Berichte von 10/2014

Sonntag, 26.10.2014

Intensiver Tag in Amed

Nach einer weiteren Woche voller Lighting Audit Berichten bin ich zusammen mit meinen Bürokollegen Casey, Puji, Puspita, Julio und Adam nach Amed zum Schnorcheln gefahren. Casey hatte nach den tollen Erlebnissen in Menjangan und mit ihren Eltern in Padang Bai Blut geleckt und vorgeschlagen, wieder schnorcheln zu gehen. Julio war vorher auch schon schnorcheln, für Adam war es hingegen das "erste Mal". Puji und Puspita haben nur die Tour durch die Insel und die Strände genossen, sind aber nicht ins Wasser gegangen (Puji kann nicht schwimmen und Puspita bräuchte einen Ganzkörperanzug).

Fahrt nach Amed

Wir wollten die Tour unkompliziert, günstig und intensiv haben, daher sind wir zusammen auf drei Rollern gefahren. Das Ziel Amed ist zwar ein gutes Stück von Sanur entfernt, aber dort kann man gut direkt vom Strand aus schnorcheln gehen und muss kein Boot mieten. Der erste Teil der Strecke war über eine große Straße, die dann kleiner wurde und irgendwann in die Berge führte. Ich erlebte nun, nach 4,5 Monaten sogar meine erste der berühmt berüchtigten Polizeikontrollen, bei der die korrupten Polizisten versuchen, einem Geld abzuknüpfen (falls euch das mal passiert: Standardpreis ist 50.000Rp = ca. 3€. Ich bin aber zu dem Zeitpunkt gar nicht selber gefahren und Puji hatte einen Führerschein, also war da nichts für sie zu holen. Casey ist mit ihrem internationalen Führerschein auch durchgekommen und Adam, der keinen Führerschein hat (die geltern hier immer nur 5 Jahre oder so), hat sich elegant um die Kontrolle herumgemogelt.

Nach einigen Pausen von wenigen Minuten machten wir nach etwas mehr als zwei Stunden eine größere Pause am Wasserpalast von Tirtagangga. Dort war ich schon mit meiner Mutter und ich wusste, dass er direkt auf dem Weg liegt, von daher bot sich der Ort an. Die anderen fünf fanden den Palast auch sehr schön und wir hatten Spaß dabei, einige Gruppenfotos aufzunehmen. Dann fuhren wir weiter durch die Berge, vorbei an schönen Reisfeldern und durch kleine Orte.

Tirtagangga Tirtagangga Tirtagangga Tirtagangga, v.l.n.r. Julio, Puji, Casey, ich, Puspita Wie viele Leute passen auf eine Platte? Tirtagangga, v.l.n.r. Puji, Casey, Adam, Julio, Puspita, ich Tirtagangga, v.l.n.r. Puji, Casey, Julio, Puspita, ich Tirtagangga, v.l.n.r. Puspita, Puji, Adam, ich, Casey, Julio

Japanisches Schiffswrack

Der erster Schnorchel-Spot war das japanische Schiffswrack, bei dem ich schon zusammen mit meiner Mutter geschnorchelt bin. Wir waren ziemlich froh über die Abkühlung nach der langen Fahrt! Das Wrack ist klein, aber es gibt viele Fische und es war schön, es noch einmal zu sehen. Das Wasser war nicht ganz so klar wie in Menjangan und dementsprechend sind auch die Fotos nicht ganz so schön 

Japanisches Schiffswrack: ich und Casey Kleine Timingprobleme bei Posen: Adam, Julio und Casey Julio erkundet das Japanische Schiffswrack

Tulamben Schiffwrack

Nach dem Mittagessen ging es weiter zum anderen, weitaus bekannteren Schiffswrack in der Region, dem USAT Liberty Schiffswrack in Tulamben. Es stammt wie das japanische Schiffswrack aus dem zweiten Weltkrieg, ist aber deutlich größer, 120m lang. Das Frachtschiff wurde von einem japanischen U-Boot so weit zerstört, dass es nicht mehr weiterfahren konnte und 1942 an den Strand von Tulamben gebracht. 1963 wurde es dann bei dem Ausbruch vom Vulkan Agung ins Wasser geschoben. Nun wachsen dort Korallen und es gibt viele bunte Fische. Es ist auch so ein Ort, bei dem man sich denkt, dass Tauchen sich lohnen würde, aber etwas sieht man auch beim Schnorcheln. Beeindruckend war es auf jeden Fall! Und für 10€ inkl. Fahrt, drei Mahlzeiten und Ausrüstung hätte man bestimmt keine Tauchtour machen können.

Casey schaut durch das Fenster im Schiffswrack der USAT Liberty Fische am Tulamben Schiffswrack Fische am Tulamben Schiffswrack Tulamben Schiffswrack Ich tauche am Tulamben Schiffswrack

Und noch ein Video von mir:

Fahrt zurück

Um kurz nach 16:00 Uhr machten wir uns auf den Rückweg. Zuerst mussten wir die Schnorchelausrüstung am ersten Platz wieder abgeben, dann fuhren wir an der Küste entlang wieder nach Candidasa. Eigentlich wollten wir noch an einen weiteren Strand, aber leider waren wir schon zu spät und es war dunkel. Auf dem Nachtmarkt in Candidasa gab es noch einen Essensstopp und dann ging es über die größeren Straßen zurück nach Sanur. 

Insgesamt war es wirklich ein toller Tag. Am Ende war ich schon recht erschöpft, aber mit einem angenehmen Gefühl. Und auch heute (Sonntag) ist mir noch nicht so richtig nach weiteren Aktivitäten zumute. Die fünf Kollegen, mit denen ich unterwegs war, sind auch sonst die, mit denen ich am meisten zu tun habe. In nur 10 Tagen verlasse ich Bali und ich bin mir sicher, ich werde sie vermissen! Allerdings hält sich das Gefühl mit der Vorfreude auf die nächsten Erlebnisse die Waage 

Foto auf dem Rückweg, v.l.n.r. Puspita, Adam, Julio, Puji, ich, Casey

P.S. Werft auch einen Blick auf die Einträge "Bali Barat Nationalpark" und "Batur Vulkan und Sukawati". Dort gibt es ein paar neue Bilder, dankeschöne Bene und Cece!

Donnerstag, 23.10.2014

Reisfelder

Wirklich viel erlebt habe ich seit dem letzten Wochenende nich nicht (außer dass ich gerade den dritten Bericht in der Woche zu lighting audits schreibe). Aber bald ist meine Zeit auf Bali vorbei und ich bin nun schon seit mehr als vier Monaten hier. Zeit für eine Fotoserie 

Ich habe immer wieder Fotos von Reisfeldern gemacht. Reis ist hier in Bali ja wirklich sehr wichtig. Es gibt ihn zu jeder Mahlzeit und er gehört auch zu jeder Opfergabe. Und daher gibt es auch sehr viele Reisfelder auf der Insel, die ich immer wunderschön finde. Sie sehen aber auch immer wieder anders aus, je nachdem in welchem Wachstumsstatus der Reis ist und ob er gerade gedüngt wurde. Deshalb gibt es hier nun eine Bilderserie von Reis, von den kleinen Pflanzen am Anfang, über die Düngung bis zum (fast) erntereifen Reis.

Reisfeld Bali Reisfeld Bali Reisfeld Bali Reisfeld Bali Reisfeld Bali Reisfeld Bali Reisfeld Bali Reisfeld Bali

Sonntag, 19.10.2014

Vollmond Zeremonie, Serangan und Green School

Vor eineinhalb Wochen habe ich es endlich geschafft, an einem Vollmondtag zum Tempel zu gehen. Vollmond und Neumond sind wichtige Tage für die balinesischen Hinduisten, an denen sie Opfergaben zum Tempel bringen. Die kleinen Opfergaben mit Blumen haben sich am Tempeleingang gestapelt und die Menschen haben risige Körbe zum Tempel getragen. Was ich wirklich sympatisch an den Opfergaben hier finde, ist, dass man sie nach dem Opfern benutzen kann. Wenn man also einen riesigen Berg Obst opfert, kann man ihn nach der Zeremonie aufessen.

Nachdem ich mir das Schauspiel eine Weile von außen angeschaut hatte bin ich zum Meer gefahren, um den Mondaufgang anzuschauen. Auf dem Weg habe ich noch eine große Prozession gesehen, die auf dem Weg zum Tempel war. Und so eine Prozession kann auch schon mal eine Weile eine vierspurige Straße lahm legen.

Tempeleingang mit Opfergaben Die Opfergaben stapeln sich Auf dem Weg zum Tempel Die Frauen tragen immer alles Auch die Kleinen kommen mit Und zurück nach Hause, im Damensitz mit kunstvoll gestapelten Früchten. Die können jetzt zu Hause gegessen werden. Der Roller ist voll, aber ich habe auch schon welche mit vier Personen gesehen. Allerdings dann nicht mit Damensitz. Schicker Roller! Prozession auf der vierspurigen Straße Die Autos warten schon

Mondfinsternis

An dem Tag war nicht nur Vollmond, sondern auch noch absolute Mondfinsternis. Leider war es recht bewölkt, sodass man den Mond nur manchmal gesehen hat, aber dann war er für etwa eine Stunde rot, da die Erde ihren Schatten auf ihn geworfen hat. Ich habe mir das Schauspiel mit anderen Leuten aus dem Büro angeschaut.

Strand bei Sonnenuntergang Mondfinsternis (leider hatte ich kein Stativ dabei, aber immerhin seht man, dass der Mond rot ist)

Wochenende

Letzes Wochenende durfte ich dann auch mal ausprobieren, wie sich der Berühmte "Bali Belly" anfühlt und hatte einen Tag lang Durchfall vom Feinsten. Sonntag habe ich es dann zumindest noch an einem Tag geschafft etwas zu unternehmen und habe mir in Ubud Stoff für ein Kleid gekauft, das ich mir schneidern lassen will.

Balinale

Die ganze letzte Woche fand hier die "Balinale" statt. Dabei wurden in einem Kino in Kuta Filme aus verschiedenen Ländern der Welt gezeigt. Zusammen mit Puji habe ich mir den Film "The Contract - A Balinese Love Story" angeschaut. Der Film war wirklich toll, er handelte von einem Amerikaner, der sich in eine balinesische Frau verliebt und diese heiraten möchte. Das mit der Heirat ist aber nicht so einfach, weil sie erst 22 ist, aber bis sie 27 ist die Zustimmung ihres Vaters braucht. Der möchte nicht, dass sie einen Ausländer heiratet. Es ist wirklich kompliziert bis sie heiraten, und nachdem sie in die USA umgezogen sind wird es nicht unbedingt einfacher für die balinesische Frau, die bis dahin immer auf Bali gelebt hat.

Der Film wurde nicht von Schauspielern gespielt sondern zeigt die wahre Geschichte von den beiden, da der Amerikaner immer alles gefilmt hat. Dadurch ist der Film so toll, weil alle Szenen wirklich echt sind und man so einen sehr guten Einblick in die Kultur bekommt. Am Liebsten würde ich den Film allen Leuten zeigen, aber ich glaube nicht, dass er verkauft wird, der war schon sehr privat. 

Schildkröten auf Serangan

Dieses Wochenende war ich dann mit Casey und Puji endlich auf Serangan, einer Halbinsel hier ganz in der Nähe. Serangan ist auch so ein Beispiel für eine richtig schlechte Tourismusentwicklung. Früher war es keine Halbinsel, sonder eine richtige Insel und sie war berühmt, weil Schilkröten dort ihre Eier ablegten und man so tausende kleine Schildkröten beim Schlüpfen und dem anschließenden Rennen ins Meer beobachten konnte. Die Schildkröten sind auf Bali inzwischen bedroht, da viele Strände sich nicht mehr zum Eier legen eignen und sie gejagt werden (Schilkröten und ihre Eier sind eine beliebte Delikatesse und werden auch bei Zeremonien verwendet und er Schildplatt ist auch beliebt).

Auf Serangan kam noch mehr dazu. Irgendein Investor wollte Geld machen und dachte sich, Serangan wäre doch ein schöner Standort für ein riesiges Touristenresort. Leider war nicht genug Platz für die großen Pläne, dadurch wurde Land gewonnen und Sand auf die Korallenriffe geschüttet. Die Bevplkerung wehte sich nicht groß, da dies Arbeitsplätze bedeutete. Der Investor kam dann aber ins Gefängnis und so hörte die Investition auf, noch bevor irgendein Hotel gebaut wurde. Große Teile des Ökosystems sind jetzt also zerstört, die Haupttouristenattraktion (Schildkröten) weitestgehend verschwunden und somit kommen nun statt der geplanten Massen nur noch sehr wenige Touristen.

Inzwischen hat man gemerkt, dass es ein Problem ist, keine Schildkröten mehr zu haben. Daher wurde mit Hilfe mehrerer Naturschutzorganisationen ein Schildkrötenschutzzentrum gebaut, in dem Schilkröten geschützt schlüpfen und etwas wachsen können, bevor sie ins Meer freigelassen werden. Außerdem gibt es dort ein Rehabilitationszentrum für verletzte Schilkröten. In dem Becken mit den verletzten Schildkröten war eine Riesenschildkröte mit einem Panzer, der bestimmt einen halben Meter lang war. Irgendwie war es lustig zu sehen, wie die Schildkröten an die Oberfläche geschwommen sind, um schnaufend zu atmen. Außerdem haben wir einige Babyschildkröten gesehen.

große Schildkröten im Becken Riesenschildkröte bei Casey und Puji Atmen Baby Schildkröten

Sonnenuntergang

Danach sind wir noch etwas auf der Insel rumgefahren. Zuerst sind wir an einem Strand gelandet, wo nur Einheimische waren, die dort gebadet haben. Die Ruhe war echt super und das Meer hatte dort auch keine Wellen und Strömungen. Hinfahren konnte man dort über kleine sandige Wege, etwas abenteuerlich war das schon mit unseren Rollern. Am Stran stand noch ein Baum, an dem man genau sehen konnte, was der Maximalstand des Wassers ist, da er bis auf eine bestimmte Höhe mit Meeresgewächsen voll war.

Die Abenteuerlust hatte uns gepackt und die Sonne ging schon fast unter, also fuhren wir noch in Richtung Sonnenuntergang. Wir fanden einen absolut einsamen Strand mit schönem Blick und schauten der Sonne beim Versinken hinter den Wolken zu. Wir saßen auf großen, schwarzen Steinen und waren kurz davor, uns den Po zu verbrennen, so heiß waren die noch. Es hat sich so angefühlt, als ob die noch genug Energie für die ganze Nacht gespeichert hätten. Bis die Sonne endgültig hinter den Wolken war, war es ein sehr schöner Sonnenuntergang. Allerdings war es sehr schade, das der schöne Strand mal wieder total zugemüllt war.

Casey ist noch zum Meer gegangen und hat dort einige schöne Muscheln gefunden. Als sie die auf die Felsen gesetzt hat, wo wir saßen, habe die sich auf einmal angefangen zu bewegen, sie waren bewohnt! Also haben wir sie schnell wieder zurück ins Wasser gesetzt. Aber der Krebs mit dem blauen Augen war schon ziemlich cool.

Baum am Strand, Puji und ich Sonnenuntergang, im Vordergrund Müll SonnenuntergangCasey hat sich eine besonders ruhige Stelle zum Betrachten des Sonnenuntergangs gesucht Und sie hat schöne Muscheln gefunden die sich dann auf einmal bewegen (Puji: Krebs mit blauen Augen

Bali Green School

Heute (Sonntag) war ich dann noch mit Casey bei der Green School in Bali. Die Fahrt dorthin war schon ziemlich cool, wir sind an vielen Reisfeldern vorbeigefahren. Irgendwann sind wir dann sehr nah an die Schule gekommen, aber dann ging es nicht weiter. Uns wurde dann gezeigt, wohin wir fahren mussten. Es ging steil bergab bis zu einer Brücke, die nur so breit wie ein Roller ist. Dann ging es wieder steil bergauf. War abenteuerlicher als gedacht 

Bei der Green School hatten wir dann eine Führung von zwei Elftklässlern. Die Schule verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz und das Schulprogramm klang wirklich toll. Besonders die Projekte der einzelnen Jahrgänge klangen toll, so hat eine siebte Klasse zum Beispiel eine Hängebrücke aus Bambus gebaut (ca. 15m) und eine achte Klasse ein System, mit dem Wasser aus dem Boden gepumpt und gefiltert wird, sodass es dann auf dem ganzen Schulgelände genutzt werden kann. Außerdem hat die Schule ein Projekt zum Schutz des Bali Stars. Das ist ein Vogel der nur auf Bali vorkommt und auf dem Schwarzmarkt sehr beliebt ist. Daher ist er fast ausgestorben. In der Region hatten sie nur noch zwei Vogel Paare, die sie gefangen haben, um sie sich vermehren zu lassen. Das hat ganz gut geklappt bisher, denn nun haben sie schon 15 Paare, von denen mehrere auch wieder ausgewildert wurden. Einen habe ich sogar tatsächlich draußen rumfliegen sehen 

Die Architektur der Schule ist auch wirklich toll. Fast alle Gebäude sind komplett aus Bambus gebaut und das teilweise mehrere Stockwerke hoch. Auch die Möbel bestehen aus Bambus. Und eine richtig tolle Bambusbrücke gibt es auch über der Fluss. Die Bambus Fabrik, wo die Gebäude entworfen und der Bambus produziert werden habe ich leider nicht besichtigt, weil die Führung sehr teuer war. Das Geld für die Führung der Schule wird immerhin für Stipendien für indonesische Schüler verwendet. Das Schulgeld ist auch zwischen 7000 US$ (Kindergarten) und 14000 US$ (Highschool), das ist sehr teuer für hiesige Verhältnisse. Für die indonesischen Familien sind denke ich die 1% Schulgeld, die sie mit Stipendium noch zahlen müssen, immer noch nicht wenig.

Die Energiegewinnung ist auch recht beeindruckend. Mit einer Solaranlage auf selbst entworfenen Ständern wird momentan 50% der benötigten Elektrizität erzeugt. Außerdem wird bald noch eine Turbine zur Erzeugung von Strom aus Wasserkraft installiert, mit der dann mehr als 100% des Strombedarfs gedeckt werden kann. Der überschüssige Strom geht dann an die Menschen, die in der Umgebung wohnen.

Casey auf dem Weg zur Green School Bambusgebäude Großer Mineralstein, an einer Stelle mit viel Energiefluss aufgestellt Garten der Green School Bambusbrücke Bambusmöbel im Klassenzimmer Solaranlage Bambusgebäude

Kuta

Nach der Besichtigung bin ich noch nach Kuta gefahren, um mir den Sonnenuntergang anzuschauen. Es war mein erster Sonnenuntergang dort und es war sehr, sehr voll. Da sind wirklich Unmengen an Touristen. Ich durfte auch mal wieder Fotos mit Indonesiern machen, für die ich anscheinend trotz tausender weißer Touristen um sie herum eine Attraktion war. Leider war es sehr bewölkt, sodass der Sonnenuntergang nicht soo toll war.

Sonnenuntergang am Strand von Kuta

 Projekt zur Tourismusentwicklung

Wo ich schon bei den misslungenen Projekten der Tourismusentwicklung war, hier in Bali gibt es gerade wieder riesige Pläne. Und zwar soll eine riesige Fläche Land im Osten vom Flughafen gewonnen werden, um darauf ein Disneyland und alles mögliche andere zu bauen. Dadurch wird man ein Mangrovengebiet und somit die Lebensgrundlage vieler Tiere und Fischer zerstören. Und eigentlich ist Bali eh schon von Touristen überlaufen und wenn man noch irgendetwas entwickeln sollte, dann nicht gerade den Süden der Insel wo jetzt schon 90% der Touristen sind.

Um es noch etwas schlimmer zu machen sind die Investoren alle keine Balinesen, sie kommen aus größtenteils aus Java und wollen hier Geld verdienen, indem sie die Natur zerstören. Aber auf sie hat das ja auch keine Auswirkungen.

Wie ihr sehen könnt, finde ich das Projekt ziemlich uncool, und so sehen das auch die meisten Balinesen. Hier gibt es momentan große Kampagnen gegen das Projekt, und ich hoffe, dass die Balinesen es schaffen, gegen die großen Mächte aus Java anzukommen. Wenn ihr die Kampangne gegen die Landgewinnung unterstützen wollt, könnt ihr zum Beispiel diese Petition unterschreiben oder einfach mit Hilfe von google translate die Internetseite der Kampagne anschauen.

Dienstag, 07.10.2014

Batur Vulkan und Sukawati

Die Hälfte ist rum! Vor knapp vier Monaten bin ich losgeflogen, in knapp vier Monaten komme ich zurück nach Deutschland. Mein Praktikum ist allerdings schon in einem Monat vorbei und somit ist das Ende nun wirklich in Sicht. Meine Besucher sind alle wieder weg, sie waren die letzten und haben daher auch einen Teil meiner Sachen mitgenommen, die ich nicht zum Reisen brauche. Beim Packen und Aussortieren haben somit meine Reisevorbereitungen auch schon richtig angefangen und ich komme langsam in Aufbruchstimmung.

In Bali wurde für mich heute Morgen die Regenzeit eingeläutet, zum ersten Mal seit langem hat es wieder geregnet. Ich kann mich an den letzten Regen schon gar nicht mehr erinnern, daher habe ich mal nachgeschaut. Fast genau zwei Monate ist es her, dass es zum letzten Mal ein paar Milimeter geregnet hat, der letzte stärkere Regen ist schon drei Monate her.

Niederschlag in Denpasar

Jetzt merkt man auch wirklich den Unterschied zwischen "Winter" und "Sommer". Da Bali auf der Südhalbkugel liegt, fängt nun quasi der Sommer an. Im Moment steht die Sonne fast im Zenit und brennt mittags wirklich richtig auf der Haut. Man merkt wirklich, wie stark die Sonnenstrahlung ist.

DIe Berge im Norden

Sonja und Marcus sind schon am Donnerstag wieder aus Bali weggeflogen, mit Cece und Bene habe ich noch einen Teil des Wochenendes verbracht, bevor auch sie am Montag zurück geflogen sind. Am Freitag nach der Arbeit sind wir zusammen mit meinen indonesischen Kollegen Puji und Adam in den Norden gefahren, wo wir unseren anderen Kollegen Dan besucht haben, der dort am Batur See mit seiner Frau und seinen beiden Kindern lebt. Seine Frau ist Halbindonesierin und hat dort schon in ihrer Kindheit gelebt, jetzt haben sie dort ein Haus gebaut.

Da Adam auch mit indonesischem Verkehr gut zurecht kommt, konnten wir ein Auto mieten. Die Fahrt war recht spannend, vor allem als wir in die Straße zum Haus eingebogen sind, wo man quasi durch das Gebüsch fahren musste. Abends kochten wir dann noch, und dann gingen wir auch schlafen, denn am nächsten Morgen wollten wir zum Sonnenaufgang auf den Batur Vulkan steigen.

Der Weg zu Dans Haus

Batur Vulkan

Morgens um 3 Uhr standen wir auf, machten und fertig und fuhren zum Vulkan. Wir hatten recht wenig Lust, einen überteuerten Guide zu bezahlen und hatten von Dan die GPS Daten mit dem Weg bekommen. Allerdings erwies es sich als schwierig, das durchzusetzen, die Guides dort sind alle organisiert und miteinander vernetzt und spürten uns recht bald auf. Ende der Geschichte war, dass wir doch bezahlen mussten... Puji und Adam haben es leider nicht bis zur Spitze geschafft, da Puji schon am Anfang Kreislaufprobleme bekommen hatte.

Leider waren wir durch sehr viele Verzögerungen etwas spät dran und schafften es gerade bis zur Spitze, als die Sonne hinter dem Berg auftauchte. Während man die Sterne und die erste Morgenröte gesehen hatte, waren wir leider noch dabei, den Berg hinaufzuschnaufen und die Sterne dort waren wirklich der Wahnsinn! Es war trotzdem ganz schön, aber etwas schade, dass sich die Anstrengung nicht noch mehr gelohnt hatte.

Batur Vulkan (Foto: Benedikt) Der Vulkan von oben Sonnenaufgang Cece und ich nach dem Aufstieg auf den Batur Vulkan (Foto: Benedikt)Sonnenaufgang Sonnenaufgang Sonnenaufgang Sonnenaufgang  Geschafft! (Cece) Eier kochen im Batur Vulkan

Dans Haus

Danach ging es zurück zu Dans Haus, wo wir gefrühstückt, mit seinen Kindern gespielt und das Haus besichtigt haben. Das Haus hat seine Frau, die Architektin ist, selber geplant und er hat die ganzen Installationen geplant und ausgeführt. Das Haus besteht aus drei Gebäuden mit je einem Raum. Dan und seine Frau sind beide sehr an grünem Bauen interessiert und so ist das Dach von dem einen Gebäude bewachsen, der Strom wird teilweise durch eine Photovoltaikanlage erzeugt, das Wasser kommt zum Teil aus dem See und zum Teil ist es Regenwasser. Außerdem wir das Wasser wieder aufbereitet und nochmal genutzt. Die Toilette ist eine Trockenkomposttoilette, das heißt sie ist quasi ein Plumpsklo und nachdem man sie benutzt hat kippt man noch etwas Mulch hinterher, dann wird das ein halbes Jahr kompsotiert und für den Garten benutzt. Die Toilette braucht so gar kein Wasser. Der Urin wird separat abgefangen und zum Düngen benutzt.

Im Garten laufen Hühner frei rum und eine Kuh gibt es auch (die leider wie hier üblich nicht rumlaufen darf, sondern nur rumsteht und ihr Fressen gebracht bekommt). Im Garten wird dann sehr viel Gemüse angebaut, der frische Zitronengrastee war sehr lecker. Insgesamt waren die ganzen Technologien ziemlich beeindruckend und auch, dass sie alles mit Hilfe von Freunden selber gebaut hatten.

Schlafhaus mit Photovoltaikanlage Gründach mit Wassertank Trockenkomposttoilette Regenwassertank Dan und seine FamilieDans Familie, Puji, Bene, Adam, Cece und ich

Sukawati

Am Sonntag war ich vormittags zusammen mit Casey, Julio und Puji in Sukawati, ca 15km von hier, auf dem Markt. Er ist bekannt dafür, besonders günstig zu sein und tatsächlich habe ich für 8,50€ auch eine kurze Hose, zwei Sarongs, eine Kette und ein paar Ohrringe gekauft. Aus den Sarongs möchte ich mir etwas schneidern lassen, mal schauen, ob das klappt. Der Markt war sehr lebhaft und das Handeln etwas verrückt. Ich wäre am Anfang nie darauf gekommen, dass man etwas auf ein Drittel des Preises runterhandeln kann. Ein Teil des Markts hatte hauptsächlich Souveniers und war dementsprechend eher für Touristen gemacht, aber in dem Teil mit der Kleidung waren hauptsächlich Indonesier einkaufen.

Markttreiben Markt typischer Anblick: balinesische Frau mit Ware auf dem Kopf Anpreisen der Ware Hier sieht man, wie die Ware von fliegenden Händlern auf den Markt kommt