-Netz! Wenn die letzten Großstädte die man gesehen hat Hanoi, Saigon und Phnom Penh waren, empfindet man diese Eigenschaften als besonders wohltuend.

Wegen etwas Durcheinander in der Hotelbuchung hatten wir eine Nacht in einem Hotel in Little India und die weiteren drei Nächte in einem Homestay, das sich auch als Quasi-Hotel entpuppt hat. Samstags Abends sind wir nur noch etwas durch Little India gestreift und haben ein indisches Buffet für das Abendessen gefunden.

Sonntags haben wir uns die verschiedensten Stadtviertel angeschaut. Los ging es mit Kampong Glam, dem arabisch geprägten Viertel.

Straße in Kampong Glam

Dann ging es nun bei Tag durch Little India mit seinen alten aber bunten Kolonialbauten.

Straße in Little India

In Chinatown war schon für das chinesische Neujahr am 20.02. geschmückt. Dort gab es einen hindustischen Tempel mit Eingangsturm zu sehen.

Hinduistischer Tempel in Chinatown

Chinatown

Auch einen großen buddhisischen Tempel gibt es dort. Auf den verschiedenen Stockwerken befinden sich der Andachtsraum unten sowie ein Museum darüber. Es wurde vom Bau des Tempels in Singapur berichtet, vom Buddhismus allgemein und es waren besondere Buddhastatuen ausgestellt. Auf dem Dach konnte man noch einen Garten besuchen. Im gesamten Tempel waren überall kleine Buddhastatuen aufgestellt, viele 10.000, die man kaufen konnte. Dann wurde der Name des Käufers darunter geschrieben aber der Buddha blieb dort.

Buddhistischer Tempel in Chinatown

Gegen Abend waren wir noch in der Gegend um die Orchard Road. Hier ist eine Mall an die nächste gereiht und man findet Essen und Trinken aus jeder Ecke der Welt! Danach fuhren wir zum Clarke Quay, dort ist das Nachtleben sehr pulsierend. Hier gibt es Bars für jeden Geschmack und Bungee-Kugeln, mit denen man durch die Luft geschossen wird. Außerdem hat man schon zwischen den Wolkenkratzern hindurch einen Blick auf das Marina Bay Sands Hotel.

Montag sind wir in den Singapore Zoo gegangen, beziehungsweise zuerst in die River Safari, die wie die Night Safari und der Bird Park dem Zoo angegliedert ist, aber extra Eintrittsgeld verlangt. Wir haben also zwei der vier möglichen Teile des gesamten Zoo-Zusammenschlusses gesehen. Die River Safari war sehr gut erklärt und man ist von einer Fluss-Nachbildung zur nächsten gegangen und konnte die spezifischen Tiere bestaunen. Es waren der Mississippi, der Kongo, der Amazonas, der Nil, der Yangtse, der Mekong und der Ganges nachgebildet. Die vielen Fische waren in ihrem Artenreichtum und ihrem teils ungewohnten Aussehen interessant aber leider schwierig zu fotografieren wegen der reflektierenden Glasscheibe, daher hier überwiegend die Landbewohner der Flussregionen:

Panda in der River SafariAffeKrokodil

Da man auf einem Weg und einer kleinen Bootstour an allen Gehegen und Aquarien vorbeikommt ist die River Safari sehr übersichtlich und nach gut drei Stunden waren wir durch und konnten uns dem eigentlichen Zoo widmen. Zu allererst ging es zu dem speziellen Tier, für das der Singapore Zoo bekannt ist: Dem weißen Tiger.

weißer Tiger im Zoo

Bei ungefährlichen Tieren waren die Gehege sehr offen gestaltet, sodass der Emu schon mal den Weg kreuzte um vom linken in den rechten Teil zu kommen.

Emu im Australienabschnitt

Die Elefanten haben eine Show gemacht und mit Wasser gespritzt.

Elefantenshow

Sie haben sich auch füttern lassen. Dabei ging der Rüssel in enormem Tempo zwischen den Zuschauern und dem Maul hin und her.

Elefantenfüttern

Ein Waran wird hier auch nicht eingesperrt, sondern kann sich zum Sonnen auf den Gehweg legen, der eigentlich für die Besucher gedacht ist. Wenn man ihm zu Nahe kommt macht er aber etwas widerwillig Platz.

Waran beim Sonnen auf dem Weg

Affen gab es in viele verschiedene Arten im Zoo.

Affen

Papageien, Enten, Flughunde und viele weitere Vögel und auch Affen waren in einem großen speziellen Haus untergebracht, in das die Besucher hineingehen konnten.

PapageienFlughund

Im Savannen-Abschnitt des Zoos gab es auch die bekannten afrikanischen Tiere.

LöweGiraffenZebra

Dienstag haben wir die Bay Area besichtigt, angefangen beim Singapore Flyer, dem zweitgrößten Riesenrad der Welt. Zum Vergleich: Der Singapore Flyer ist 165m hoch, The High Roller in Las Vegas ist 168m und das Riesenrad auf dem Wiener Prater ist 65m hoch. 

Anneli vor einem Lager des Singapur Flyers

Wenn man direkt darunter steht ist die Konstruktion und die Größe sehr beeindruckend! Und wie das überall in Asien und besonders in Sigapur üblich ist, baut man um eine Attraktion auch eine Mall und einen Regenwaldgarten herum.

Kabine des Singapur FlyersRIESEN-Rad

Direkt neben dem Singapore Flyer ist das Formel 1 Pitbuilding, also die Boxengasse, und die Zuschauertribühne. Im nächsten Bild in gelb zu erkennen. Ein Stück sind wir auch auf der Rennstrecke gelaufen aber am Pitbuilding selbst gab es nicht viel zu sehen. Der größte Teil des Großen Preises von Singapur der Formel 1 wird auf sonst öffentlichen Straßen ausgetragen. Im restlichen Jahr ist außer der einen Kurve direkt nach Start/Ziel und dem Pitbuilding davon nichts zu sehen.

Singapur Flyer

Ein Stück weiter hatte man dann einen guten Ausblick auf die Marina Bay Area. Angefangen mit der Helix-Bridge links, die Fussgänger in einem sanften Schwung über die Bucht bringt und dem Marina Bay Sands Hotel, das aus drei Türmen besteht, die oben mit einer brückenartigen Konstruktion verbunden sind, in der sich ein riesiger Infinity-Pool befindet. Direkt davor sind die Marina Bay Mall, eine Luxusmall mit Casino und die Lotusblüte, das Arts-Science-Museum.

Marina Bay Sands Hotel etc.

Auf der Rückseite des Hotels befinden sich die Gardens by the Bay mit ihren markanten Flower Domes.

Flower Domes der Gardens by the Bay

Abends sieht die imposante Architektur in dieser Gegend nochmals beeindruckender aus. Der Singapore Flyer blinkt in allen Farben.

Singapur Flyer

Der Supertree Groove in den Gardens by the Bay wird passend zu Musik abwechslungsreich illuminiert.

Supertree Groove in den Gardens by the Bay

Unser Abendessen an diesem Tag bestand aus Schokolade und Käse in Form eines Buffets. Das Chocolate and Cheese Buffet wurde uns empfohlen, da es auf der Aussichtsplatform des Marina Bay Sands Hotels war. Leider ist es zwei Tage bevor wir kamen umgezogen, zwei Stockwerke tiefer. Hier ist man vor Wind und Wetter geschützt und die Aussicht ist fast genauso gut. Man kann sich nur kaum zwischen dem nächtlichen Ausblick auf die Skyline und dem Ausblick auf die Unmengen an Schokolade und Käse entscheiden.

Schokobuffet ;-DKäsebuffetmehr Schokobuffet

Gut gesättigt haben wir noch eine kleine nächtliche Fototour unternommen.

Wir vor der SkylineMarina Bay Sands Hotel etc.

Mittwoch hieß es dann früh aufstehen um zum Flughafen zu fahren und nach Dubai zu fliegen.

Dabei hätte es in Singapur noch viel zu sehen gegeben. Hierher werden wir bestimmt nochmal wiederkommen!

Samstag, 17.01.2015

Hanoi und Halong Bucht (Vietnam)

Auf dem Flug von Singapur nach Dubai hatten wir Zeit zum Blog schreiben, daher gibt es heute gleich zwei Beiträge, unten ist der vorhergehende über Hue von Gregor.

Von Anneli

Am 14.01. sind wir mittags in Hanoi angekommen. Am 17.01. war für morgens unser Flug nach Singapur gebucht, daher hatten wir nur noch 2,5 Tage in Vietnam. Eines der Ziele in Vietnam, wo wir auf jeden Fall hinwollten war die Halong-Bucht. Diese liegt noch nördlich von Hanoi, schon fast an der Grenze zu China. Also gingen wir direkt nach dem einchecken im Hotel in ein Reisebüro und suchten uns eine der gefühlt 1000 Touren dorthin aus und buchten eine zwei-Tages Tour für den nächsten Morgen.

Einen halben Tag hatten wir also noch in Hanoi und den nutzten wir mit etwas Sightseeing. Den Literaturtempel hatten wir in Hue nicht gefunden und so wollten wir den von Hanoi besichtigen. Bevor der Kaisersitz im 19. Jahrhundert nach Hue verlegt wurde, war Hanoi schon einmal Hauptstadt und dort wurden die Mandarinats-Prüfungen für die Staatsbeamten abgehalten.

Auf dem Weg dorthin mussten wir die Bahnstrecke überqueren und so sahen wir uns nach einer Brücke oder Unterführung um. An der Stelle wo die Bahn auf der Karte eingezeichnet war, war aber nichts in der Art zu sehen. Bis wir quasi auf den Schienen standen und feststellten, dass man dort einfach drüber gehen kann. Hinter dem Bahnhof führt die Bahnlinie dann mitten durch die Häuser und als wir dort ein bisschen entlanggingen fanden wir auch einige Hühner, die dort nach fressbaren Pflanzen suchten.

Bahnstrecke durch Hanoi

Der Tempel war dann ganz nett, es gab einige alte und einige neue Gebäude, Statuen von Konfuzius und anderen Gelehrten und einen schönen Garten.

Eingang zum Literaturtempel in Hanoi Konfuzius-Statue im Literaturtempel Im Literaturtempelkomplex

Als nächstes wollten wir durch das französische Viertel mit alten Kolonialvillen schlendern. Einige Villen sahen wir auch, beim Schlendern gibt es in Hanoi allerdings ein großes Problem: den Verkehr. Es ist was das angeht eine der chaotischsten Städte auf unserer Reise. Man muss einfach immer auf den Verkehr achten, da man eigentlich immer auf der Straße läuft. Die Fußwege sind mit Rollern zugeparkt, es stehen Restaurantstühle davor, sie sind mit Waren vollgelegt oder es wächst gerade ein Baum darauf. Es gibt Ampeln, aber die werden nur als grobe Richtlinie betrachtet und das auch nur von Autos. Roller fahren wie sie wollen. Dazu kommt dann noch ein sehr an den Nerven zehrendes konstantes Hupkonzert, insbesondere die sirenenartigen Hupen der Busse sind anstrengend. Über die Straße kommt man meistens nur, wenn man einfach langsam losgeht und die Roller dann um einen drumherum fahren.

Oper Hanoi Altes Kolonialgebäude, heute ein Museum

Auf dem Rückweg kamen wir dann am Hoan Kiem See vorbei, der ganz idyllisch sein soll. Zumindest gab es einen Fußweg, das Hupen war leider immer noch zu hören. Aber das sieht man ja auf den Fotos der Brautpaare nicht.

Eines der vielen Brautpaare am See beim Fotoshooting Hoan Kiem See

Daher waren wir am nächsten Morgen froh, wieder aus der Stadt rauszukommen. Absolut pünktlich (eine Seltenheit) wurden wir morgens abgeholt, fuhren dann etwas im Kreis bis alle anderen Teilnehmer der Tour auch abgeholt worden waren und verließen dann Hanoi in Richtung Norden. Unser Guide nannte sich Kenny und ging uns relativ bald auf die Nerven. Am Anfang erzählte er vor allem allgemeine Dinge über Vietnam, die wir eigentlich schon alle wussten. Aber gut, manche Teilnehmer (über die Hälfte aus Korea) waren auch gerade erst in Vietnam angekommen. Er brachte ständig irgendwelche poetischen Beschreibungen, die sehr auswendig gelernt klangen, gerne auch mehrere Beschreibungen für eine Sache. Zwischendrin stellte er dann noch rhetorische Fragen, auf die er aber eine Antwort erwartete und machte gaaaanz lustige Witze… Aber es gibt Schlimmeres.

Dreieinhalb Stunden dauerte die Fahrt zur Halong Bucht, dann konnten wir auf unser Schiff, auf dem wir auch die Übernachtung gebucht hatten. Das große Boot lag im etwas tieferen Wasser und konnte mit einem Beiboot erreicht werden. Dort konnten wir dann einchecken und Mittag essen, dabei fuhren wir schon in die Halong Bucht rein. Und die Landschaft war wunderschön, überall ragen Felsen aus dem Meer. Früher war das Gebiet ein Gebirge, die Felsen sind quasi die Bergspitzen von damals und das Gebirge liegt nun unter dem Meeresspiegel (wie uns unser Guide netterweise zehnmal erzählt hat). Die Wassertiefe variiert sehr stark und es gibt viele verschiedene abgetrennte Becken, dadurch ist das Wasser extrem ruhig.

Unser Boot Wir auf dem Sonnendeck in der Halong-Bucht Aussicht aus dem Boot (Halong-Bucht)

Als erstes ankerten wir vor einer Insel, deren Bergspitze wir über 400 Stufen erklimmen konnten. Von dort hatte man einen tollen Ausblick, allerdings gegen die Sonne. Am Strand hätte man auch baden können, allerdings war es schon recht frisch. Auf der Insel gibt es auch Affen, die in der Hoffnung auf Fressen den Berg herunterkommen, wenn Touristen da sind. Und Boot fahren sie auch gerne.

Ausblick vom Berg auf die Halong-Bucht Ausblick von der Insel auf die Halong-Bucht Affen beim

Danach gab es an Board vietnamesischen Wein und frisches, regionales Obst. Der Wein bestand nicht nur aus Trauben-, sondern auch aus Maulbeerensaft. Der asiatische Wein bringt immer wieder Überraschungen!

Tropische Früchte mit Maulbeer-Trauben-Wein

Kurz vor Sonnenuntergang sind wir dann noch zu den „Black and White Caves“ gefahren, zwei Höhlen, durch die man mit dem Boot durchfahren konnte. Wir haben uns dafür entschieden selber zu paddeln, statt uns fahren zu lassen. Dieses Mal hatten wir im Gegensatz zu Dalat auch ordentliche Kayaks, mit denen wir uns nicht ständig im Kreis drehten. Das Paddeln war echt toll, das Wasser war spiegelglatt und außer uns kaum andere Leute unterwegs. Nachdem wir durch die zweite Höhle gefahren waren, waren wir sogar alleine in einem abgetrennten Meerabschnitt und genossen die Ruhe, bevor wir zurückfuhren.

Paddeln auf der glatten Bucht Paddeln durch eine Höhle hindurch

Am nächsten Morgen standen wir früh auf, um den Sonnenaufgang zu sehen. Der Himmel wurde sogar mal etwas rosa, allerdings sahen wir wegen der Felsen vor der Sonne diese nicht aus dem Meer aufsteigen wie ein Eidotter (das hatte unser Guide uns am Vorabend versprochen). Irgendwann kam die Sonne dann allerdings hinter den Felsen hervor, nur um gleich darauf wieder „unterzugehen“, da wir weiterfuhren und die nächste Bergspitze die Sonne wieder verdeckte. So hatten wir quasi ganz oft Sonnenaufgang 

Vor dem Sonnenaufgang Die Sonne geht zum ersten Mal auf Morgen in der Halong-Bucht

Nach dem Frühstück ging es dann in die größte Höhle in der Halong Bucht. Wie unser Guide nicht müde wurde uns zu erzählen, hat sie einen sehr kleinen Eingang, aber ist innen sehr groß, weshalb sie übersetzt Überraschungs-Höhle heißt. Nachdem wir diese Information zum dritten Mal erzählt bekommen hatten, erkundeten wir die Höhle lieber unabhängig vom Guide und machten in Ruhe Fotos von der wirklich beeindruckend großen Höhle mit interessanten Steinformationen.

Überraschungs-Höhle Überraschungs-Höhle Ausblick vom Ausgang der Höhle

Nach der Besichtigung ging es dann leider schon wieder zurück an den Hafen. Wir wären gerne noch länger in der Bucht geblieben. Stattdessen durften wir zurück in die Großstadt Hanoi, was für den letzten Abend nochmal ein absolutes Kontrastprogramm war. Am nächsten Morgen ging es dann an den Flughafen und nach Singapur. 19 Tage waren wir in Vietnam und irgendwie war es viel zu kurz. Wir haben zwar viele Städte gesehen, aber es gibt noch einiges an Natur, was wir gerne noch gesehen hätten. Falls wir jemals wieder nach Vietnam kommen sollten gibt es auf jeden Fall noch genug zu tun!

Dienstag, 13.01.2015

Hue (Vietnam)

Auf dem Flug von Singapur nach Dubai hatten wir Zeit zum Blog schreiben, daher gibt es heute gleich zwei Beiträge, oben ist der anschließende über Hanoi von Anneli.

Von Gregor

Montags, am 12.01., sind wir erst abends in Hue angekommen. Die Busfahrt hat für die kurze Fahrt vergleichsweise lange gedauert, da wir erst eine Dreiviertelstunde durch Hoi An gefahren sind bis alle Passagiere eingesammelt waren und wir auch unterwegs ständig halten mussten, weil irgendwer noch mitfahren oder ein Paket mitschicken wollte.

Dienstags haben wir uns Fahrräder gemietet um die wichtigsten Sehenswürdigkeiten der letzten Kaiserstadt Vietnams zu erkunden. Zuerst allerdings haben wir im Bahnhof die Zugtickets gekauft für den Nachtzug nach Hanoi. Der nächste Transfer sollte uns nicht nur von A nach B bringen, sondern wir wollten dabei auch gut schlafen. Also haben wir für den Nachtzug zwei Softsleeper gebucht. Dann konnten wir Hue unsicher machen.

Unsere erste Sehenswürdigkeit an diesem Tag war ein altes Kloster etwas außerhalb der Stadt. Es war das Kloster aus dem der Mönch stammte, der sich selbst aus Protest gegen die Unterdrückung von Buddhisten in Vietnam mitten auf einer belebten Kreuzung in Saigon angezündet hat. Dieses Ereignis ging in den 1970ern durch die Presse der ganzen Welt.

Kloster in HueRäucherstäbchen

Von dort aus wollten wir weiter zu einem Tempel radeln. Leider haben wir den aber nicht gefunden, sondern nur untouristisches vietnamesisches Vorstadtleben. Dabei haben einige Kinder an uns ihre Englischkenntnisse ausprobiert und uns wahllos irgendwelche Fragen zugeworfen. Außerdem fand mal wieder wie so oft eine Hochzeit in einem Zelt direkt an, beziehungsweise auf der Straße, statt.

Hochzeitszelt

Die Hauptsehenswürdigkeit in der relativ kleinen Stadt Hue ist der alte Kaiserpalast. Er diente bis 1945, als der letzte Kaiser die Regierungsgeschäfte abgab, den Kaisern mit ihren Beratern als Regierungssitz sowie der kaiserlichen Familie mit den Konkubinen als Wohnsitz. In den Kriegen wurden viele Teile des Palastes zerstört, die erst jetzt nach und nach wieder rekonstruiert und aufgebaut werden. Direkt hinter dem Eingang hat uns ein Elefant begrüßt (Foto extra für Mareike):

grüner Elefant

In dem inneren Bereich, der der kaiserlichen Familie vorbehalten war, gab es mehrere schöne, kleine Pavillons aber auch größere Hallen sowie Gärten.

Pavillon im KaiserpalastHalle im KaiserpalastGarten im KaiserpalastAnneli im Kaiserpalast

Sogar ein eigenes Theater hat sein Platz im Palast und heute gibt es auch wieder Aufführungen.

Bühne im kaiserlichen Theater

Abschließend haben wir in Hue noch die katholische Kathedrale besichtigt. Zu dem klassischen Baustil von Kathedralen, fanden wir, passen die asiatischen Elemente wie der achteckige Turm auch ganz gut.

katholische Kathedrale in Hue

Nach dem Abendessen ging es dann wieder zum Bahnhof, diesmal aber um tatsächlich den Zug zu nehmen, der uns in über 14 Stunden Fahrt durch die Nacht und den Morgen in die Hauptstadt Vietnams, Hanoi, bringen sollte.

Man konnte in den Abteilen tatsächlich immer mal wieder schlafen. Durch das abrupte Bremsen in jedem Bahnhof und das ständige Hupen des Zuges ist man aber immer wieder aufgewacht. Und gefühlt hat er in jedem noch so kleinen Ort auf dem Weg gehalten und es gab alle paar Meter unbeschrankte Bahnübergänge, die Grund zum Hupen boten. Außerdem ist der Zug streckenweise nur in Schrittgeschwindigkeit durch belebte Einkaufsstraßen und direkt über Marktplätze durch die Orte gerollt.

Gegen Mittag sind wir dann in Hanoi angekommen und was wir da erlebt haben, könnt ihr gleich oben weiterlesen.

Montag, 12.01.2015

Hoi An (Vietnam)

Von Anneli

Der Ort Nha Trang wurde von uns kurzerhand aus der Reiseplanung gestrichen, da wir durch meine Krankheit einige Tage "verloren" hatten und der Ort sehr touristisch (russisch) sein sollte. Mui Ne hatte uns als Ort nicht wirklich gefallen und so wollten wir stattdessen direkt nach Hoi An fahren. Eigentlich wollten wir dorthin den Nachtzug nehmen, aber ab Da Lat hätte man erst einen Bus und dann den Zug nehmen müssen oder 20 Stunden Bus fahren. Da die Flugpreise ganz ok waren entschlossen wir uns kurzfristig, stattdessen zu fliegen.

Unser Flug ging von dem Flughafen bei Da Lat nach Da Nang, einer Großstadt 30km von Hoi An entfernt. Als wir die Tickets bekamen, ahnten wir es schon, da wir die Sitzplätze C und D zugeteilt bekamen. Als das Flugzeug gelandet war, hatten wir dann die Gewissheit: Es war sehr klein (nur vier Sitze in einer Reihe). Außerdem hatte es keine Turbinen, sondern Propeller. Unten sieht man es im Vergleich zu einer A320 und zu den Menschen. Wir haben unser Flugzeug (ATR 72) danach mal gegoogelt. Es wird von Italien und Frankreich hergestellt und der Reichweitenrekord liegt bei ganzen 2493km!

Unser Flugzeug nach Da Nang (rechts) neben einem Flugzeug nach Saigon (links)

Bis auf ein paar Luftlöcher hatten wir zum Glück einen guten Flug und am Flughafen wurden wir dann schon von einem Fahrer erwartet, der uns zu einem Homestay gefahren hat. In Hoi An gibt es irgendwie sehr viele davon, die im Internet oftmals besser bewertet waren als die Hotels in derselben Preisklasse. Unser Homestay war auch wirklich sehr nett. Die Vermieter sprachen dieses Mal sogar ganz gut Englisch, wir hatten ein eigenes Zimmer und Bad und Frühstück gab es unten im Orchideengarten. 

Zur Altstadt war es auch nicht weit und so erkundeten wir diese gleich als erstes. Ich war noch nicht wieder so richtig fit, daher war der erste Stadtrundgang eher kurz. Was sofort auffiel war die Ruhe. In der Altstadt ist vormittags und nachmittags/abends motorisierter Verkehr verboten und nach einem Monat in Asien war das einfach traumhaft. Ich glaube, das hat für uns schon den halben Charme von der Stadt ausgemacht. Auf dem Rückweg gingen wir dann noch bei einer Schneiderei vorbei, für die Hoi An auch bekannt ist, und gaben ein Kleid und ein Hemd in Auftrag.

Abends gingen wir dann nochmal los. In der ganzen Stadt sind Lampions aufgehängt und werden zum Verkauf angeboten und die sind nachts alle erleuchtet. Besonders schön ist das auf dem Fluss, wo sie sich dann im Wasser spiegeln. So schlenderten wir durch die Stadt und am Fluss entlang und dann zurück zum Homestay.Straße in der Altstadt von Hoi An Haus mit Lampions in der Altstadt von Hoi An Japanische Brücke Hoi An Lampion-Verkaufsstände Haus am Ufer in Hoi An

Am nächsten Morgen schliefen wir erstmal richtig aus, dann ging unser Shopping Marathon los. Zuerst hat Gregor sich ein neues Buch besorgt, dann war ich im Kleidungsmarkt auf der Suche nach Socken. Ich hatte nur drei Paar mit und in Hoi An war es schon ganz schön kühl und weiter im Norden wird es noch kühler. Ordentliche Socken waren leider nicht zu finden, nur One-Size Socken ohne Ferse, aber dafür mit extra abgenähtem Zeh (weil hier alle immer Flipflops tragen). Dafür hat man mir die Socken dann für 6€/Paar angeboten... Später stellte sich heraus, dass mein großer Zeh für die Socken zu groß ist. Von wegen One-Size. Aber zumindest besser als keine Socken.

Danach wollten wir in einen Handwerksmarkt gegangen. Auf der Suche nach einer Seidenfabrik sah ich ein Kleid was mir sehr gut gefiel. Leider passte es gar nicht, aber kein Problem, das kann sofort maßgeschneidert werden. Auch dass wir am nächsten Morgen weiterfahren wollten war dabei kein Problem, nur 3,5 Stunden später sollte ich zur Anprobe wiederkommen. Danach waren wir noch bei einer Seidenfabrik, wo wir auch ich die Herstellung von Seide sehen konnte. Oben gab es dann ganz tolle Seidenstoffe und ich konnte nicht wiederstehen, mir noch einen Schal aus einem dieser Stoffe nähen zu lassen. Danach ging es dann wirklich los, wir sind von einer Anprobe zur nächsten gehetzt, zwischendrin wurden noch Kleinigkeiten an unserer Kleidung geändert. Als alles endlich fertig und abgeholt war, waren wir schon ganz glücklich  Und wir finden es unglaubllich, wie schnell man in Hoi An ein perfekt geschneidertes Kleidungsstück bekommen kann.

Am nächsten Morgen konnten wir nochmal ausschlafen, bevor wir dann mittags den Bus nach Hue nahmen, der letzten Kaiserstadt von Vietnam.

 

 

Samstag, 10.01.2015

Da Lat (Vietnam)

Von Gregor

Dieser Blogeintrag aus Da Lat ist wieder von mir geschrieben, da Anneli ein paar Tage mit Magen Darm Problemen im Hotel geblieben ist und ich daher mehr gesehen habe als sie, rund um Da Lat.

Am Montag, 05.01. sind wir mit dem Kleinbus, wie schon angekündigt, in die Berge geflüchtet. Genauer gesagt nach Da Lat. Die Fahrt hat nur den Vormittag gedauert, sodass wir noch einen halben Tag hatten um einen ersten Eindruck von der Stadt zu gewinnen. Auch auf der Fahrt hatte man oft schon schöne Ausblicke von den kurvigen Bergstraßen ins Tal.

Unsere Erkundungstour führte uns zuerst zu den Easy Rider in Vietnam. Sie betreiben ein kleines Café wo sie die Kunden von ihren Motorradtouren überzeugen wollen. Das gelang Tommy in unserem Fall auch und so buchten wir eine Dreitagesmotorradtour für Mittwoch durch das Umland von Dalat, durch das weniger touristische Hochland nach Nha Trang mit der Option zu Verlängern und bis nach Hoi An weiterzufahren. Anschließend sind wir durch die Stadt geschlendert, die idyllisch an einem See liegt und sogar einen eigenen kleinen Eifelturm hat.

Auch einen kleinen Park mit schön angelegten Blumen haben wir gefunden. Hier wurden Buchsbäumen zu Drachen zurechtgestutzt und die Vietnamesische Flagge aus roten und gelben Blumen nachgepflanzt. Die Menge an Mohn hat einen fast in die Toskana versetzt.

Vietnam FlaggeBuchsbaumdrachenMohnAnneli in einer Blumenkutsche

Da wir Mittwochs ja noch genug Sightseeing mit Tommy, dem Easy Rider, geplant hatten, haben wir Dienstags eine Kayaktour über einen See gemacht und zuvor nur ein Kloster besichtigt. Um zu dem Kloster zu gelangen, konnte man eine Seilbahn nehmen, so hatten wir auch in diesem Januar wenigstens ein bisschen Skiurlaub-Feeling und einen guten Ausblick.

Aussicht aus der SeilbahnTeil des KlostersKayakfahrenSchwimmen nach dem Kayak fahren

Mittwochs ging es Anneli dann nicht sehr gut, die Tour mit Tommy haben wir verschoben. Da wir seine ersten Kunden in diesem Jahr waren und es Unglück bringt, wenn die ersten Kunden im Jahr abspringen oder unzufrieden sind, war er besonders bemüht mit uns in irgendeiner Form eine Tour zu machen.

An diesem Tag habe ich mir später alleine das Crazy House angeschaut. Ein Hotel, dessen Inhaberin Architektin ist und das sie genau nach Ihren Vorstellungen gestaltet hat. Jedes Zimmer hat ein eigenes Thema und generell ist keine Wand und kein Boden gerade sondern alles geschwungen und mit vielen Pflanzen versehen. Ein wenig hat es mich an den Architekturstil von Hundertwasser erinnert. Im sozialistischen Vietnam war dieses Bauvorhaben nach Ende des Vietnamkrieges nur durchzusetzen, da die Architektin die Tochter eines ehemaligen Präsidenten ist. Ansonsten war Vietnam in dieser Zeit eher pragmatisch orientiert, quadratisch, praktisch, ohne Schnörkel. Da ist dieses Hotel schon etwas Besonderes.

Um zu manchen Zimmern zu gelangen muss man über lange, schmale Brücken steigen, die sich eigenartig über die Dächer von anderen Hotelzimmern winden.

Treppe im Crazy House

Von dort oben hatte man aber einen guten Ausblick.

Aussicht vom Crazy House

Die Honeymoonsuite ist mit Honigtöpfen und Bienen versehen.

Honeymoonsuite im Crazy House

Donnerstags habe ich mir alleine den Bahnhof von Dalat angeschaut. Das Gebäude stammt aus den 50er Jahren und damit aus der Zeit vor dem Vietnamkrieg. Es hat eine schön eingerichtete Wartehalle und bunte Fenster. Heute wird der Bahnhof nur noch für Touristenfahrten auf einer 7km langen Strecke genutzt. Die restliche Bahnstrecke an die Küste wurde nach dem Krieg abgebaut um die wichtigere Hauptstrecke von Saigon nach Hanoi schneller wieder in Betrieb nehmen zu können.

Bahnhof Da Lat

Im Bahnhof standen alte Waggons die noch für die Touristenfahrten genutzt werden und auch ein alter Zug mit Dampflokomotive.

alte Waggons im Bahnhof von Da Lat Dampflokomotive

Nahe des Bahnhofs gibt es in Da Lat das Train Café. Ein alter restaurierter Eisenbahnwaggon, der zu einem Café umgebaut wurde. Dort habe ich mir ein leckeres Sandwich gegönnt und die schöne Inneneinrichtung mit vielen Bildern aus der alten Eisenbahnzeit rund um die Welt bestaunt.

Train Café Das Innere des Train Cafés

Freitags habe ich mit Tommy zusammen dann eine Eintages-Motorradtour durch das Umland von Da Lat unternommen. Überall auf der Strecke gab es viele Aussichtspunkte, einmal musste ich auch erst einen Berg hochklettern.

Aussicht von der Straße Tommy und ich Aussichtspunkt

Wir haben mehrere Tempel gesehen. Besonders beeindruckend an den buddhistischen Tempeln sind die großen Buddhastatuen und die Drachen, die den Tempel bewachen sollen. Alles in Gold.

Buddhatempel Tempelwächter

Ein Stop war bei einer Kaffeeplantage, Vietnam ist der weltgrößte Exporteur von Kaffee. Allerdings geht die größte Menge ins Asiatische Ausland: Korea, Japan etc. Qualitativ hochwertiger Kaffee, den man in Europa kaufen kann, kommt meist aus Südamerika.

Ich konnte die roten Kaffeefrüchte, die die Bohne enthalten, und die Weasel, die dem Kaffee durch ihre Verdauung ein besonderes Aroma verleihen, anschauen. Auf der Terrasse habe ich dann mit Blick über die Plantage bis zum nahe gelegenen See einen Weasel Mokka probiert. Also Kaffee aus Weaselkot, die zuvor Mokkabohnen gefressen haben. Er kam geschmacklich erstaunlich nahe an einen italienischen Espresso heran und das ohne hohen Wasserdruck, sondern nur als Filterkaffee.

Kaffeefrüchte Kaffeeplantage

Anschließend ging es in eine Seidenfabrik, wo aus Schmetterlingskokons die Seide gesponnen wird und danach anhand von Lochkarten die Seide automatisch in ein bestimmtes Muster gewebt wird.

Seidenfadenspinnen Webstuhl mit Lochkarten oben links

Insgesamt habe ich an diesem Tag drei Wasserfälle besichtigt. Der Erste war nur durch Klettern über die Felsen zu erreichen und durch die Gischt ist man schon etwas nass geworden.

Wasserfall 1

Der zweite war relativ untouristisch, sehr breit und durch einen vergleichsweise einfachen Fussmarsch zu erreichen.

Wasserfall 2

Der dritte Wasserfall war wieder mehr touristisch. Er war frei über einen Felsen fallend, sodass man dahinter vorbeigehen konnte. Auch hier gab es eine kurze Seilbahn, die zum unteren Ende des Wasserfalls führte und es wurden Elefanten-, Straußen- und Kamelreiten angeboten.

Wasserfall 3 Elefantenreiten am Wasserfall 3

Unterwegs sind wir an Holzschnitzern vorbeigekommen, die die klassischen religiösen Figuren geschnitzt haben.

Holzschnitzer

Damit war die Tour am Ende und ich habe Tommy doch noch zu einem glücklichen und kundenreichen Jahr verholfen.

Samstags sind wir dann kurzentschlossen von Da Lat nach Da Nang geflogen um die verlorene Zeit durch Annelis Krankheit wieder aufzuholen.

Sonntag, 04.01.2015

Mui Ne (Vietnam)

Von Gregor

Am Samstag, 03.01. sind wir mit dem Bus von Ho-Chi-Minh-City nach Mui Ne gefahren. Es gibt Sitz- und Liegebusse für die Langstrecken in Vietnam. Nachts kosten die Liegebusse wesentlich mehr als die Sitzbusse, da wir morgens losgefahren sind, haben wir uns darum keine Gedanken gemacht und haben prompt einen Liegebus erwischt, der tagsüber keinen Aufpreis mehr kostet…

Das wäre ja kein Problem gewesen, hätte man denn trotzdem irgendwie sitzen können. Da die Busse nur drei Liegeplätze mit zwei schmalen Gängen in einer Reihe haben, müssen für eine möglichst große Anzahl an Plätzen eben Doppelstockbetten herhalten. Also eine Dreierreihe unten und eine Dreierreihe oben liegend nebeneinander, wobei die gesamte Bushöhe eben ein Standardmaß ist, sodass man im Gang aufrecht laufen kann, mehr aber auch nicht. So bekommt man in einen Bus liegend fast genauso viele Passagiere unter wie sitzend. Die Füße stecken dabei unter dem Kopfteil des Vordermanns und ein Versuch sich aufzusetzen wird mit einer Kopfnuss hart bestraft. Zum Glück war Mui Ne die erste Station mittags, wir waren froh uns wieder aus den Bettchen herausfalten zu können.

Schon bei der Suche nach einer Unterkunft, wir hatten nichts vorgebucht, fiel uns auf, dass viele Schilder an Hotels und Restaurants zweisprachig waren. Vietnamesisch und… nein, nicht englisch, sondern russisch!!! Manche waren sogar nur russisch. Der Ortsteil in dem wir vom Bus raus gelassen wurden, war sehr touristisch, es reite sich dort ein Hotel ans nächste und er bestand aus nur einer Straße direkt am Meer entlang.

Nachmittags schauten wir uns den Ort an und versuchten einen Strandabschnitt zum Baden zu finden. In fußläufiger Entfernung gelang uns das aber nicht, da die Brandung so stark war. Später beim Essen sind immer wieder riesige Wellen bis auf die Terrasse des Restaurants geschwappt, die ca. 5-6 Meter oberhalb des Meeres lag. Man konnte große Wellen regelrecht im Boden kommen spüren.

Sonntags sind wir mit einem gemieteten Roller auf die Suche nach den sehenswerten weißen und roten Dünen gegangen. Die weißen Dünen waren etwas außerhalb des Orts und wir haben lange gebraucht bis wir sie gefunden haben. Im ersten Versuch sind wir an einer Abzweigung vorbeigefahren, da die Kreuzung weder beschriftet noch die Seitenstraße befestigt war. Im zweiten Versuch sind wir direkt am Eingang vorbeigefahren, weil dort nur etwas von „white lake“ stand und weit und breit niemand zu sehen war.

Nach einem Dorf kamen dann tatsächlich weiße Dünen, allerdings völlig untouristisch und mit Baustellenfahrzeugen versehen. Die lange Rollerfahrt dorthin auf der sandigen unbefestigten Straße war schon etwas abenteurlich. Auf dem Foto kann man im Hintergrund schon die rote Bodenfärbung erkennen, die hier verbreiteter ist, als die weiße.

weiße Düne Selfie in der weißen Düne

Auf dem Rückweg haben wir dann die touristischeren weißen Dünen, die nahe eines Pinienwaldes und eines kleinen Sees lagen, tatsächlich gefunden (in echt sahen sie noch etwas weißer aus).

Weiße Düne mit See

Nachmittags waren wir noch bei den roten Dünen, die näher bei Mui Ne liegen. Dort konnte man auf Kunststoffplanen die Dünen herunterrutschen, vor allem den Kindern machte das viel Spaß.

Plastikplanen-Schlitten

Ein Brautpaar war auch gerade in den Dünen unterwegs um Fotos zu machen.

Brautpaar in den Dünen

Von den Erhöhungen der Dünen konnte man bis zum Meer schauen. Kurz vor dem Sonnenuntergang wurde das Licht sehr schön und unterstrich die rote Sandfärbung.

Blick zum Meer Anneli in den roten Dünen Ich auf der Düne rote Dünen Sonnenuntergang

Da mit den verschiedenen Dünen schon alles Sehenswerte in Mui Ne abgehakt war und der Ort sonst eher nach russischem Pauschaltourismus aussah sind wir Montags direkt in die Berge nach Dalat geflüchtet.

Freitag, 02.01.2015

Ho-Chi-Minh-City (Vietnam)

Von Anneli

Nach unserer Tour durch das Mekong Delta kamen wir am Silvesterabend in Ho-Chi-Minh-City an. Der Bus ließ uns mitten im Touristenviertel raus, wo ein Hotel neben dem anderen war. Gebucht hatten wir noch nicht und so gingen wir in eine kleine Gasse, wo es hieß, dass es dort viele gute, günstige Hotels geben soll. Das war auch so, nur leider waren sie schon alle ausgebucht. Nach fünf Versuchen, bei denen uns jedes Mal gesagt wurde, dass in der ganzen Gegend alles ausgebucht sei, haben wir nachgefragt, wo sonst denn vielleicht noch etwas frei sein könnte. Die Frau dachte kurz nach und besprach sich mit ihrer Schwester, dann baten sie uns an, für eine Nacht im Haus der Schwester zu übernachten. Und so schliefen wir dann in einem Mehrbettzimmer mit Spongebob-Bettwäsche. Und die Familie schlief unten in der Küche...

Unser Bett für die Sylvesternacht

In der letzten Nacht im Mekong Delta hatte ich eine etwas unschöne Erfahrung, als ich das gesamte Essen, das ich im Homestay gegessen hatte, wieder von mir gab. Seitdem kann ich vietnamesisches Essen irgendwie nicht mehr riechen... Den Tag über hatte ich nur ein paar Cracker gegessen und nun verlangte mein Magen nach Pizza, also suchten wir einen Italiener. Auf Alkohol wollte ich es noch nicht ankommen lassen und so gönnten wir uns eine Massage statt in einer Bar ins neue Jahr reinzufeiern. 

Es war schon nach neun Uhr und viele Massagesalons hatten schon geschlossen. Eine Frau sprach uns auf der Straße an, zeigte uns eine Preisliste, auf der 30% Rabatt stand und brachte uns dann in eine Nebenstraße. Als wir reinkamen entschloss ich mich für eine "traditionelle Massage" und Gregor für eine "Ganzkörper-Massage". Meine kostete 6$, Gregors 9$. Ein Mann dort versuchte mich noch umzustimmen und erzählte mir, die traditionelle Massage wäre sehr stark und ohne Öl und drückte mir in den Arm, sodass es mir kurz weh tat. Ich blieb aber dabei und natürlich gab es dann doch Öl. Die Massage selbst war nicht so entspannend. Gregors Masseur unterhielt sich mit meiner Masseurin in ganz normaler Lautstärke, was ich bis jetzt noch nie hatte. Bei uns beiden setzten sich die Masseure öfter auf uns drauf und ich hörte, wie Gregor oft durchgeklopft wurde. Am Ende waren wir nicht wirklich mehr entspannt als vorher. Dann setzte die Inhaberin dem ganzen aber die Krone auf: Sie legte uns Zettel vor, auf denen wir ankreuzen sollten, wie gut die Massage war und danach Trinkgeld geben:

  • Normal: 3$
  • Gut: 4$
  • Sehr gut: 5$

Die Preise der Massage waren ganz normal und Gregors schon eher etwas teuer, und dann wollten sie nochmal so viel Trinkgeld haben. Unverschämt forderte man uns auf. für beide Trinkgeld zu geben (das sollte ja eigentlich freiwillig sein). Am Ende gaben wir jedem 1$ und bezahlten die Massage. Dafür gab es natürlich auch keine 30% Rabatt... Das nächste Mal sollten wir das komische Gefühl vor der Massage beachten.

Wir hakten es ab und machten uns auf den Weg zu einer Stelle, von der uns gesagt wurde, dass man dort gut das Feuerwerk sehen kann. Die Straßen waren richtig voll und oft war Stau, bei dem gar nichts mehr ging und man sich irgendwie durch die Roller durchdrängen musste, die Rad an Rad standen. Schließlich kamen wir in einen Park, wo keine Roller fuhren und beschlossen dort bis kurz vor Mitternacht zu warten. Dass in dem Park keine Roller fuhren änderte sich leider bald, da die Fahrer den Stau umgehen wollten. Teilweise fuhren sie ganz schön schnell und hupten noch die Fußgänger aus dem Weg.

Fünf Minuten vor Mitternacht machten wir uns dann auf den Weg zu dem Aussichtspunkt, nur um festzustellen, dass dort eine riesige Menschenmasse stand. Also sind wir wieder zurück zu einem halbwegs baumlosen Teil des Parks und dann ging das Feuerwerk schon los. Mehrere Hochhäuser erzündeten um Mitternacht kurz Feuerwerk (eins war auch eine halbe Minute zu früh), von dem höchsten Hochhaus aus wurden dann für ungefähr eine Viertelstunde Raketen abgefeuert. Wir sahen es nur durch die Bäume, dafür standen wir nicht in der Menschenmasse. Nach einer Weile zogen wir doch noch an die Straße um, wo man etwas mehr sah. Kurz bevor das Feuerwerk zu Ende war, fingen die ersten Leute an, auf ihren Rollern wegzufahren. Als es dann vorbei war, war wieder ein großes Verkehrschaos. Mit Mühe kämpften wir uns über die verstopften Straßen (es war nicht mal 1km bis zu unserem Hotel). Alles war voll. Uns wurde das alles zu viel und so haben wir nicht noch gefeiert, sondern sind direkt schlafen gegangen.

Am nächstem Morgen schliefen wir dann erstmal aus, zogen in das Hotel um und schliefen noch mehr. Nachmittags gingen wir dann los, um die Stadt ein wenig zu erkunden. Wir gingen runter zum Fluss und dann eine Straße wieder hoch, wo viele alte Gebäude aus der Kolonialzeit waren. Vorbei kamen wir auch an einiger Werbung, die teilweise wohl für die kommunistische Partei war. Verstanden haben wir natürlich nichts, aber die gesamte Aufmachung war für uns etwas befremdlich.

Hochhäuser mit Propaganda Bierwerbung neben Parteiwerbung(?)

Teilweise sah man einen schönen Kontrast zwischen den alten Kolonialbauten und den neuen Gebäuden. Anscheinend werden immer wieder Gebäude abgerissen. um Hochhäusern Platz zu machen und momentan wird auch die erste U-Bahn gebaut. Auf dem Weg sahen wir noch die Alte Oper, die nun als Theater genutzt wird und die Kathedrale Notre-Dame.

Altes Hotel aus der Kolonialzeit vor Hochhäusern Alte Oper, aktuelles Theater Notre-Dame Kathedrale

Auch Straßenbeleuchtung gab es und die Hochhäuser wurden nachts alle unterschiedlich beleuchtet.

Straßenbeleuchtung Beleuchtetes Hochhaus

Am nächsten Tag erwischten Gregor dann die Magenprobleme (irgendwie schaffen wir es immer uns abzuwechseln). Von der vietnamesischen Nachbarin meiner Tante hatte ich einen Kontakt in Saigon bekommen und so traf ich mich mit Thanh und ihrem Bruder. Sie holten mich auf dem Motorrad ab, um mir etwas von der Stadt zu zeigen. Als erstes fuhren wir zum Museum, ich auf dem Motorrad von ihrem Bruder und sie mit einem Motorrad-Taxi. Auf dem Weg fiel ihr Helm runter und vor uns. Wir konnten nicht mehr ausweichen und mussten darüber fahren. Es machte einfach Knack und kaputt war er. Sehr Vertrauen erweckend...

Das Museum heißt Kriegsrelikte-Museum, hieß früher aber Museum der amerikanischen und chinesischen Kriegsverbrechen. Der Name wirkte nur irgendwie abschreckend. Das Museum berichtet aus Sicht der aktuellen Regierung über den Vietnam-Krieg. Im Erdgeschoss kann man sehr viele Bilder von Demonstrationen und Plakaten sehen, die Vietnam im Krieg die Unterstützung sichern. So war auch ein Bild von einer Demonstration in Hamburg dabei und eine ganze Wand mit Plakaten und Bildern aus der DDR. Außerdem gibt es dort eine Fotoausstellung von dem Fotoklub des Militärs, bei denen man Fotos von Übungen oder paddelnden Soldaten in idyllischen Kanälen sehen kann.

Bild von Demonstrationen gegen den US-Vietnamkrieg in Hamburg Ausschnitt einer ganzen Wand voller Plakate aus der DDR, die Vietnam im Krieg unterstützen

In den oberen Stockwerken hat man dann mehr über den Krieg erfahren. Es gab Bilder von Leichen und gefolterten Menschen. In einer Ecke sah ich eine in Tränen aufgelöste Frau, der die Bilder wohl zu viel waren. In einem Raum waren Bilder von Kindern und Erwachsenen mit Missbildungen, die darauf zurückzuführen sind, dass die Eltern mit Agent Orange in Kontakt kamen. Das war schon sehr bedrückend. 

Andererseits war natürlich die Berichtserstattung auch sehr einseitig. Von Opfern durch die eigene Armee wurde nicht berichtet und es klang auch so, als sei Agent Orange ein Giftmittel, das die USA über Vietnam versprüht hat, um Leute umzubringen. Viel wusste ich nicht über den Krieg, bevor ich herkam und so las ich noch einiges nach, als ich wieder im Hotel war. Dann fand ich heraus, das Agent Orange das Entlaubungsmittel war und dass sehr viel davon mit dem Gift Dioxin verunreinigt war. Wenn die Temperatur bei der Herstellung nur ein kleines Bisschen zu hoch ist, bildet sich das Gift. Das haben die USA während des Krieges trotz des Hinweises eines Herstellers ignoriert und erst nach dem Krieg untersucht. Es ist zwar immer noch nicht gut, dass die USA ihre Mittel nicht getestet haben, aber zumindest haben sie das Mittel nicht nur versprüht, um Menschen zu vergiften, wie im Museum dargestellt).

Als kleine Erklärung für die Menschen, die nicht so mit dem Vietnam Krieg vertraut sind (vermutlich eher die Menschen meiner Generation, die älteren durften das ja live am Fernseher miterleben). Wen es nicht interessiert: einfach nach dem nächsten Bild weiterlesen. Im 2. Weltkrieg gab es einen Krieg zwischen Japan, Frankreich und den Vietnamesen um Vietnam, den 1945 zunächst die Japaner für sich entschieden. Daraufhin wurden die Vietnamesen (darunter Ho-Chi-Minh) von den Alliierten im Krieg gegen Japan unterstützt. Ohne Mitspracherecht der Vietnamesen beschlossen die Alliiierten das Land in Nord- und Südvietnam zu teilen, der Norden sollte durch China und der Süden von Großbritannien kontrolliert werden. 

Nach dem Fall Japans eroberte die kommunistischen Vietnamesen unter Ho Chi Minh (Viet Minh) den Norden, im Süden allerdings rüstete Frankreich wieder auf, da sie die Kolonie nicht einfach aufgeben wollten. In den Wahlen gewannen die Viet Minh, Frankreich schloss mit ihnen einen Friedensvertrag, nur um 1946 doch einen Krieg anzufangen. 1954, nach vielen Toten auf beiden Seiten und von Zivilisten, verlor Frankreich den Krieg und zog sich zurück.

Vietnam wurde wieder geteilt, im Norden war der Kommunismus vorherrschend, Anhänger vieler Religionen wurden verfolgt. Im Süden war der Herrscher Christ, daher flohen viele Christen nach Süden. Im Norden wurden Großgrundbesitzer enteignet, es gab Repressionen gegen Grundstücksbesitzer und Unternehmen. Bei 200.000 Säuberungsaktionen und Übergriffen starben etwa 15.000 Menschen, tausende wurden in Umerziehungslager gebracht, Mönche verfolgt. Ho Chi Minh gestand später Fehler ein, entschuldigte sich und ließ Gefangene frei.

Im Süden wurde der Kaiser Diem von den USA unterstützt. Dort wurden Kommunisten und Buddhisten verfolgt. Und auch dort starben während der ersten Regierungsjahre 12.000 politische Gegner. Im Süden bildete sich eine Freiheitsbewegung, die von Ho Chi Minh aus dem Norden unterstützt wurde. Waffen und Menschen wurden über den Ho Chi Minh Pfad in den Süden gebracht, sodass sich dort die Nationale Befreiuungsfront bilden konnte. Daraufhin wurden die ersten Bomben der USA abgeworfen, die befürchteten, dass ganz Vietnam und weitere Länder in der Region kommunistisch werden könnte und daher die aktuelle Regierung Südvietnams im Kampf gegen den Kommunismus unterstützte (und sicher gab es auch Vietnamesen in Südvietnam, die das gut fanden).

Diem wurde gestürzt und es gab viele Putsche und Gegenputsche. Dann unterstützen die Amerikaner 1965 einen General, der an die Macht kam und die Lage beruhigte sich etwas. Doch da war der Krieg schon am Laufen. Soweit ich das verstanden habe, probierten die USA alle möglichen militärischen Erfindungen in Vietnam aus. So benutzen sie das oben schon erwähnte, kontaminierte Entlaubungsmittel, um die Deckung der Vietnamesen im dichten Dschungel zu zerstören. Außerdem wurden Chemie- und Napalbomben abgeworfen. Die amerikanischen Soldaten ermordeten teilweise ganze Dörfer voller Zivilisten und auch bei Bombenangriffen wurden diese häufig Opfer. Dank umfassender Berichterstattung durch viele Kriegsreporter bekamen die Menschen in den USA und im Westen vieles mit, und so bildete sich eine Bewegung gegen die USA in ihrem eigenen Volk und bei ihren Verbündeten. Amerikaner verweigerten ihren Dienst und der Kongress teilweise weitere Mittel. Aufgegeben wurde der Krieg allerdings erst 1975. Man gab übrigens auch den Medien eine große Schuld, dass der Krieg verloren wurde, daher ist seitdem die Berichtserstattung über amerikanische Kriege durch die Regierung eingeschränkt.

Nach dem Krieg sahen sich vermutlich die Vietnamesen, die für die Unabhängigkeit Südvietnams gekämpft haben, bestätigt. Viele wurden in Umerziehungslager gesteckt, in denen sie hart arbeiten mussten und schlecht ernährt wurden.

Das war jetzt alles eine Kurzfassung und vermutlich nicht alles hundertprotzentig korrekt und ein Krieg ist ja sowieso meistens sehr vielschichtig. Ich habe nur versucht, den Krieg für alle Unwissenden wie mich (vor dieser Reise) etwas zu erklären.

Kind im gerade entlaubten Wald, der hochgradig mit Dioxin vergiftet istDanach bot mir Thanh an, Souping zu gehen. Suppe essen? Nach etwa 10min verstand ich, dass sie shopping meinte. Unsere Kommunikationsmöglichkeiten waren sehr eingeschränkt. Kurz versuchten wir das mit dem Shopping (zu dritt auf einen Roller), dann ließ ich mich doch nach Hause fahren, es war sehr schade, dass wir einandern nicht so gut verstanden haben. Trotzdem waren die beiden echt nett!

Am Abend ging es Gregor wieder besser, aber außer Essen gehen unternahmen wir trotzdem nichts mehr. Am nächsten Morgen ging es dann früh los nach Mui Ne, einem Touristenort am Meer.