Berichte von 12/2014

Mittwoch, 31.12.2014

Mekong Delta (Vietnam)

Von Gregor

Am Montag den 29.12. sind wir in Phnom Penh zu einer 3-Tages-Tour durch das Mekong-Delta aufgebrochen. Der Mekong ist ein über 4000 km langer Fluss, der in China entspringt und durch Myanmar, Thailand, Laos, Kambodscha und Vietnam ins Südchinesische Meer fließt.

Für den ersten Tag der Tour war geplant, dass uns ein Boot zur vietnamesischen Grenze und weiter zu der kleinen Stadt Chau Doc bringen sollte. Der erste Stopp war für den kambodschanischen Ausreisestempel, 200 Meter flussabwärts der zweite Stopp für die Einreiseformalitäten in Vietnam. 

Nach den umständlichen Einreiseformalitäten in das "Königreich Kambodscha" mit ihrem Visa on Arrival, die ich ja schon beschrieben habe, hat es die "Sozialistische Republik Vietnam" tatsächlich geschafft diese noch zu übertreffen. Hier durften wir nicht mehr zusehen, sondern mussten die Pässe einfach abgeben. Dann durften wir warten und warten und warten. Und das obwohl wir uns das Visum schon zuvor in Frankfurt auf dem Konsulat geholt hatten, denn vor Ort wäre das nicht mehr möglich gewesen. Sie haben uns dann aber tatsächlich doch alle reingelassen sodass die Bootsfahrt weitergehen konnte.

In Chau Doc haben wir dann direkt am Fluss ein schwimmendes Hotel bezogen, bis uns fünf Minuten später eröffnet wurde, dass am nächsten Tag kein Boot fahren würde und wir nun die Wahl hatten unsere Tour umzuschmeißen und jetzt weiterzufahren oder wie geplant erst am nächsten Tag, dafür aber mit dem Bus. Da aber besonders die nächste Etappe vom Boot aus schön sein sollte, sind wir direkt weitergefahren. Während wir das Zimmer bezogen hatten, waren die anderen Tourgäste, die weiterfahren wollten schon Mittagessen gewesen. Das fiel für uns aus, stattdessen gab es ein Lunchpaket mit aufs Boot.

Das neue Ziel für diesen Tag hieß Can To. Auf dem Weg dahin haben wir einige Ziegelfabriken gesehen, deren Abgase nicht sehr umweltfreundlich aussahen.

Ziegelfabrik am Mekong

Aber es gab auch viel schöne Landschaft und einen Sonnenuntergang vom Boot aus.

Sonnenuntergang am Mekong

In Can To wurden wir nur noch in ein Hotel gebracht. Die Essenssuche blieb uns überlassen und da die Stadt vergleichsweise wenig touristisch war, fanden wir ein nettes Restaurant in dem niemand Englisch sprach. Satt wurden wir trotzdem und das gut und günstig!

Am zweiten Tag der Tour besuchten wir wieder per Boot die schwimmenden Märkte in Can To. Noch bevor wir zu den Marktbooten kamen, die nur Obst und Gemüse verkaufen, kamen schon schwimmende Schnellboothändler mit Obst und kalten Getränken direkt an unser fahrendes Boot heran und versuchten uns während der Fahrt etwas zu verkaufen.

schwimmender Händler Schwimmende Händler

Die meisten kleinen Schnellboote hatten hinten auf einem langen, schräg ins Wasser laufenden Arm einfach einen Rasenmähermotor, der direkt über eine Welle mit der Antriebsschraube verbunden war. Der gesamte Arm konnte zum Lenken gedreht werden.

Andere, mir sehr sympatische Leute, hatten das Bedürfnis nach mehr Leistung ihres Schnellbotes und die Schnauze voll von profanem 2-Takt-Rasenmäher-Knattern. Die haben sich dann einen für die Verhältnisse großen 4-Zylinder hinten auf ihr Boot geschnallt und schon gings zügig los zum Markteinkauf:

schneller schwimmender Händler

Die eigentlichen Marktboote waren größer und während dem Markt stationär. Alle hatten lange Bambusstangen aufgestellt, an denen die Produktauswahl zu sehen war. Manche hatten dort nur eine Melone hängen, andere hatten größere Auswahl:

schwimmender Markt

Nach dem schwimmenden Markt ging es für uns weiter in eine Reispapierfabrik. Zuerst muss der Teig über heißem Dampf ca. 10 Sekunden gegart werden.

Garen des Reispapiers

Der hauchdünne "Reiscrepe" wird mit einer Rolle aufgenommen und umgelegt auf Flechtmatten, die in der Sonne zum trocknen ausgelegt werden.

Umsetzen zum Trocknen

Nach dem Trocknen fühlt sich das Reispapier fast an wie Plastikfolie. In diesem Fall wird es zu Reisnudeln weiterverarbeitet.

Reisnudelproduktion

Beim nächsten Stop konnte man sein Geschick auf der traditionellen Bambusbrücke beweisen. Anneli hat es trockenen Fußes geschafft.

Bambusbrücke

Dort wurden die verschiedensten exotischen Früchte angebaut. Von Dragonfruit über Ananas bis Mango. In den Bildern sind ein Papayabaum und ein Jackfruitbaum.

Papayabaum Anneli versteckt sich hinter einer Jackfruit

Selbst Kakao wird in Vietnam angebaut.

Kakaopflanzen

Vom Boot aus sieht man manchmal schon seltsame Gebäude, vorallem wenn unterschiedlichste Baustile aufeinander treffen, fällt das ins Auge.

Gegensätzliche Architektur am Ufer

Nachmittags hatten wir dann einen Bustransfer nach Vinh Long. Dort wurden wir dann mit einem Boot zu unserem Homestay gebracht. Wir kamen bei einem sehr netten älteren Ehepaar unter, das kein Englisch sprach - nächste Herausforderung. Irgendwann wurden wir vom Hausherr in die Küche zitiert, Anneli musste etwas kürbisartiges für die spätere Suppe schneiden und ich bekam einen Bananenschnaps. Klassische Rollenverteilung. Anhand des Sprachführers im Vietnam-Reiseführer auf ihrem eReader versuchte Anneli sich verständlich zu machen, dass sie Vegetarierin sei. Nach einigen Anläufen hat das auch funktioniert, allerdings war der Hausherr vom Sprachführer so sehr begeistert, dass er uns zu allen Wörtern darin die Aussprache erklären wollte, dazu immer auf den eReader zeigte/tippte und damit ungewollt umblätterte. Ein urkomisches Bild, wie ich fand mit meinem Bananenschnaps.

Am dritten Tag der Tour, Silvester, sind wir morgens wieder mit dem Boot abgeholt worden und es ging auf weitere Besichtungen. Auf dem Weg ins nahegelegene Cai Be kamen uns Strohhülsenschiffe entgegen (Strohhülsen oder Stelzen sind die Hülsen, die von den Reiskörnern entfernt werden, bevor sie weiterverarbeitet werden). Die Strohhülsen sind sehr leicht, daher kann man davon schon mal etwas mehr auf ein Schiff packen. Laut unserer Touristen-Führerin werden sie auf dem Fluss zu den Ziegelfabriken verschifft, die wir am Tag vorher gesehen hatten, um dort die Öfen anzuheizen.

So belädt man ein Schiff...

Auch in Cai Be gab es schwimmende Märkte und im Hintergrund sogar eine katholische Kirche.

schwimmender Markt in Cai Be

Hier schauten wir uns auch wieder eine Reispapierfabrik an. Die Produktpalette umfasste hier aber auch Schnäpse, wie diesen Schlangenschnaps, der bis zu 70% Alkohol haben kann.

Schlangenschnaps

Außerdem wurden Süßigkeiten hergestellt, wie Toffees oder Puffreis, der mithilfe heißen schwarzen Sandes zum "puffen" gebracht wurde. Der Sand muss hinterher wieder weggesiebt werden.

Toffeeherstellung

Abschließend machten wir in Cai Be eine kleine Kanutour mit dem klassischen vietnamesischen Outfit in Form eines Sonnenhuts.

Kanutour auf einem kleinen Seitenarm

Der kleine Seitenarm des Mekongs war für größere Boote hier nicht mehr befahrbar und es war schön ruhig.

weitere Kanus

Nachdem quasi nach jedem Programmpunkt die Gruppe durchgemischt wurde und neue Leute dazukamen sowie andere zu weiteren Programmpunkten gebracht wurden, blickten wir nachmittags nicht mehr durch, wer schon morgens dabei war und wer nicht. Oft hatten wir keine Ahnung, wie es weitergeht, aber wir wurden immer wieder abgeholt und weiter zum nächsten Programmpunkt gebracht. So ein komplexes Programmpunkte-Buchungssystem hatten wir dem Reiseveranstalter gar nicht zugetraut.

Wir hatten Nachmittags nur noch den Bustransfer nach Saigon/Ho-Chi-Minh-Stadt, wo wir abends Silvester verbringen wollten.

Sonntag, 28.12.2014

Phnom Penh (Kambodscha)

Von Anneli

Nach Weihnachten ging es weiter in die Hauptstadt von Kambodscha, Phnom Penh. Kurz vor der Abfahrt in Sihanoukville buchten wir noch online ein Hotel, um nicht noch vor Ort danach suchen zu müssen. Wie Gregor schon geschrieben hatte, haben wir uns dieses Mal für einen gemütlichen, großen Bus entschieden. Der ließ uns zentral in der Stadt raus und wir engagierten einen Tuk Tuk Fahrer für die Fahrt zum Hotel. Das lag etwa 2km außerhalb vom Stadtzentrum und es hat eine Weile gedauert, bis wir dort waren. Dann aber kam die große Überraschung: Das Hotel ist geschlossen, wurde verkauft und wird gerade zu einer Karaoke Bar umgebaut. Davon wusste nur leider booking.com nichts…

Unser freundlicher Tuk Tuk Fahrer bekam aber so doch noch die Chance, uns ein Zimmer zu vermitteln (und vermutlich etwas Provision einzukassieren). Im Prinzip war es gar nicht so schlecht, das neue Hotel lag sehr zentral. Es war allerdings etwas spannend verkabelt und während unseres Aufenthalts flog zweimal beim Duschen die Sicherung raus. Das war aber kein Problem, denn im Flur konnte man die Sicherungeinfach wieder reinmachen - nachdem man sie im Kabelsalat gefunden hatte. Etwas sauberer hätte es auch noch sein können, aber wir waren einfach froh über die Klimaanlage (es ist ganz schön heiß hier geworden), das warme, fließende Wasser und die erste richtige Dusche nach vier Tagen.

Abends mussten wir noch unsere Wäsche zu einer Wäscherei bringen, dann aßen wir etwas. Das Restaurant war recht spannend. Es gibt in der Straße zwei Hotels und ein Restaurant, die zusammengehören und insgesamt etwa 50 m auseinander liegen. Unser Hotel machte das Essen, das Restaurant die Getränke und wenn jemand etwas bestellt, was nicht vor Ort gemacht wird, wird das einfach über die Straße rübergebracht.

Wir hatten geplant, nur einen Tag in Phnom Penh zu verbringen, daher haben wir am nächsten Tag viel besichtigt. Als allererstes kümmerten wir uns allerdings noch um die Weiterfahrt am nächsten Tag nach Vietnam und buchten eine Tour durch das Mekong Delta nach Saigon in einem Reisebüro. Dann fuhren wir zum Russischen Markt, so genannt, weil dort früher immer viele Russen einkauften. Dort gibt es alles Mögliche ziemlich günstig und so kauften wir einige Souvenirs für uns und ein paar Mitbringsel. Danach ging es weiter zum Nationalmuseum, wo viele archäologische Funde ausgestellt sind. Auch das Gebäude des Museums ist sehenswert.

Innenhof vom Nationalmuseum

Außerdem waren wir noch beim Königspalast, von dem einige Teile für die Öffentlichkeit zugänglich sind. Auf dem ganzen Gelände glitzert es ziemlich stark vor lauter Gold. Es gibt viele Gebäude, die sich alle recht ähnlich sehen. Die größten waren der Thronsaal und die Silberpagode, wo man auch reinschauen und in letztere sogar reingehen darf, aber Fotos sind nicht erlaubt. Im Gebäude der Silberpagode liegen 5000 Fliesen aus Silber, die jeweils 1kg wiegen. Auf dem Gelände stehen auch noch viele Stupas, die allen möglichen Königen und Königinnen gewidmet sind.

Gebäude im Königspalast-Komplex Silber-Pagode Stupa, die irgendeinem König oder Königspaar gewidmet ist

Zum Sonnenuntergang hatten wir eine Bootsfahrt auf dem Fluss durch die Stadt arrangiert. Die Abfahrt war an einem kleinen Nebenarm vom großen Fluss und zuerst fuhren wir am sehr belebten Ufer und der Tempelanlage vorbei. Am Ufersaßen viele Einheimische und genossen den Abend, teilweise mit Angeln. Wir tuckerten einmal vom Nebenarm auf den großen Fluss, und hinüber zum anderen Ufer. Dort war ein Dorf mit teilweise schwimmenden Häusern. Am Ufer legten gerade mehrere Auto- und Motorrad Fähren an und die Leute strömten schön ungeordnet die Piste zu den Booten runter und hinein. Bei den schwimmenden Häusern sahen wir wieder einige winkende Kinder und einen Hund, der neben einem Haus auf einer Holzbohle balancierte.

Einheimische am Ufer in Innenstadtnähe Vorderansicht der Tempelanlage mit Bild vom König Motorrad- und Autofähren Haus mit winkendem Kind und balancierenden Hund

Danach drehten wir um und fuhren zurück in Richtung Innenstadt. Wir fuhren auf den Palast zu, wo gerade die Sonne unterging und die Beleuchtung für das große Bild des Königs davor eingeschaltet wurde. In Phnom Penh gibt es außerdem wieder so wunderbare Weihnachtsbeleuchtung, so sahen wir auch hier am Ufer wieder einen Weihnachtsbaum. An diesem Tag entschieden wir uns für etwas Abwechslung zur asiatischen Küche und aßen mexikanisch 

Sonnenuntergang Die Sonne geht über den Tempeln unter Beleuchtung vor der TempelanlageLeuchtender Weihnachtsbaum

Am 29.12. geht es dann los nach Vietnam zu unserer Tour. Drei Tage dauert sie, sodass wir pünktlich zu Sylvester in der Metropole Saigon in Südvietnam sind, seit dem Ende des Vietnam Kriegs auch Ho-Chi-Minh-Stadt genannt.

Freitag, 26.12.2014

Koh Rong (Kambodscha)

Von Gregor

Am Montag, 22.12., haben wir uns von Battambang aufgemacht nach Sihanoukville, um am nächsten Tag mit dem Boot auf Koh Rong überzusetzen. Dort hatten wir ein Bungalow gebucht um Weihnachten zu verbringen. Das Transportmittel unserer Wahl für die erste Etappe war der Minibus, er erschien uns komfortabler als ein großer Bus und schneller war er auch - weit gefehlt!!! Also schneller war er sicherlich, aber die Brems- und Beschleunigungsmanöver sowie die schlagartigen Spurwechsel auf die Gegenfahrbahn und wieder zurück um alles zu überholen was nur annähernd nicht die Höchstgeschwindigkeit des Minibusses fuhr, waren wenig komfortabel, sondern eher beängstigend.

Abends in Sihanoukville haben wir uns nur kurz die Hauptstraße angeschaut, sind etwas essen gegangen und haben uns dann eine Massage gegönnt um die verkrampften Muskeln unseres Minibus-Kamikaze-Trips zu kurieren. Mehr gibt es in Sihanoukville unseres Erachtens nach auch nicht zu sehen, es ist quasi der Ballermann Kambodschas...

Dienstags ging es dann mit dem Boot nach Koh Rong, das sind ca. 20km übers offene Meer und weitere 20km um die Insel herum bis zu unserem Resort. Wir wurden schon gewarnt, das Meer sei rau. Das Boot, das uns abholte, glich eher einer Nussschale als einem sturmfesten Boot, mit dem man aufs offene Meer hinaus will. Also beste Voraussetzungen für eine spannende Überfahrt!

Vorwärts ging das Boot eher gemütlich. Rechts, links, hoch und runter wurde aber von den Wellen gesteuert und die waren weniger gemütlich, sondern haben uns eher in eine Achterbahnfahrt gezwungen. Am hinteren Teil des Boots sind die ca. 2 Meter hohen Wellen sogar über Bord hinweg gefegt. Anneli hat das alles nicht interessiert, sie hatte vor der Fahrt zwei Übelkeitspillen eingeworfen, die auch gut als Schlafmittel taugen. So stützte ich mich fest in die Sitzbank an der Seite des Boots, Annelis Kopf auf meinem Schoß, hielt mit der einen Hand Anneli fest, die durch die Wellen drohte von der Bank zu kippen und versuchte mit der anderen noch ein wenig Ihren Kopf zu fixieren, der die Wellenbewegungen zu imitieren versuchte. Nebenbei wollte ich mit den Augen während der +/-40° Neigung des Bootes aber den Horizont fixieren um der nahenden Übelkeit Herr zu bleiben. Das Ganze muss ziemlich ulkig ausgesehen haben, denn der Kapitän grinste mich immer nur an.

Schließlich kamen wir aber in unserem Resort an, es bestand aus 8 Bungalows und einem Restaurant und lag völlig alleine nah am Strand. Dieser Bungalow war unser Dach über dem Kopf für die nächsten vier Nächte:

Unser Bungalow

In das nächste Dorf auf der Insel hätte man 40 Minuten laufen müssen und da hätte es auch nicht mehr gegeben als bei uns, also entspannten wir uns einfach und genossen die Tage ohne jegliche Besichtigungen oder auch nur Wecker. Es gab weder Strom noch Internet, noch nicht einmal fließendes Wasser. Toilettenspülung und Dusche wurden gleichermaße per Schöpfkelle bedient. Aber das Meer war fast vor der Tür.

Die Zeit vertrieben wir uns mit Foto machen an Heiligabend:

Wir in Weihnachtsstimmung

Mit Baden:

Anneli im Meer

Und mit Sandburgbauen:

Sandburg

Dabei kamen Krebse zu Besuch bei der Burg vorbei: 

Krebse am Strand

Die Sonnenuntergänge am Strand waren immer besonders schön. In der Bucht vor unserem Resort war das Meer viel ruhiger als während der Überfahrt. Hier rechts im Bild ist die verantwortliche Nussschale zu sehen. Mittendrin ein kleines Motorboot um überhaupt zu dem größeren Boot zu kommen, das Resort hatte nämlich keinen Steg zum Anlegen.

Sonnenuntergang über dem Meer

Der Blick aus dem Restaurant, durch die Palmen bis aufs Meer:

Abendstimmung

Gelesen haben wir viel während unserer Zeit auf Koh Rong:

Anneli beim Lesen

Einen Hund gab es im Resort auch. Er badete ziemlich gerne im Meer:

Hund beim Baden

Der Sternenhimmel, den wir vom Strand aus durch die Palmen sehen konnten:

Sterne über den Palmen

Der Abendblick auf die Bucht vor unserem Ressort. Da wir uns hier immernoch auf der Nordhalbkugel befinden, ist es hier genau wie in Deutschland Winter - auch wenn es sich von den Temperaturen her wie Sommer in Deutschland anfühlt. Für diese Fotos mussten wir aber nicht besonders lange aufbleiben. Die Sonne geht hier schon gegen 17:30 unter. Die Tage sind also nicht ganz so kurz wie im deutschen Winter, aber wesentlich kürzer als im deutschen Sommer.

Die Bucht bei Nacht

Nachdem unser erster Schnorcheltrip am linken Ende der Bucht vor unserem Resort wenig interessant war, haben wir es noch mal eine Bucht weiter probiert. Dazu mussten wir uns 10 Minuten auf einem Trampelpfad durch den Dschungel schlagen aber dort gab es unter Wasser viel mehr zu sehen, zu erst einmal uns:

Wir beim Schnorcheln

Und Korallen:

Koralle

Und verschiedene Fische. Hier ein besonderes Exemplar, dass nicht scheu vor uns wegschwimmt, sondern lieber mit uns verstecken spielt. Habt Ihr ihn alle entdeckt?

Fisch beim Versteckspielen

Und Seeigel gab es auch:

Seeigel

Nach drei ganzen Tagen auf der Insel mit tiefer Entspannung und vergleichsweise wenig Weihnachtsstimmung über Weihnachten ginges am Samstag, 27.12. zurück aufs Festland und direkt weiter in die pulsierende Hauptstadt Kambodschas: Phnom Penh. Diesmal mit weniger Wellen und einem großen Reisebus für den trockenen Teil der Fahrt.

Wir hoffen Ihr habt Weihnachten alle gut überstanden! Wir Ihr lesen konntet haben wir es uns ganz untraditionell gut gehen lassen.

Montag, 22.12.2014

Battambang (Kambodscha)

Von Anneli

Wir hatten uns vor der Reise einen groben Plan erstellt, wo wir wann vielleicht hinwollen. Den haben wir direkt bei der ersten Möglichkeit umgeworfen. Als wir den Besitzer unseres Hotels in Siem Reap nach der Fähre nach Phnom Penh gefragt haben, hat er uns empfohlen, stattdessen die Fähre nach Battambang zu nehmen. Das lag zwar eigentlich nicht wirklich in der Richtung, aber auch unser Reiseführer hat gesagt, dass das die landschaftlich reizvollste Bootsfahrt in Kambodscha wäre. Zuerst fuhr man durch den Tonle Sap See, dem größten Süßwassersee Asiens, und dann den Sangker Fluss entlang. Vorher hatten wir noch überlegt, uns in einer Tour schwimmende Dörfer auf dem See anzuschauen, waren dann aber froh, das nicht gemacht zu haben, denn die konnte man während der Bootsfahrt aus auch sehen.

Abgeholt werden sollten wir um 7:00 Uhr morgens mit einem Minibus, der uns zum Boot fahren sollte, das um 8:00 Uhr abfahren sollte. 5-6 Stunden sollte das Boot dann bis Battambang brauchen. Soweit der Plan. Wir waren um 7:00 Uhr fertig, der Bus kam aber erst um 8:15 Uhr und wie man sich denken konnte, legte das Boot dann auch erst kurz nach neun ab. Ich habe das Gefühl, dass die eigentlich schon wissen, dass sie mit Sicherheit nicht um 7:00 Uhr kommen, aber von sich ausgehen, und deshalb eine frühere Zeit sagen, damit wir dann auch fertig sind, bis sie kommen. Aber wir sind wohl zu deutsch...

Als wir zum Boot kamen waren wir fast die letzten. Uns wurde vorher auch gesagt, dass nur so viele Tickets verkauft werden, wie es Sitzplätze gibt. Das haben wir dann doch bezweifelt. Es konnten zwar alle sitzen, aber nicht auf Stühlen. Für ungefähr die Hälfte der Passagiere gab es nur noch Platz auf dem Dach. Da wir so spät waren für uns auch. Die Fahrt selbst begann dann sehr schön. DIrekt am Anfang sind wir durch ein kleines schwimmendes Dorf gefahren. Dann ging es erst einmal recht lange über den großen See, bis wir in einen für uns vorher nicht sichtbaren Fluss abgebogen sind.

Fahrt auf dem Dach Eingang zum Fluss

Der Fluss war am Anfang sehr breit und es gab immer wieder recht große schwimmende Dörfer, manchmal auch mit einigen Stelzenbauten am Ufer, zum Beispiel für die Schule. Bei vielen Dörfern hupte das Schiff und dann kamen Leute angefahren, die uns Pakete oder weitere Passagiere mitgaben. Die Kinder in den Dörfern freuten sich immer uns zu sehen und winkten. Beeindruckend war auch, wie kleine Kinder dort schon alleine Boot fuhren.

Schwimmende FischfarmIm schwimmenden DorfWinkende KinderKind beim Bootfahren

Gegen 13:00Uhr machten wir kurz Mittagspause und wir dachten, jetzt sind wir ja schon 4h gefahren, dann kann es ja nicht mehr weit sein. Der Fluss änderte sich nun aber, er wurde viel schmaler und kurviger und am Ufer waren nun Felder, die landwirtschaftlich genutzt wurden. Die Trecker hier haben uns besonders fasziniert. Die Häuser am Rand waren wirklich sehr einfach gebaut. Das Boot kam nun deutlich langsamer voran und war manchmal noch zu schnell. In mehreren Kurven sind wir ins Ufer reingefahren, weil wir nicht mehr um die Kurve rumkamen und einmal hätte die große Welle hinter dem Boot fast ein kleines Boot mit Mutter und zwei Kinden umgeworfen. Da kann man schon verstehen, dass manche Einheimische das Boot nicht besonders gerne mögen.

Vorbeischrammen am UferHaus am Ufer vor dem Feld Trecker

Mit der Zeit gaben wir die Hoffnung auf, dass die 5-6h Fahrtzeit annähernd stimmen können. Resigniert saßen wir auf dem Dach und ich las etwas. Immer mal wieder versuchte ich die Position zu wechseln, um das Sitzen etwas angenehmer zu machen oder ich legte mich hin. Als die Sonne langsam unterging, nach mehr als 9h kamen wir dann doch noch an.

Mit der Schläfrichkeit war es dann erstmal vorbei. Es gab zum Aussteigen keinen Steg sondern nur eine Treppe. Auf der standen ca. 20 Leute, die versuchten, einem ein Hotel oder eine Tuk-Tuk Fahrt dorthin anzudrehen. Wir hatten einen kostenlosen Shuttle zu unserem Hotel, der auf uns gewartet hat. Daher mussten wir nur noch alle anderen Leute abwimmeln und darauf warten, dass sich das Chaos beim Abladen des Schiffes auf eine kleine Treppe auflöste. Die Fahrt zum Hotel war dann sehr kurz und da wir nur Snacks zum Mittagessen hatten sind wir gleich indisch essen gegangen. 

Am nächsten Morgen wollten wir etwas Kontrastprogramm zu Siem Reap haben. Das begann mit langem Ausschlafen und danach gemütlichem Im-Bett-Liegenbleiben und Lesen. Nachmittags sind wir dann Frühstücken gegangen. Unsere Wahl viel auf ein Café, dessen Inhaberin zweifache kambodschanische Barrista Meisterin ist und der Cappuccino dort war auch sehr gut. Außerdem gab es noch zwei eigene Kaffespezialitäten und Gregor mochte besonders den "Street Latte" mit Ananasgeschmack. Da auch das Essen gut war, gingen wir dort auch die nächsten beiden Tage noch hin. Danach haben wir uns etwas die Innenstadt angeschaut. In Battambang gibt es noch sehr viele Gebäude im Kolonialstil in der Innenstadt, die wir uns auf einem im Internet beschriebenen Heritage-Walk anschauten. Auf dem Weg kamen wir noch bei einer buddhistischen Universität vorbei. Wir waren uns zwar nicht ganz sicher, ob wir da reingehen können, aber es hat uns auch keiner rausgescheucht. Als wir mit dem Heritage-Walk fertig waren, war es dann auch schon dunkel. 

Tempel in der buddhistischen Universität

Am nächsten Tag erkundeten wir mit einem auf der Straße aufgegabelten Tuk-Tuk Fahrer etwas die Umgebung. Wir hatten uns nur drei Ziele ausgesucht, darunter ein Tempel. Obwohl es noch mehr Tempel in der Umgebung gab, hatten wir erstmal genug Tempel in den letzten Tagen gesehen. Zuerst fuhren wir zum Bamboo-Train. Der "Zug" ist als Lastenzug auf den alten, nicht mehr genutzten Bahnschienen entstanden. Ein Abschnitt von 7,5km wird nun für Touristen genutzt. Der Zug heißt zwar "Bamboo Train", aber wie ein Zug sieht er eigentlich nicht aus. Er besteht aus zwei Achsen, eine davon hat ein Gummiband, das mit dem Motor verbunden werden kann. Darauf wird dann eine Platte gehoben, die aus Bambus gebaut ist. Vorne kann man sitzen, hinten ist ein Motor, der von dem Fahrer bedient wird. Und los geht es! Die Schienen sind etwas wellig und für einen normalen Zug nicht mehr nutzbar, aber für den Bamboo-Train reicht es. Die Brücken sehen auch etwas abenteuerlich aus und einmal mussten wir auf eine Kuh warten, die über die Schienen lief. Außerdem war die Strecke nur einspurig und einmal kam uns ein anderer Zug entgegen. Aber kein Problem, ein Zug wurde einfach von den Gleisen gehoben und nachdem der andere vorbeigefahren war wieder draufgestellt.

Blick vom Bamboo-Train auf die krummen Gleise Der uns entgegenkommende Zug wird von den Gleisen gehoben, damit wir vorbeifahren können Brücke Zuerst schaut die Kuh uns an,... ...als wir langsamer werden,geht sie dann über die Schienen

Die Fahrt bestand aus Hin- und Rückfahrt. Zwischendrin haben wir Pause bei einigen Verkaufsständen gemacht, wo uns wieder alles Mögliche verkauft werden sollte. Bei einer netten Frau machten wir es uns kurz gemütlich und tranken ein kaltes Getränk. Dort kam dann ein Kind vorbei, das mir zeigte, wie man aus einem dicken, langen Grashalb eine Heuschrecke machen konnte. Das hat Spaß gemacht 

Mir wird beigebracht, wie man aus einem Grashalm eine Heuschrecke macht

Anschließend ging es weiter zu einer Weinprobe bei den einzigen Weinherstellern in Kambodscha. Im Reiseführer stand, den Wein dort könne man nicht beschreiben und er schmecke wie kein anderer Wein, den man vorher probiert habe. Das können wir auf jeden Fall bestätigen, aber es ist nicht unbedingt ein positives Weinmerkmal (im Reiseführer stand auch, der Wein würde zum exklusiven Club der Weine gehören, die besser würden, wenn man sie über Eis schüttet, da hätte man sich das schon denken können). Aber interessant war es auf jeden Fall.

Danach fuhren wir kurz zu zwei Bäumen, an denen komische Früchte hängen: Fledermäuse!

Fledermausbaum Fledermausbaum

Als letztes ging es dann noch zu dem Tempelkomplex. DieTempel selbst waren mäßig interessant, aber schon deutlich anders als die von Angkor Wat, da sie modern sind und tatsächlich noch als Tempel genutzt werden. Teilweise wurden die Tempel während des Regimes der Khmer Rouge zerstört und werden nun wieder aufgebaut / restauriert. In einem Tempel haben sie gerade die Deckengemälde vervollständigt. Eine Stelle dort hatte auch noch eine unrühmliche Geschichte aus der Zeit der Khmer Rouge. Dort war eine Höhle, an deren Öffnung Menschen umgebracht wurden und die Leichen dann nach unten geschmissen wurden, wo sie dann verwest sind. Unten wurden daher viele Skelette gefunden, von denen einige noch in Kästen dort anzusehen sind. Eine Buddha Statue wurde dort nach dem Ende des Regimes gebaut und nun kommen Buddhisten hier zum Beten her. Wir fanden beide, dass in der Höhle eine sehr seltsame Stimmung war und es ist wirklich grausam, was vielen Menschen hier angetan wurde. Die Geschichte erinnert etwas an die Deutsche, ist aber noch so viel jünger.

Tempel Tempel Killing Cave

Abends hatten wir mal wieder tolles Essen. Es war sogenannte "Fusion-Küche", also ein Mix aus traditioneller Khmer Küche und anderen Einflüssen. Am nächsten Morgen, nach einem letzten sehr guten Cappuccino für Gregor und einem Chai Tea Latte für mich, ging es dann auf die lange Busfahrt nach Sihanoukville über Phnom Penh. Am 23.12. fahren wir dann auf die Insel Koh Rong, wo wir Weihnachten verbringen werden.

Und zum Abschluss ein Bild, für alle, die die kleinen Bananen von hier nicht kennen:

Ich mit Bananenkranz

Donnerstag, 18.12.2014

Siem Reap (Kambodscha)

Von Gregor

Am Montag (15.12.) sind wir von Kuala Lumpur nach Siem Reap, der Stadt bei den Tempelanlagen um Angkor Wat in Kambodscha, geflogen. Die Fluggesellschaft Air Asia ist mit der europäischen Ryan Air vergleichbar, ähnlich eng bestuhlt, jedoch lassen sich die Rückenlehnen trotzdem noch nach hinten klappen, vorausgesetzt dahinter sitzt ein kleiner Asiate.

In Kambodscha angekommen erwartete uns ein Kulturschock, das heißt mich mehr als Anneli, das Klima war hier wesentlich trockener als in Kuala Lumpur aber mindestens genauso warm. Man musste vier Formulare ausfüllen, alle fragten nach ähnlichen persönlichen Daten, das erste für die Gesundheitsbehörde, das zweite war der Visumsantrag, den man zusammen mit einem Passbild, 20 US$ und seinem Reisepass abgeben musste. Die übliche Währung in Kambodscha sind US$. Es gibt auch Kambodschanische Riel, die werden aber nur für Beträge unter einem $ eingesetzt, 1$ entspricht ca. 4000 Riel. Und auch in weniger touristischen Gegenden.

Nachdem der Pass an ca. zehn Beamten vorbei geschleust wurde bekam man ihn wieder und konnte nun mit dem dritten Formular zum Einreiseschalter, wo der tatsächliche Einreisestempel in den Pass kam und man alle zehn Fingerabdrücke abgeben musste. Das vierte Formular war dann noch für den Zoll, dass man nichts Verbotenes einführt und schon waren wir in Kambodscha.

Unser Gästehaus ließ uns glücklicherweise vom Flughafen abholen – mit einem Tuk-Tuk! So etwas hatte ich live vorher noch nicht gesehen, ein Roller mit einem Anhänger, auf dem vier Leute oder zwei Leute mit Gepäck Platz hatten. Der Verkehr erwies sich als genauso abenteurlich wie die Visumsprozedur und unser Gefährt: Im Gegensatz zu Malaysia (ehemalige englische Kolonie) wo eindeutig links gefahren wird waren in Kambodscha (ehemalige französische Kolonie) Tendenzen des Rechtsverkehrs erkennbar. Der Verkehr besteht überwiegend aus Rollern und Tuk-Tuks, hin und wieder kamen auch Autos, LKWs und Busse vorbei. Die Vielzahl der verschiedenen Transportmittel machte ein ständiges Überholen und Ausweichen nötig und vor dem Linksabbiegen oder links anhalten kann man schon einige Zeit mitten durch den Gegenverkehr fahren. Vorfahrt hat meistens derjenige der zuerst gehupt hat, etwas eindeutiger ist die Vorfahrtregelung wenn ein Elefant auftaucht – der hat immer Vorfahrt! Immerhin haben wir bisher aber nur in dem Areal um die Tempelanlagen Elefanten am Straßenverkehr teilnehmen sehen, die Normalität scheint das doch nicht zu sein.

Blick aus unserem Tuk-Tuk Traktor mit Holztransport Traktor mit Mönchen Roller?! Gemischter Straßenverkehr in Angkor Thom

Am Montagabend sind wir noch in die Innenstadt von Siem Reap gefahren, auch wieder mit dem Tuk-Tuk, denn unser Gästehaus lag etwas außerhalb. Dort gab es einen Night Market, ähnlich wie in Malaysia kitschige Weihnachtsdeko und einige nette Restaurants.

Brücke zum Night Market kitschige Weihnachtsdeko

Am Dienstag starteten wir unseren Tempel-Besichtigungs-Marathon. Unser schon bekannter Tuk-Tuk-Fahrer holte uns nach dem Frühstück hab und fuhr uns als Erstes zum Bekanntesten aller Tempel der Region: Angkor Wat. Er besteht aus einem Wassergraben um ein relativ großes Areal, in dem es Mauern mit großen Durchgangstoren, künstlich angelegt Teiche, Verkaufsstände und schließlich den dreistöckigen Tempel mit seinen fünf charakteristischen Türmen gibt. An allen Wänden sind Bildhauereien über alte Kriege und Schlachten oder von Gottesfiguren zu finden. Die Aussicht vom dritten Stockwerk über den Dschungel war phänomenal. Man sah kilometerweit nur grün und hin und wieder mal eine Tempelspitze. Am Ausgang war eine Infotafel auf Deutsch vom Auswärtigen Amt und der Fachhochschule Köln, die den Tempel gemeinsam restaurieren. Das war uns bis dahin auch nicht bewusst, was das Auswärtige Amt alles finanziert.

Angkor Wat

Die weiteren Tempel an diesem Tag, die wir besichtigt haben, waren Prasat Krawan, Banteay Kdei und Ta Prohm. Sie alle hatten Infotafeln von den Geldgebern für die Restauration, scheinbar hat für jeden Tempel ein anderes Land die Schirmherrschaft übernommen. Ta Prohm ist auch ein vergleichsweise bekannter Tempel, weil er unter Anderem der Drehort für Tomb Raider war. Hier konnte man erkennen, wie man über mehrere hundert Jahre diese Tempelanlagen im Dschungel vergessen konnte, denn es gab riesige Bäumen, die aus dem Tempel herauswachsen und sich mit ihren Wurzeln einen Weg bahnen zwischen den tonnenschweren Steinen. Erst in den 50er und 60er Jahren des 20. Jahrhunderts hat man die gesamten Tempelanlagen, die zum Teil über tausend Jahre alt sind, wiederentdeckt. Zuvor waren sie vollständig vom Dschungel eingenommen.

Banteay Kdei Anneli in Ta ProhmBaum in Ta Prohm

Zum Tagesabschluss bestiegen wir den Tempelberg Phnom Bakeng. Dort oben wimmelte es von Menschen, die alle den Sonnenuntergang über dem Blätterdach des Dschungels sehen wollten.

Viele Menschen auf Phnom Bakeng Sonnenuntergang von Phnom Bakeng

Am Mittwoch starteten wir mit dem Tuk-Tuk um 5:00 Uhr morgens um den Sonnenaufgang am Tempel Angkor Wat erleben zu können. Unglaublich, wieviele Menschen auf dieselbe verrückte Idee kamen! Am linken Teich vor Angkor Wat bekam man schon kein Platz mehr in den ersten drei Reihen oder so obwohl wir ca. eine halbe Stunde vor Sonnenaufgang dort waren, also wichen wir zum rechten Teich aus. Eine schöne Spiegelung des Tempels im Wasser gab es dort auch. Da alle Tempel exakt symmetrisch und in Ost-West-Richtung ausgerichtet sind geht und es gerade Winter ist, wäre die Sonne also vom linken Teich aus gesehen eher hinter dem Tempel aufgegangen als von unserem Standort gesehen. Es war aber sowieso bewölkt sodass wir uns mit schönem Licht für Tempelspiegelung zufrieden geben mussten.

Morgen ohne sichtbaren Sonnenaufgang hinter Angkor Wat

Da es aber immer noch früh war konnten wir nach dem Frühstück dann noch viele weitere Tempel besichtigen, angefangen mit der Tempelstadt Angkor Thom mit dem zentralen Tempel Bayon, dessen Türme viele Steinhauerarbeiten mit Gesichtern zeigen, und den weiteren kleineren Tempeln in der Tempelstadt Baphuon, Phimeanakas und Prea Palilay mit den Elefantenterrassen, sowie North Kleang.

Anneli und ich vor dem Eingang zu Angkor Thom Bayon Tempel Anneli steigt auf die höchste Ebene von PhimeanakasElefantenterrassen North Kleang

Außerdem haben wir mittwochs noch die Tempel Prea Khan, Neak Poan, Ta Som und Pre Rup besichtigt. Danach waren wir ziemlich fertig und haben uns kein Abendprogramm mehr zugemutet. Anneli hatte abends dann noch über Skype ein Bewerbungsgespräch für ihre Master Thesis und hatte etwas Schwierigkeiten für kurze Zeit aus dem Urlaubsmodus rauszukommen. Es ist aber alles gut gelaufen.

Prea Khan Prea Khan Neak Poan Ta Som Pre Rup

Auch am Donnerstag sind wir wieder um 5:00 Uhr losgefahren um den Sonnenaufgang zu sehen, diesmal am Tempelsee Sra Srang. Hier waren wesentlich weniger Menschen als am Tag zuvor bei Angkor Wat, leicht bewölkt war es aber auch hier wieder, sodass es auf den Fotos nur zu bunt beleuchteten Wolken gereicht hat.

Sonnenaufgang über Sra Srang

An dieser Ecke des Tempelareals haben wir kein herkömmliches (touristisches) Frühstück gefunden, daher haben wir uns an einem Essensstand mit Khmer (kambodschanisch) Frühstück begnügt: Baguette (jaja, die französische Kolonie lässt grüßen) mit Hühnchen, Gurke, Krautsalat und einer Art Schinken, für Anneli nur die vegetarischen Zutaten. Zwei Stück haben wir für 1$ bekommen: Khmer Frühstück – Khmer Preise, obwohl hier schon 100% Touristenaufschlag eingerechnet war. Unser Tuk-Tuk-Fahrer hat dann noch eine Ladung Reis aufgetrieben, in Bananenblatt eingewickelt und mit einer kleinen Banane im Inneren gekocht. Durch das Bananenblatt wird der Reis besonders klebrig, ähnlich Milchreis und man kann das Bananenblatt außen herunterschälen und den Inhalt direkt aus dem Blatt essen: Sehr lecker!

Von dort sind wir zum Tempel Banteay Srey gefahren, der auch als Frauentempel bezeichnet wird, weil die Bildhauerarbeiten so fein sind, dass man meint, sie könnten nur von Frauenhänden geschaffen worden sein.

Banteay Srey Banteay Srei

Auf dem Weg dorthin sind wir an vielen Reisfeldern vorbeigekommen. Eins wurde gerade geerntet. Ähnlich wie bei Weizen wächst Reis in Ähren an einem langen Stiel. Beim Ernten werden nur die Ähren oben mit einer Sichel von Hand abgeschnitten. Sind nur noch die Stiele übrig, lässt man die Kühe auf den Feldern weiden, die sich noch satt fressen können.

Reisernte Vogel auf Kuh auf abgeerntetem Reisfeld

Die dritte Station an diesem Tag war Kbal Spean. Hier wurden zahlreiche Steinhauerarbeiten in einem Flussbett realisiert. Einen kleinen Wasserfall gab es dort auch.

Kbal Spean Wasserfall bei Kbal Spean

Auf dem Rückweg sind wir noch ins Landminenmuseum gegangen. Kambodscha ist das Land mit der weltweit höchsten Dichte an Landminen und mit den weltweit am meisten amputierten Menschen. Landminen werden durch die Opfer selbst ausgelöst, die meisten sollen diese aber nicht töten sondern nur verletzen, da Verletzte die Armee mehr Geld kosten als Tote. Die ersten Landminen kamen zur Zeit des Bombardements durch die US-Armee nach Kambodscha um den Nachschub an Waffen für die Vietkongs im Vietnamkrieg zu stoppen. Aufgrund dieses aus Sicht der Kambodschaner unberechtigten Bombardements wurden die Roten Khmer um Pol Pot immer stärker und Kambodscha wurde kommunistisch. Die Roten Khmer wollten die Bildung im eigenen Land gering halten und stattdessen einen Bauernstaat realisieren, was zum Massenmorden und dem Krieg gegen die USA führte, was noch mehr Landminen nach Kambodscha brachte. Stark vereinfachte Version. Auch heute liegen noch tausende von Blindgängern und scharfen Minen in Kambodscha, weshalb überall gewarnt wird die Wege nicht zu verlassen.

Minen, die in Kambodscha gefunden wurden

Der letzte Stop auf dem Rückweg zum Gästehaus war bei einem Schmetterlingsgarten. Hier wurde uns alles erklärt, vom Ei über die Raupe und das Kokon bis zum fertigen Schmetterling. Anneli fand ihn besonders im Vergleich zum Schmetterlingsgarten in Bali sehr schön. Er war zwar kleiner, es gab aber viel mehr verschiedene Pflanzen und die Schmetterlinge durften alle frei herumfliegen.

Raupe Schmetterling

Den letzten Abend in Siem Reap haben wir in einem Restaurant mit leckerem Khmer Essen und Cocktails verbracht, dafür haben wir uns auf Fahrrädern aktiv in den chaotischen Verkehr getraut!

Montag, 15.12.2014

Kuala Lumpur (Malaysia)

Von Anneli

Nachmittags bin ich von Perth nach Kuala Lumpur geflogen. Am Flughafen bedeutete das schon jede Menge Warterei. Ich war etwas über 2h vor Abflug am Check-In Schalter und nach dem Warten dort und an der Sicherheitskontrolle hatte das Boarding schon begonnen. Das Flugzeug war recht voll, vor allem mit asiatisch aussehenden Personen, aber ich saß natürlich mal wieder neben einem Schweizer, Tobias. Der Abflug verzögerte sich noch wegen zwei Leuten, die zwar Gepäck aufgegeben hatten, aber nicht eingestiegen sind, weshalb das Gepäck wieder ausgeladen werden musste.

So kamen wir auch etwa 20min zu spät in Kuala Lumpur an, also um kurz vor 22 Uhr. Ich habe gehofft, dass mein Gepäck recht schnell kommt, damit ich noch mit öffentlichen Verkehrsmitteln in die Stadt fahren kann, aber da habe ich meine Rechnung ohne AirAsia und den Flughafen gemacht. Das erste Gepäck kam nach etwa 10min, ca. zehn Gepäckstücke. Nach weiteren 15min kamen dann nochmal zehn und wieder 20min oder so später kam dann endlich mal Masse. Dumm nur, dass mein Gepäck immernoch nicht dabei war. Also auf zum Schalter für Reklamationen, wo ich dann etwas später meinen Rucksack beim Übergrößen-Gepäck fand.

Die letzte Möglichkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu fahren war inzwischen längst vorbei. Tobias hatte netterweise die ganze Zeit auf mich gewartet und da unsere Hotels relativ nah beieinander waren haben wir uns schließlich ein Taxi geteilt. Ich war sehr erleichtert, als ich um 1:00Uhr nachts endlich da war!

Nachdem ich in Australien fast immer in Mehrbettzimmern geschlafen hatte und die Schlafqualität davon etwas beeinträchtigt worden war, hatte ich nun im günstigeren Malaysia ein Einzelzimmer gebucht. Die nächsten Tage verbrachte ich im Wesentlichen mit Ausschlafen, aber ich war auch etwas shoppen (ich brauchte einige Sachen, die waren mir in Australien aber zu teuer) und orientierte mich auch etwas in der Stadt. Zum Shoppen war ich in einer Technik Mall, die wirklich beeindruckend groß war und in einer MegaMall mit mehr als 300 Geschäften. In letzterer lief die ganze Zeit Weihnachtmusik und es gab Weihnachtsdeko. Da bin ich dann ein ganz kleines bisschen in Weihnachtsstimmung gekommen.

Weihnachten in der Mall

Nach zwei Tagen alleine in Kuala Lumpur habe ich dann Gregor abgeholt. Natürlich haben wir uns sehr gefreut uns wiederzusehen, es war echt eine lange Zeit. Auch er kam recht spät an und da wir danach noch etwas länger wach waren, haben wir am nächsten Morgen sehr lange geschlafen. Mittags wollten wir dann eigentlich zuerst durch Chinatown direkt bei uns um die Ecke schlendern, allerdings war es uns dann noch zu warm. Stattdessen sind wir dann zu den berühmten Petronas Towers (Twin Towers) gefahren und haben ein paar Fotos von ihnen und den anderen großen Gebäuden in der Umgebung gemacht und waren in der Shoppingmall, die unten in der Basis der Hochhäuser liegt. Durch China Town sind wir dann erst abends gegangen.

Hochhäuser in der Nähe der Twin Towers

Am nächsten Tag haben wir uns dann die ältere Architektur angeschaut. Wir waren im Central Market und am Merdeka Platz. Das ist ein großer Platz, um den herum Gebäude aus der Kolonialzeit (Großbritannien) standen. Besonders spannend war der Kontrast zwischen den Gebäuden dort und den modernen Hochhäusern dahinter. Zum Abendessen wollten wir eigentlich auf den Nachtmarkt in Little India gehen. Besonders indisch kam er uns dann allerdings nicht vor, die Malayen waren eindeutig in der Mehrzahl. Außerdem war er so überfüllt, dass wir dort doch nicht essen wollten und stattdessen in ein Restaurant gegangen sind. In Malaysia hat man es als Vegetarier allerdings nicht so leicht, wenn man nicht gerade ein indisches Restaurant findet (die in "Little India" irgendwie nicht zu finden waren).

Merdeka Square Merdeka Square

Als es dunkel war sind wir noch zu einem See gefahren, von dem aus man einen tollen Blick auf die Skyline hatte. Dort war noch erstaunlich viel los und der See war besonders beliebt bei Paaren. Fast auf jeder Parkbank saß eins.

Skyline bei Nacht

Am letzten Tag fuhren wir aus dem Stadtzentrum raus zu den Batu Caves. Dort sind Höhlen, die von den hinduistischen Indern als eine Art Tempel genutzt wurden. In einer Höhle standen ganz viele Figuren rum, die Geschichten dargestellt haben. Da es keine Informationstafeln gab, wussten wir aber leider nicht welche. Vor einer anderen Höhle davor stand eine riesige goldene Statue und über eine sehr lange Treppe, die uns bei der Hitze nochmal länger vorkam, kam man in eine weitere Höhle. Dort waren ein paar Gebetsstätten, aber die Höhle an sich war viel schöner. Oben war ein Loch, durch die Licht hineinkam, sodass von dem Loch aus die Wände hinunter auch Pflanzen gewachsen sind. Danach waren wir neben den Höhlen noch essen, denn hier gab es tatsächlich indisches Essen 

Eine Höhle der Batu Caves Figuren in der Höhle große goldene Statue und laaaaaange Treppe

Auf dem Rückweg stiegen wir noch beim alten Bahnhof von Kuala Lumpur aus. Eigentlich wollten wir ihn uns nur kurz von außen anschauen und Fotos machen, aber aufgrund eines starken Regenschauers verzögerte sich das etwas. Deshalb hatten wir nur eine kurze Pause im Hotel, bevor wir wieder für das Abendprogramm losgefahren sind. Auf dem Weg zur Bar sind wir mal wieder an Weihnachtsdeko vorbeigelaufen und dabei haben wir auch beleuchtete musizierende Engel gesehen. Die haben mich sehr an die Engel aus der Weihnachtsdeko zu Hause erinnert, auch wenn die nicht so groß und kitschig sind.

Weihnachtsengel

Unser Ziel war die Skybar im Traders Hotel, das direkt gegenüber von den Twin Towers liegt. Die Bar dort liegt im 33. Stock und hat in der Mitte einen Pool, den aber zumindest abends keiner benutzt hat. Nach einiger Wartezeit an einem normalen Tisch, konnten wir am Ende sogar an einen der Lounge-Tische direkt am Fenster wechseln, bei denen man direkt am Fenster in Richtung der Twin Towers saß. Das war ein wirklich schöner Abschluss in Kuala Lumpur, am nächsten Morgen ging es dann schon wieder weiter nach Kambodscha.

Skybar Traders Hotel Wir am Lounge-Tisch in der Bar Ausblick auf die Twin Towers

Dienstag, 09.12.2014

Region um Perth

Ich bin zwar im Moment schon nicht mehr in Australien, aber mit diesem Blogeintrag möchte ich meine restlichen Erlebnisse dort noch mit euch teilen. In Perth war ich insgesamt quasi dreimal, vor der ersten Tour nach Esperance, zwischen den beiden Touren und nach der letzten Tour nach Exmouth. An meinem ersten Tag in Perth konnte ich nicht so viel mit der Großstadt anfangen. Daher bin ich beim zweiten Mal in Perth nur eine Nacht dort geblieben und bin dann nach Freemantle umgezogen.

In Perth war ich noch im Kings Park. Das ist ein riesiger Stadtpark mit Sportplätzen, botanischen Garten und ich glaube noch viel mehr, aber weiter bin ich nicht gekommen, er war zu groß  Der Park hat mir aber auf jeden Fall gefallen, er ist eine große Oase in der Stadt. Und einen tollen Blick auf die Skyline hatte man von dort aus auch noch! Danach hatte ich noch ein sehr nettes, kurzes Treffen mit Morag, der Freundin von meinem Kollegen Cowan aus Bali, die in Perth arbeitet.

Kings Park Botanischer Garten Ausblick vom Botanischen Garten Ausblick vom Kings Park auf die Skyline von Perth Auf dem Rückweg zum Hostel bin ich noch an der Perth Arena vorbeigelaufen

Nach Freemantle bin ich dann zusammen mit Julia gefahren, die ich von der letzten Tour kannte. Der Ort ist mit der Bahn an Perth angebunden und innerhalb von 20 min oder so ist man dort. Freemantle ist zwar ein Party Ort, aber mit Flair und ganz vielen nett aussehenden Restaurants (die man sich als Student in Australien allerdings nicht leisten kann) Abends waren wir im Wochenend-Markt und ich habe mehr oder weniger erfolgreich versucht mit Gregor zu telefonieren. Schlechte Internetverbindungen nerven in einer Fernbeziehung... Und danach waren wir noch beim Nachtmarkt, wo das Essen bezahlbarer ist. Dort gab es sogar Live-Musik, die ganz gut war.

Markt in Freemantle

Mein Plan, ein ruhiges Wochenende zu verbringen wurde von der Idee, nach Rottnest Island zu fahren umgeworfen. Die Insel ist sehr nah bei Freemantle und in einer halben Stunde kommt man dort mit dem Boot hin. Julia und ich sind zusammen hingefahren und haben uns Fahrräder gemietet, um die Insel zu erkunden. Wir hatten gehört, dass die Insel traumhaft schön sein soll, allerdings waren wir nach den Stränden um Esperance etwas verdorben. Es war ein sehr netter Tag mit schönen Stränden und etwas Schnorcheln und den kleinen Quokkas (siehe Bild, sah etwas nach einer Kreuzung zwischen Ratte und Känguru aus), aber in Enddefekt fanden wir nicht, dass das ganze 50€ wert ist. Abends waren wir nochmal bei dem Markt kurz bevor der geschlossen wurde. Wahnsinn, wie billig dort dann alles war, für 3,30€ hätte man eine riesige Kiste mit Obst und Gemüse bekommen (mehr als wir brauchen konnten).

Mit dem Fahrrad zusammen mit Julia auf Rottnest Island unterwegs Ausblick Rottnest Island Schnorcheln Rottnest Island Schnorcheln über Seegras, Rottnest Island Große Echse (die hat mich ganz schön erschreckt, als sie direkt hinter meinen Wechselsachen nach dem Schnorcheln aufgetaucht ist), Rottnest Island Quokka, das hofft, das Julia etwas zu fressen hat Strand Rottnest Island Es ist windig auf Rottnest Island Strand Rottnest Island

Danach bin ich auf meine letzte Tour gefahren und da ich Freemantle schöner fand als Perth bin ich am Ende davon für die letzte Nacht zurück dorthin gefahren. Ich habe mir noch die Kunstgalerie angeschaut und auf dem Weg ein paar nette alte Gebäude gesehen. Und nach meiner kleinen Tour durch die Stadt habe ich schon angefangen zu recherchieren, wie ich am nächsten Tag zum Hotel in Kuala Lumpur komme.

Kunst Galerie und Zentrum in Freemantle Kirche in Freemantle

Dort habe ich zwei Tage später Gregor getroffen und nun reisen wir zusammen weiter. Er möchte gerne den Blog mitschreiben, und so wird aus "Annelis(.) Auslandsblog" nun "Annelis und Gregors Auslandsblog". Zu finden ist der gemeinsame Blog dann aber immer noch hier auf http://annelis.auslandsblog.de.

Montag, 08.12.2014

Beantwortung der Fragen zum letzten Beitrag

1. Soweit ich das verstanden habe sind Stromatolithen von Mikroorganismen gebildet. Der innere Teil ist verhärtet, außen ist ein Biofilm. Mehr dazu findet man auf http://de.wikipedia.org/wiki/Stromatolith.

Und hier noch zwei Fotos mit Informationen:

Erklärung Stromatolites / Stromatolithen Erklärung Stromatolites / Stromatolithen

2. Das Schildkröten-Video sollte jetzt funktionieren.

3. Fotos gibt es von dem Hai nicht. Als ich ihn gesehen habe, habe ich gerade ein Video gemacht. Wirklich gut sieht man ihn nicht, aber wenneinen guten Computer/Bildschirm und etwas Vorstellungsvermögen hat, kann man ihn bei etwa 1:10 von links nach rechts schwimmen sehen.

Montag, 08.12.2014

Einmal nach Exmouth und zurück

Nach ein paar Tagen in und um Perth, von denen ich später berichten werde, ist meine letzte Tour gestartet. Sie ging in fünf Tagen in Richtung Norden bis nach Exmouth und nach einem Tag dort innerhalb von eineinhalb Tagen zurück nach Perth. Auf der letzten Tour hatten schon 6/15 Leuten Deutsch oder Schweizerdeutsch als Muttersprache, bei dieser Tour waren es dann sogar über die Hälfte. Verrückt. Ich bin im Ausland (außer der Schweiz) glaube ich prozentual noch nie so vielen Schweizern begegnet wie in Westaustralien. Dafür hatten wir aber auch mal wieder zwei Australier dabei. Und es war auch sehr nett, dass zwei Mädels von meiner letzten Tour ebenfalls dabei waren, sodass ich schon ein paar Leute vorher kannte.

Die Orte, die wir besucht haben waren recht abwechslungsreich. Zuerst ging es in einen Wildpark, in dem es unter anderem auch Koalas gibt. In Adelaide hatte ich die nicht gesehen, obwohl sie dort frei leben und ich auch Straßenschilder mit „Achtung Koalas“ gesehen habe. In der Gegend um Perth kommen sie normalerweise nicht vor, aber der Wildpark züchtet sie quasi und gibt sie an andere Zoos ab, wenn es zu viele werden. Die Koalas leben dort quasi frei, allerdings gibt es nur wenige Bäume in denen sie sich wohlfühlen und dort hängen sie dann den ganzen Tag rum.

Die meisten Koalas hingen in den Bäumen und haben geschlafen,... Koala beim Frühstück

Mittags sind wir dann in den Sanddünen bei Lancelin Sandboarden gegangen. Das hatte ich vor acht Jahren schon mal mit meiner Gastfamilie in Uruguay gemacht. Damals habe ich recht erfolglos versucht, darauf zu stehen, dieses Mal habe ich mich einfach nur draufgesetzt. Es hat viel Spaß gemacht und die Sanddünen sahen auch toll aus. Den Nachmittag haben wir dann in Cervantes verbracht, wo unsere Unterkunft war. Ich habe mich erstmal etwas ins Bett gelegt, die letzte Tour hatte mich ganz schön fertig gemacht. Nach einem Strandspaziergang sind wir dann zu den Pinnacles gefahren.

Sandboarding zusammen mit Chiara (von der letzten Tour) in den Sanddünen, Im Hintergrund die beiden Australierinnen.

Die Pinnacles sind Steinformationen, die mich vom Aussehen her sehr stark an die Termiten-Bauten erinnert haben, die ich vorher im Norden gesehen habe. Hier bestehen sie allerdings aus Kalkstein. Man vermutet, dass es früher an der Stelle einen Wald gab der abgebrannt ist. Dann soll sich Sand in den Bäumen angesammelt haben, der sich über die Jahre zu Kalkstein verfestigt hat. Zumindest hat das unser Guide gesagt, man weiß ja nie, ob sie sich das gerade ausgedacht haben oder ob das stimmt ;) Wir sind dort bis zum Sonnenuntergang geblieben, aber leider war es sehr bewölkt.

Pinnacles Bewölkter Sonnenuntergang

Am nächsten Tag ging es zu den nächsten Tieren, einer Auffangstation für verletzte Tiere. Die Station wird privat geführt und durch Spenden finanziert. Dort gibt es alle möglichen Tiere, Kängurus, Dingos, Vögel, Schafe, Strauße, Gartenzwerge :D und auch ein paar Reptilien. Man konnte die Tiere füttern und man sah den Kängurus an, dass sie das gewöhnt waren. Highlight war für die meisten das erst ein paar Monate alte Känguru, das seine Ersatzmutter gebracht hat. Zuerst hat sie es gefüttert, nach einer Pause ist es dann kurz ziemlich unkoordiniert rumgehüpft. Als es müde war, kam es wieder in seinen Beutel und für 5$ Spende konnte man es halten. Das war echt niedlich!

Hungrige Kängurus Sharlett Schafe. Bei dem schwarzen Schaf war nach der Hälfte des Schärens die Batterie alle. Gartenzwerge

Danach ging es weiter zum zweitgrößten Staat in Australien. Ein verrückter Australier, der die Steuern nicht zahlen wollte oder so hat ein Schlupfloch in der Verfassung gefunden, dass es ihm erlaubte seinen eigenen Staat zu gründen. Aus seiner Farm machte er die Hutt River Province, die von Australien toleriert, aber nicht vollständig akzeptiert wird. Ich fand es dort ziemlich langweilig, außer dem exzentrischen „Prinzen“ gab es dort nicht wirklich was zu sehen.

Grenze zur Hutt River Province

Nachmittags kamen wir dann im Kalbarri Nationalpark an. An diesem Tag sahen wir dort einige Felsformationen am Meer: einen Felsen, der im Meer stand und eine natürliche Brücke ins Meer. Am nächsten Tag sind wir an einer andere Stelle im Nationalpark gefahren, an die Schlucht von einem Fluss. Dort haben wir das natürliche Fenster gesehen, das durch die Felsen geformt wurde. Danach waren wir Abseilen (eins meiner Lieblingswörter auf Englisch: abseiling). Da es nicht im Preis inbegriffen war und ich nicht so extrem scharf darauf war, habe ich es nicht mitgemacht. Dafür durfte ich dann Fotos von allen machen.

Fels im Meer (Kalbarri Nationalpark) natürliche Brücke (Kalbarri Nationalpark) Fluss und Schlucht (Kalbarri Nationalpark) natürliches Fenster (Kalbarri Nationalpark) Abseiling (Kalbarri Nationalpark)

Nachmittags machten wir Pause am Shell Beach. Der Strand besteht nicht aus Sand, sondern aus tausenden kleinen, weißen Muscheln, die mehrere Meter tief und breit angehäuft sind. Der Strand ist mehrere Kilometer lang. Schwimmen konnte man dort nicht so gut, da man sehr weit laufen musste, damit das Wasser nicht nur etwa knietief war. Danach waren wir bei der Shark Bay. Dem Namen nach gibt es dort viele Haie. Es war zwar nicht Hai-Hochsaison, aber vom Ufer aus konnte man schemenhaft mehrere etwa einen Meter lange Haie ausmachen. Manta-Rochen gab es dort aus und ich konnte die aus der Entfernung nicht unterscheiden. Das waren alles schwarze Punkte…

Hai? Oder Manta Rochen? Oder vielleicht doch nur ein Stein?

An der Shark Bay haben wir dann auch übernachtet, in Devon, der westlichsten Stadt Australiens. Am nächsten Morgen sind wir dann nach Monkey Mia gefahren. Seit etwa 40 Jahren kommen dort Delfine an die Küste, die ein paar Fische zu Fressen bekommen. Das Wasser am Ufer ist dort sehr flach, sodass man die Delfine sehr gut sehen kann. Und sie kommen tatsächlich bis auf etwa einen Meter an die Menschen heran. Freiwillige, die in Monkey Mia arbeiten wählen von den Leuten diejenigen aus, die die Delfine mit einem Fisch füttern dürfen. Ich bin nicht sicher, ob ich froh oder traurig sein soll, dass ich nicht ausgewählt wurde. Einen Fisch hätte ich nicht unbedingt halten müssen… Zusammen mit einer anderen aus unserer Gruppe bin ich aber ganz nah an den Delfin rangegangen, als sie ihn gefüttert hat.

Die Pelikane wollen auch gerne Fisch fressen. Daher müssen sie vor der Fütterung von den Delfinen weggelotst werden, damit sie ihnen die Fische nicht vor der Nase wegschnappen. Pelikan, der gerade weglotst wird Die Delfine schwimmen erst in Ufernähe rum. Der hier legt sich auf die Seite, um nach oben zu schauen. Delfin mit Baby Aufstellung zum Füttern Chiara füttert einen Delfin Ich schaue Nadja aus der Nähe beim Füttern zu.

In der Nähe von Monkey Mia sind noch die Stromatolites. Sie sind nicht besonders spannend anzusehen, aber eine der ersten Lebensformen auf der Erde. Die nächste Nacht war an meinem Lieblingsort der Tour, einer Farm, die in der Nähe vom Meer liegt. Mit dem Pickup wurden wir zum Strand gebracht, wo nur die Leute von der Farm waren, also hatten wir den Strand fast für uns. Dort haben wir tolle Muscheln gesehen und das Schwimmen im Meer war sehr angenehm nach dem ganzen Bus fahren. Abends habe ich dann nach dem Essen zum ersten Mal Marshmallows gegrillt.

Stromatolites Auf dem Weg von der Farm zum Strand Strand nur für uns! Muschel am Strand Sonnenuntergang Marshmallow Grillen

Am nächsten Morgen ging es zu dem Ort, auf den ich mich am Meisten gefreut hatte, dem Ningaloo Reef. Es ist das zweitgrößte Riff Australiens nach dem Great Barrier Reef. Und obwohl das noch etwa zehn Mal größer ist, ist auch dieses Riff nicht gerade klein. Am ersten Tag waren wir bei der Coral Bay schnorcheln. Da ich etwas Angst vor den Strömungen hatte, habe ich eine Tour gebucht, um zum äußeren Riff zu kommen. Das stellte sich hinterher als verschwendetes Geld raus. Da Wind vorhergesagt war, fuhren wir mit dem Glasbodenboot gar nicht weit raus, sodass ich auch einfach vom Ufer aus hätte schnorcheln können. Außerdem gab es an den zwei Schnorchelstellen auch nicht viele Fische zu sehen… Wobei eine Sache war doch besonders, ich habe einen kleinen Hai gesehen, als ich schnorcheln war! Abends kamen wir in Exmouth an, wo es einen wunderschönen Sonnenuntergang gab. Schade nur, dass wir den nicht am Meer oder den Pinnacles gesehen haben. Und Vollmond war auch.

Schnorcheln Coral Bay Schnorcheln Coral Bay Schnorcheln Coral Bay Schnorcheln Coral Bay Coral Bay Sonnenuntergang Exmouth Vollmond

Am nächsten Tag fuhren wir dann noch zur Turquoise Bay. Dort waren die Korallen nicht ganz so schön, dafür gab es aber viel mehr verschiedene Fische, einen großen Fischschwarm (Video) und ich habe auch mehrere große Schildkröten gesehen (Video), mit denen ich immer ein Stück geschwommen bin. Die nächste Nacht verbrachten wir nochmal in Exmouth. Der Ort ist schon wieder nördlich des südlichen Wendekreises und wir hatten mittags nochmal über 40°C.

Schnorcheln Turqouise Bay Schnorcheln Turqouise Bay Schnorcheln Turqouise Bay Schnorcheln Turqouise Bay Schnorcheln Turqouise Bay Schnorcheln Turqouise Bay Schnorcheln Turqouise Bay Schnorcheln Turqouise Bay

Die letzten beiden Tage verbrachten wir vor allem mit Fahren. 1300 km mussten wir zurück nach Perth fahren, wofür wir eineinhalb Tage brauchten. Das einzige wofür wir angehalten haben war ein „Thorny Devil“ auf der Straße, den wir uns angeschaut und dann neben die Straße gesetzt haben. Und alle 1-2 Stunden gab es kurze Pausen.

Thorny Devil

Im Moment habe ich Blogtechnisch noch etwas aufzuholen, als nächstes kommt noch ein Beitrag über Perth und dann geht es weiter mit Südostasien.