Berichte von 07/2014

Mittwoch, 30.07.2014

Borobudur

Yogyakarta

Jakarta ist zwar die Hauptstadt Indonesiens und liegt auch auf Jawa, aber Yogyakarta hat kulturell deutlich mehr zu bieten. Außerdem sind in der Nähe zwei große, alte Tempel, Borobudur und Prambanan, die ich unbedingt besichtigen wollte. Von daher stand von Anfang an fest, dass ich während des halben Jahrs in Indonesien einmal nach Jogja, wie die Stadt genannt wird, will. Jetzt haben alle im Büro eine Woche frei und die Indonesier fahren zum Feiern des Ramadan-Endes zu ihren Familien, während die Ausländer aus dem Büro alle Urlaub machen.

Dass ich gerade jetzt nach Jogja gefahren bin liegt an Puji. Ich möchte gerne die Chance nutzen, Puji und Puspita bei sich in ihren Städten zu besuchen um etwas Insiderwissen abzugreifen und nette Gesellschaft zu haben. Puspitas Praktikum endet Ende November, sodass ich vorhabe sie in meiner letzten Woche in Indonesien Anfang Dezember in Bandung zu besuchen. Puji, die aus einem Dorf bei Yogyakarta kommt, fährt das nächste Mal wahrscheinlich erst wieder über Weihnachten nach Hause, sodass diese Woche meine letzte Chance war, sie zu besuchen. Und deshalb habe ich spontan vor einer Woche beschlossen, diese Chance zu nutzen :)

Fahrt/Flug

Das Buchen des Tickets war eigentlich ganz einfach. Es gab zwei Flüge, einen um 7:00 Uhr, einen um 8:00 Uhr. Als ich buchen wollte, haben beide gleich viel gekostet, sodass ich den um 8:00 Uhr nehmen wollte. Aus verschiedenen Gründen habe ich aber doch drei Anläufe gebraucht, bis die Buchung geklappt hat. Und als die Bestätigungs E-Mail kam stellte ich dann fest, dass ich den Flug um 7:00 Uhr gebucht hatte. Also musste ich früh aufstehen, dafür war überhaupt kein Verkehr auf der Straße.

Der Flughafen in Denpasar war für mich sehr seltsam beim einchecken. Erst wurde das ganze Gepäck durchleuchtet, bevor man überhaupt zum Einchecken kam. Wenn nicht die anderen Leute auch teilweise große Koffer dabei gehabt hätten, hätte ich gedacht, dass ich den Check In verpasst habe. Das Einchecken ging dann ohne Laufband, danach war nochmal eine Gepäckkontrolle. Dabei ging man auch durch eine Sicherheitskontrolle und wenn es gepiept hat, wurde an jedem Bei einmal von der Hüfte bis zum Knie mit dem manuellen Scanner getestet, ob Metall da war. Das war es dann aber auch. Ich bin ja mal gespannt, auf den internationalen Rückflug, wie das da läuft.

Auf Bali war der Verkehr noch schön ruhig gewesen, doch das änderte sich schon im Anflug auf Jogja. Wir flogen unglaubliche 30min Kreise über die Stadt, da der Flughafen gerade so voll war. Als wir dann endlich landen konnten, stellten wir uns gleich in den nächsten Stau, da die Flugzeuge so lange Schlange zum Abflug standen, dass wir warten mussten, bis ein paar losgeflogen waren, um zum Flugzeugparkplatz zu kommen. Insgesamt dauerte der Flug dann statt 1:10h fast zwei Stunden. Ich war nur froh, dass Air Asia nicht wie ihr europäisches Pendant Ryanair schon öfters mit knapp Treibstoff unterwegs war.

Am Flughafen in Jogja merkte man dann auch, dass Feiertag war. Die Busse fuhren nicht, Taxis waren am Flughafen überteuert und der Zug in die Stadt auch nicht gerade billig. Auf der Suche nach einer günstigen Möglichkeit in die Stadt zu kommen traf ich erst eine Österreicherin und dann noch zwei Spanier sodass wir uns am Ende ein Taxi teilten, das wir vor dem Flughafen deutlich billiger fanden als auf dem Gelände. Die Österreicherin wollte eigentlich nur schnell in einem Hostel einchecken und dann mit mir nach Borobudur fahren. Hostels waren aber extrem schwer zu finden, die meisten waren ausgebucht und die anderen waren teuer. So suchten wir relativ lange und am Ende entschloss sie sich, doch am nächsten Tag eine Tour zu buchen, um früher am Tag am Tempel zu sein, wenn es noch nicht so voll ist.

Fahrt nach Borobudur

Um die Unterkunft musste ich mir keine Sorgen machen, die hatte ich in Borobudur reserviert. Allerdings war es schwierig, günstig dorthin zu kommen, da die öffentlichen Stadtbusse nicht fuhren. Ganz hatte ich die Hoffnung noch nicht aufgegeben, deshalb lief ich in Richtung des Busses, der zu dem Busterminal Richtung Borobudur fahren sollte. Von Bussen war jedoch nichts zu sehen und die Bushaltestellen waren abgesperrt. Hartnäckig und leicht genervt wehrte ich mich gegen alle mir angebotenen Transportmöglichkeiten, ein Roller wäre aber auch unpraktisch gewesen mit zwei Rucksäcken. Meine Beine und mein Rücken taten nach gut 2km langsam weh, als ein Minibus anhielt, der mich günstig zum Terminal mitnahm. Dort hieß es dann warten. Ein Bus war zwar schon da, aber die fahren erst los, wenn sie halbwegs voll sind. Zuerst war ich mit nur einer anderen Frau in dem Bus, dann kam ein größerer Bus, in dem schon mehr Leute waren. Nach einer guten halben Stunde ging es dann mit dem anderen Bus los.

Der Bus war schon ziemlich klapprig, was den Busfahrer aber nicht davon abhielt, zu rasen, im Stau auf dem Seitenstreifen über Geröll zu fahren und auf der Gegenfahrbahn aus meiner Sicht riskante Überholmanöver zu starten, wobei die Autos auf der Gegenfahrbahn zum Glück auch nicht viel Lust auf einen Unfall hatten und im Zweifel etwas abbremsten. Der Bus hat es überlebt und wir auch. In Borobudur nahm ich dann ein Becak, ein Fahrradtaxi zum Hotel. Ich hatte keine Lust mehr auf Laufen, dazu trug auch der Muskelkater vom Treppensteigen am Vortag bei (Secret Beach).

Busfahrt nach Borobudur: Während der Fahrer so schnell wie möglich fährt, ist der Schaffner an der Tür auf der Suche nach neuen Fahrgästen

Borobudur

Der Ort Borobudur, in dem der Tempel Borobudur liegt, ist klein und war am Montag absolut ruhig. Da ein wichtiger muslimischer Feiertag war, waren eigentlich alle Geschäfte geschlossen und in der Stadt absolut tote Hose. Ich hatte schon Probleme etwas zu essen zu finden. Nachdem ich das geschafft hatte, fand ich den Eingang zum Borobudur und da war absolut nicht tote Hose, sondern super viele geöffnete Geschäfte. Hätte man sich auch denken können. Um 20:00 Uhr bin ich schon ins Bett gegangen, da ich am nächsten Tag zum Sonnenaufgang zum Tempel wollte.

Borobudur Tempel

Um 3:40 Uhr klingelte der Wecker, wobei es immerhin 4:40 Uhr in Bali war, also fast die selbe Zeit, zu der ich am Tag vorher aufgestanden bin. Nach einer kurzen Katzenwäsche (zu mehr war es mir zu kalt) ging ich los zum Hotel, das als einziges die überteuerten Tickets für den Sonnenaufgang verkauft (25€, und das in Indonesien). Etwa 50 Leute waren wir dann, die um 4:30 mit Sarong und Taschenlampe ausgestattet losgingen. Das Wetter war super, der Himmel absolut klar, sodass man die Sterne sehen konnte. Als ich vor Borobudur stand war ich sehr beeindruckt von der Größe. Dann kleterte ich die Stufen hinauf. Die Atmosphäre war toll, es war dunkel bis auf die Sterne und ein paar andere Lichter und aus allen Richtungen hörte man die Gebete aus den Moscheen.

Sternenhimmel über dem Tempel Borobudur

Am Anfang konnte man den Sonnenaufgang noch nicht mit bloßen Augen sehen, aber mit einer langen Belichtungszeit der Kamera sah man schon einen orangenen Schimmer auf dem Foto. Pünktlich zum Sonnenaufgang zog sich alles zu, es war nun wolkig und nebelig. Bis 6:00 Uhr waren wir noch alleine auf dem Tempel, dann durften auch Besucher mit dem normalen Ticket rein. Trotzdem blieb es noch bis nach 8:00 Uhr ziemlich ruhig. Danach setzte ich mich auf eine Bank in den Schatten mit Blick auf den Tempel und genoss die Ruhe zum Lesen. Als ich gegen 10:00 Uhr aufbrach, war schon ziemlich viel los. Danach erholte ich mich und meine Beine erst mal von den Strapazen im Hotel.

Sonnenaufgang Sonnenaufgang Sonnenaufgang Nebel Nebel ich tolle Stimmung Borobudur Tempel Borobudur Tempel Borobudur Tempel Borobudur Tempel ich vor dem Borobudur Tempel es wird voller es wird voller es wird voller

Nachmittags ging ich dann noch zum Tempel im Nachbarort Menduti, der etwa 4km entfernt ist. Der war ganz nett, aber ziemlich klein. Die Buddha Statuen im Inneren sind wohl das Besondere. Am Vormittag hatte ich mich noch ganz um das fotografiert werden herumgemogelt, da ich nicht mehr auf dem Tempel war, als die indonesischen Touristen kamen. In Menduti hatte ich dann aber doch die erste Bitte nach einem Foto von drei jungen Indonesiern, die erst auf meinem Foto posiert und dann mich nach einem gemeinsamen Foto gefragt haben.

Menduti Tempel mit den Indonesiern, die ein Foto mit mir wollten Buddha im Menduti Tempel

Setumbu Hill

Ich bin etwas verrückt nach Sonnenaufgängen, daher habe ich zwei Nächte in Borobudur gebucht, um die Sonne noch einmal über dem Tempel von einem Hügel in der Nähe aus aufgehen zu sehen. Nach einigem Suchen habe ich einen Fahrer für die Fahrt dorthin gefunden, der nicht völlig überteuert war. 4km kann man auch laufen, aber das muss ich nicht nachts machen, das habe ich erst auf dem Rückweg gemacht :).

Um 4:30 Uhr wurde ich abgeholt, und so war ich eine der ersten auf dem Hügel. Es stellte sich heraus, dass das auch ganz gut war: Wäre ich 15min später gekommen, hätte ich keinen Platz mehr in der ersten Reihe gehabt. Am Anfang war es noch bis auf die Lichter der umliegenden Orte und die Sterne dunkel, in der nächsten Stunde wurde es dann immer heller. Bevor die Sonne tatsäclich zu sehen war, war es schon taghell. Und dann sah man, wie sie zwischen den beiden Bergen aufging. Dabei war der Himmel in orange/rosa gefärbt, an den beiden Bergen bildete sich ein blaues V. Einer der beiden Berge ist übrigens der Vulkan Merapi, der zuletzt 2010 ausgebrochen ist.

Sterne über Borobudur Sonnenaufgang Sonnenaufgang, Borobudur unten rechts Sonnenaufgang, Borobudur rechts Sonnenaufgang Die Sonne geht zwischen den Bergen auf: V-förmige blaue Strahlen Die Sonne geht zwischen den Bergen auf: V-förmige Strahlen

Mit dem Sonnenaufgang bildete sich auch wieder Nebel, in dem der Tempel Borobudur fast verschwand. Ich habe noch etwa eine halbe Stunde gewartet, ob der Nebel wieder weggeht, dann habe ich aber doch aufgegeben und bin zurückgelaufen. Der Weg dauerte etwa 45 Minuten und ging mal wieder auf die Beine. Trotzdem war es nett, durch die Dörfer zu laufen, wo ich von vielen Leuten gegrüßt und mir erstaunlich selten Transport angeboten wurde. Außerdem sah ich mehrere schöne Reisfelder auf dem Weg.

Nebel über Borobudur Nebel über Borobudur Nebel über Borobudur Reisfeld

Zurück nach Yogyakarta

Zurück im Hotel gab es dann Frühstück, dann habe ich ausgecheckt und mich auf den Rückweg gemacht. Inzwischen wusste ich ja zumindest, wie die Busfahrt abläuft, allerdings war der Bus diesmal zwischendrin immer wieder komplett voll, inklusive der Stehplätze und ich war auch nicht die einzige Ausländerin. Es zog sich natürlich trotzdem bis ich da war, und dann war ich froh, endlich mein Zeug wieder loszuwerden und zu duschen. Das Hotel in Borobudur war nicht so der Knaller, nicht gerade billig, aber feucht/ schimmelig/ muffig und nur mit kaltem Wasser, sodass ich da nicht so Lust auf ausgiebiges Duschen mit Haare waschen hatte. Das Hostel in Jogja ist groß, ich schlafe im 6-Bett Zimmer, aber es ist gut organisiert und ich fühle mich deutlich wohler.

Zum Abschluss noch eine Erfahrung, die ich an meinen drei Tagen in Borobudur gemacht habe. Ich denke, der perfekte Tag im Jahr um Borobudur zu besuchen ist der erste Tag von Idul Fitri. Selbst nachmittags war es da noch ziemlich leer im Ort, sodass nicht sonderlich viele Leute den Tempel besichtigt haben können. Am zweiten Tag von Idul Fitri hatte ich das Gefühl, dass die Leute auch tendenziell noch etwas später gekommen sind, sodass man bis kurz vor 10:00 Uhr noch halbwegs seine Ruhe hatte. Am Mittwoch (erster Tag nach den Feiertagen) wurde es dann wie erwartet deutlich voller, sodass auch schon vormittags die Hölle im Ort los war.

 

Sonntag, 27.07.2014

Strände in Süd-Bali

 Schon wieder ist eine Woche rum und in der Woche bin ich besonders viel Roller gefahren. Der Grund dafür war ironischerweise der Rollerunfall von Laura, meiner Nachbarin. Sie ist am Montag auf dem Weg zur Arbeit mit einer anderen Fahrerin zusammengekracht und hat sich dabei an der Schulter einen Knochen gebrochen und sich eine ordentliche Gehirnerschütterung zugezogen. Ramona hat sie jeden Tag besucht und ich bin öfter mitgekommen und habe sie gefahren. Leider weiß keiner wirklich was genau passiert ist, Laura selbst erinnert sich nicht an den Unfall und hatte auch am Anfang etwas Probleme mit dem Kurzzeitgedächtnis. Trotzdem habe ich eigentlich nicht das Gefühl, dass es so gefährlich ist, hier zu fahren. Laura war wohl etwas in Eile und das ist hier auf der Straße glaube ich keine gute Idee, denn man muss schon immer genau darauf achten, was die anderen Verkehrsteilnehmer machen.

Soweit ich weiß, gibt es im Straßenverkehr hier keine Regeln, zumindest keine an die sich jemand hält. Auch wenn ich es kaum glauben kann, wurde mir gesagt, dass es nirgendwo eine Geschwindigkeitsbegrenzung gibt, außer an wenigen Stellen wo ein Schild steht. Die Geschwindigkeit regelt sich allerdings auch halbwegs von selbst, da tagsüber immer super viel Verkehr ist. Eingezeichnet sind auf der Überlandstraße zwei Spuren, genutzt werden allerdings 3-4 (2 oder 3 Autos, 1 oder 2 Roller). Wenn der Verkehr läuft, wird links etwa ein Meter Platz gelassen, wo die Roller fahren. 95% der Fahrer lassen dort auch beim Stehen Platz, sodass die Roller dann alle Autos überholen und sich vorne einreihen. Beim Überholen wird oft gehupt, um den anderen auf sich aufmerksam zu machen, was die Lautstärke der Autos nicht besser macht. Etwas unübersichtlich wird es teilweise an den Ampeln, wenn zwei gegenüberliegende Richtungen gleichzeitig grün haben. Dann kommen sich die Fahrzeuge, die aus einer Richtung geradeaus fahren mit den Rechtsabbiegern von der anderen Richtung in die Quere. Dabei ist es nicht so wie in Deutschland, dass die Rechtsabbieger (in Deutschland äquivalent zu Linksabbiegern) warten, bis die Gegenrichtung gefahren ist, sondern man schlängelt sich irgendwie aneinander vorbei. Wir vermuten, dass Lauras Unfall passiert ist, als das einmal nicht geklappt hat. Jetzt fahre ich über solche Kreuzungen noch vorsichtiger.

Arbeit

Die Arbeitswoche war relativ entspannt, sodass ich gut mit dem Kurs zu Energiesimulationen weiterkam, mir fehlt jetzt nur noch das letzte Kapitel. Die nächste Woche ist nun frei, da wir zwei Feiertage zum Ende des Ramadan haben (Idul Fitri) und die Firma uns drei weitere Arbeitstage Urlaub schenkt. Daher fahre ich nun von Montag bis Sonntag nach Yogyakarta. Auch wenn ich nicht so viel über die Arbeit berichte, heißt das nicht, dass ich nicht arbeite. 35h/Woche sind es schon. Mir wurde gesagt, dass es so rüberkommt, als ob ich nur Urlaub mache. Naja, ein Bisschen wie Urlaub fühlt es sich auch schon an 

Seminyak und Jimbaran

Am Wochenende war ich zusammen mit Ramona und am Sonntag auch mit Tobi an den Stränden im Süden Balis unterwegs. Am Samstag waren wir zuerst in Seminyak, im Norden von der Partyhochburg Kuta. Die Strände von Kuta, Legian und Seminyak gehen ineinander über, aber in Richtung Norden wird es immer ruhiger. Der Strand war auch deutlich weniger überlaufen als der von Kuta und es gab viele nette kleine Geschäfte in dem Ort. Zum in der Sonne liegen ist der Strand ideal, zum Surfen ging es augenscheinlich auch ganz gut, aber zum Schwimmen war er absolut ungeeignet. Ramona und ich sind beide einmal kurz eingetaucht, aber die Strömung war echt heftig. So etwas habe ich noch nie gespürt, selbst wenn man nur knapp hüfthoch im Wasser stand, hat es einem schon die Beine weggezogen und man musste sich anstrengen, stehen zu bleiben.

Abends sind wir dann noch nach Jimbaran gefahren, um dort den Sonnenuntergang anzuschauen. Wir saßen gemütlich auf Sitzsäcken und haben uns dabei entspannt. Der Strand war ganz nett, auch nicht so überlaufen und viele einheimische Kinder haben dort gespielt.

Sonnenuntergang Jimbaran Sonnenuntergang Jimbaran Sonnenuntergang Jimbaran

Uluwatu Strände

Am Sonntag sind wir dann in Richtung Uluwatu gefahren, einem Tempel der auf den Klippen auf der südlichen Halbinsel von Bali liegt. Tobi ist mit uns gefahren und hat uns zuerst einen schönen Strand gezeigt. Der lag ziemlich versteckt, man musste in einen kleinen Weg abbiegen und am Ende über Geröll fahren bzw. im Fall von meinem Roller laufen. Solche Strände werden auch "Secret Beach" genannt. Dann musste man schmerzhaft viele Stufen runter zum Strand laufen (und vor allem danach auch wieder hoch). Der Strand selbst war aber wirklich super ruhig, mit schönem hellen Sand. Da kann man super entspannen.

Secret Beach Secret Beach Secret Beach Tobi mit einem Armbandhändler

Zum Mittagessen waren wir dann noch beim Padang-Padang Strand, wo wir in einem Hotel mit Infinity Pool gegessen haben, sah schon gut aus. Und zum Sonnenuntergang schauen ging es in eins von vielen übereinander liegenden Cafés auch an Klippen. Der Strand unten sah auch super aus, das Wasser hatte einige Felsen aus den Klippen geschnitten und vorne am Meer war eine Art natürlicher Swimmingpool. Im Hintergrund konnte man den Profis beim Surfen auf ziemlich großen Wellen zuschauen.

Infinity Pool Padang-Padang Höhlen natürlicher Pool Surfer Umgebung bei den Klippen-Cafés

In einem Café mit Blick auf den Sonnenuntergang und andere Touristen, die sich haben massieren lassen, haben wir dann noch etwas getrunken. Beim Bezahlen war es dann etwas komisch. Ich habe mit einem recht großen Schein bezahlt, woraufhin ich pitschnasses Rückgeld bekam. Das wollte ich aber nicht haben und habe das auch gesagt (ganz normal eigentlich). Mit angesäuerter Miene wunsch die Frau daher die Scheine ab und trocknete sie mit einem Handtuch etwas ab. Wirklich trocken waren sie immer noch nicht, aber man sah ihr an, dass sie mehr nicht machen würde. Als Ramona bezahlt hat, war sie dann auch unfreundlich und als wir gegangen sind, hat sie in schlechtem Englisch zum Ausdruck bringen wollen, dass wir Arschlöcher sind. Schon einmal in Kuta bin ich zusammen mit Daria, Jil und Elisa voll angemacht worden ohne dass ich so wirklich wusste, warum. Da bin ich mir echt komisch vorgekommen, aber das kann ich ja auch nicht ändern.

Blick auf den Sonnenuntergang mit Massage Sonnenuntergang

Nun geht es nach Yogyakarta: Von Montag bis Mittwoch bin ich beim Tempel Borobudur, dann bis Sonntag in Jogja, wie die Stadt hier genannt wird. Dort treffe ich dann auch Puji, die über die Ferien nach Hause in ihr Dorf bei Jogja gefahren ist.

Sonntag, 20.07.2014

Ubud und Kite Festival

Am Montag nach der Arbeit beschlossen Julio, Puji, Puspita und ich, zusammen in der Büroküche zu kochen. Es gab Nudeln mit frischer Tomatensoße und aus Australien importierten Gruyere – sehr lecker! Da die Erfahrung so gut war, beschloss ich am nächsten Morgen im Büro zu frühstücken. Zusammen mit Julio kochten wir Bohne, Rührei und toasteten Brot, dazu gab es noch Tomaten (bis auf das Brot ein typisch costa ricanisches Frühstück). (Para Julio: ¿Viste tu nombre? Ya no eres solamente el Costa Ricano )

Essen im Büro

Samstag

Mit Puspita und Puji zusammen überlegte ich, am Samstag nach Ubud zu fahren und auf dem Rückweg beim Markt in Sukawati vorbeizufahren. Da Ramona noch nichts vorhatte, schloss sie sich uns an. Am Freitag haben wir im Büro eine neue Praktikantin bekommen: Casey aus den USA. Sie wollte auch gerne mitkommen. Dann fiel Lauras eigentlicher Termin aus und sie kam ebenfalls mit. Und schließlich erzählte sie Freitag Abend noch Tobi, einem ehemaligen Praktikanten bei Synergy, von unseren Plänen und auch er kam mit. So waren wir schließlich sieben Personen. 

Dementsprechend schwierig gestaltete sich dann auch das Treffen am Samstag Morgen, aber mit etwas Verspätung kamen wir los. Da Taxi fahren ja langweiliger und teurer ist, fuhren wir nach Ubud mit vier Rollern. Die Fahrt dauerte etwa eine Stunde, was ich zum Sitzen ohne Lehne ziemlich anstrengend fand. Und auch der Po tat irgendwann weh. Tobi kannte den Weg und ist deshalb vorne gefahren und er führte uns zuerst zu Reisfeldern in der Nähe von Ubud.

Reisterrassen

Am Rand zu den Reisterrassen waren einige Häuser mit Restaurant und darunter gab es einen halbwegs angelegten Weg zum runterklettern. Dann ging es über eine Brücke und an den Reisterrassen an der anderen Seite wieder rauf. Belohnt wurde man mit wirklich tollen Ausblicken! Da ich nur Flipflops anhatte, ging ich lieber ganz ohne Schuhe auf den teilweise etwas rutschigen und matschigen Wegen, das war aber auch ein gutes Gefühl. Alle aus Ramona und mir erklommen am Ende noch ein etwas steileres Stück, wir hatten keine Lust auf den Abstieg von dort oben mit schlechten / keinen Schuhe und blieben daher unten. Wir vertrieben uns die Zeit mit einem kleinen Fotoshooting von uns gegenseitig in den Reisterrassen.

Reisterrassen Enten Tobi, Puji, Pupita, Casey, Laura Anneli, Puspita, Puji,CaseyRamona Anneli Anneli

Bei dem Ausflug hat man wieder gemerkt, wie die Menschen mit den Touristen Geld machen. Für die Brücke sollte man spenden und später auch nochmal, wenn man weitergehen wollte. Und wenn es nicht genug war, wollten sie einen nicht durchlassen. Am Ende mussten wir dann noch fürs Parken zahlen, obwohl das bei unserer Ankunft vor der Kletterpartie noch nicht sichtbar war. Es ist alles für deutsche Verhältnisse nicht viel Geld, aber es nervt irgendwie dass ständig noch jemand Geld möchte und so läppert es sich auch.

Nachdem wir bei den Reisterrassen waren, sind wir zum Essen in ein Restaurant in Ubud gefahren, was zu einem Yogakurs-Ort gehört. Das Essen dort war sehr spannend: Meine Spinat-Cashew-Pasta stellten sich als Ruccola Salat mit rohen Zucchini- und Möhrenschnitzen und Tomatenstücken heraus, dazu ein Cashew-Pesto. Salat hätte das Essen auf jeden Fall besser beschrieben als Pasta.

Affenwald

Als nächstes fuhren Casey, Puji, Puspita und ich zum Affenwald in Ubud, die anderen gingen in ein Café. In dem Wald liegt ein Tempel und die heiligen Affen laufen dort frei herum. Und es sind wirklich viele. Es war lustig, die Affen zu beobachten, insbesondere die ganz kleinen Affen waren cool. Am Ende schauten wir einem Affen mit sehr neugierigem Kind zu, das gerne die Umgebung erkunden wollte. Immer wenn es nach Meinung der Mutter zu weit weg ging, holte sie es zurück – indem sie es am Schwanz zog. Sonst haben wir auch sehr viele sehr entspannte Affen gesehen und viele haben das reichlich vorhandene Futter gefressen.

Casey, Puji, Puspita enstspannter Affe fressender Affe entspannte Affen Pflege mit Kindern mit Kind mit Kind

An einer Stelle im Wald konnte man über eine Brücke zu einem Koiteich gehen. Dort war ein ziemlich beeindruckend großer Baum mit vielen Lianen. Und der eine gemauerte Pfeiler unter der Brücke sah auch sehr spannend aus, insbesondere das Fundament.

Lianen Brücke

Sukwawati

Nachdem wir den Affenwald erkundet hatten, fuhren wir zurück zu den anderen. Casey wollte über Nacht in Ubud bleiben und stattdessen fuhr nun Ramona bei uns mit nach Sukawati. Dadurch dass wir morgens so lange in den Reisfeldern waren, war es nun schon ziemlich spät und die Souvenierstände in Sukawati waren schon geschlossen. Es gab allerdings noch indonesische Kleidung, sodass Puji und Puspita shoppen gingen. Ich fand es ziemlich entspannt, mich mit Ramona hinzusetzen und einfach mal wieder etwas deutsch zu reden.

Sonntag: Sanur Kite Festival 

Am Samstag hatte ich rausgefunden, dass das ganze Wochenende über das Kite Festival in Sanur stattfand. Darauf hatte ich mich schon seit ich hier war gefreut, der Termin war allerdings windabhängig und stand daher erst relativ kurzfristig fest. Zusammen mit Puji fuhr ich am Sonntag um 11:00Uhr dort hin. Zuerst war nicht besonders viel los, man sah nur kleine Drachen fliegen. Wir saßen am Meer mit Blick auf das wunderschöne Grand Bali Beach Hotel. Das Hotel ist der Grund für das heute geltende Gesetz, dass Gebäude nicht größer sein dürfen als Palmen. Es hat allerdings den Vorteil, dass man an dem Hotel immer gut erkennt, wo Sanur ist. Die großen Drachen waren auf einem Sammelplatz und wurden dort als Schattenspender genutzt.

Grand Bali Beach Hotel Drachenlager sehr viele Menschen es ist warm: Anneli es ist warm: Puji

Etwa eine Stunde später ging es dann los, zuerst wurden viele besondere Drachen steigen gelassen. Das war das, was ich unbedingt sehen wollte. Es flogen ein Drachenfisch, ein Leuchtturm, ein Mensch und ein Boot. Danach wurden die normalen balinesische Drachen steigen gelassen, nur in einer beeindruckenden Größe. Es war Wahnsinn, wie viele Drachen auf einmal flogen. Irgendwann wurde es uns zu langweilig und wir setzten uns ans Meer, schließlich fuhren wir zurück. Zwischendrin hatten wir an einem windstillen Ort in der prallen Sonne um 13:00Uhr gestanden, dabei liefen an mir Sturzbäche mit Schweiß hinunter, die mich dazu veranlassten, noch mehr Getränke zu kaufen. Nachdem wir wieder im Wind standen, wurde es zum Glück wieder besser.

Figur ? Figur Leuchtturm Schiff Drachenfisch Auf dem Weg durch die Menge Auf dem Weg durch die Menge: ducken! Auf dem Weg durch die Menge: ducken! Vorbereitung

Demnächst...

Morgen geht die Arbeit dann schon wieder los. Allerdings nur für eine Woche, dann haben wir wegen Idul Fitri, der Feier zum Ende des Ramadans theoretisch alle eine Woche frei. Wenn das wirklich so ist, überlege ich nach Yogyakarta auf Jawa zu fahren. Und sonst habe ich ein paar weitere schöne Tage auf Bali!

Samstag, 12.07.2014

Bali Arts Festival

Kurz nachdem ich auf Bali angekommen bin, begann in Denpasar das Bali Arts Festival, das einen Monat dauert. Da ich immer zu faul war, mir genauere Informationen dazu rauszusuchen und die Vorstellung nach Denpasar rein zu fahren irgendwie unangenehm war (groß, viel Verkehr...), hat es sehr lange gedauert, bis ich das erste Mal dort war. Um genau zu sein bis zum vorletzten Tag. Während des Festivals gibt es jeden Tag mehrere Vorführungen die etwas mit Kunst zu tun haben, also Musik, Tanz, Theater, Filme, Ausstellungen,...

Freitag

Am Freitag bin ich abends nach der Arbeit mit meinen Kolleginnen Puji und Puspita dort hingefahren. Die Fahrt war gar nicht so schlimm (wobei ich auch Puji habe fahren lassen) und hat gar nicht so lange gedauert. Nachdem wir etwas die Verkaufsstände dort für allerlei Kunsthandwerk angeschaut hatten, haben wir nach der Veranstaltung des Abends gesucht. Leider hat das etwas gedauert, und so kamen wir etwas zu spät zur Vorstellung des Schatten-Puppen-Theaters.

Das Theater bestand aus einer Leinwand, die von hinten mit Licht bestrahlt wurde. Dann wurde mit Schablonen (Hintergründe) und beweglichen Puppen Schatten darauf geworfen. Begleitet wurde das von Musik und einem Erzähler. Leider habe ich so gut wie kein Wort von der Geschichte verstanden, aber es ging um die Kolonialisierung von Indonesien und anderen Teilen Südostasiens durch die Japaner im 2. Weltkrieg. Auch ohne wirklich zu verstehen, worum es geht, haben alleine die Schatten-Puppen gereicht, um es zu einem tollen Erlebnis zu machen. Die Puppen und auch der Hintergrund waren super detailliert ausgearbeitet.

Schatten-Puppen-Theater Schatten-Puppen-Theater Schatten-Puppen-Theater Schatten-Puppen-Theater

Samstag

Da es uns so gut gefallen hat, beschlossen wir am nächsten Tag zur Abschlusszeremonie wieder zu kommen. Diese fand draußen in einer Art Arena statt, mit einem Tor hinten an der Bühne, das in verschiedenen Farben angestrahlt wurde. Als wir eine Stunde vor Beginn der Zeremonie ankamen, war es schon relativ voll. Es war eine schöne Stimmung, es war Vollmond und ein Gamelan-Orchester spielte die ganze Zeit bis zum Beginn der Veranstaltung.

Vollmond

Am Anfang gab es erst einmal einige Reden und in verschiedenen Kategorien wurden Künstler, die während des Festivals aufgetreten waren, geehrt. Nach einer Stunde ging dann ein Tanz los, der mit Gamelan-Musik begleitet wurde. Außerdem gab es wieder einen Erzähler. Dieses Mal waren die Erzählungen in Balinesisch, sodass meine Kolleginnen auch nichts verstanden haben, da sie aus Java kommen. Trotzdem war es wieder toll zuzusehen, auch dieses Mal war es denke ich eine Mischung aus traditionellen und modernen Elementen.

Schade, dass wir erst so spät das erste Mal beim Festival waren, sonst hätte man noch mehr tolle Sachen kostenlos (!) sehen können. Nächstes Wochenende möchten wir dann nach Ubud fahren, dem sogenannten Künstlerort von Bali. Unten noch Fotos vom Tanz.

Ehrung der besten Künstler des Festivals Tanz Tanz Tanz Tanz Tanz Tanz Puspita und Puji

Sonntag, 06.07.2014

Tour in den Norden

Nachdem ich meine beiden Nachbarinnen Laura aus Barcelona und Ramona aus Oldenburg (wenn ich mich richtig erinnere) kennengelernt hatte, beschloss ich spontan, die beiden auf ihrer 2-Tages Tour in den Norden der Insel zu begleiten. Ziel war Lovina, ein kleiner touristischen Ort, der für die Delfine vor seiner Küste bekannt ist. Wir hatten für die Fahrt einen Fahrer mit Auto gemietet, sodass wir selbst entscheiden konnten, wohin wir fahren und wann wir anhalten wollen.

Los ging es am Samstag Morgen. Wir waren alle noch ziemlich müde, da wir in der Nacht zuvor den Sieg von Deutschland gegen Frankreich live gesehen hatten. Laura, die aus Katalonien kommt und daher Spanien nicht so besonders gerne mag, war dabei einer der größten Deutschlandfans - sie hatte so ziemlich als einzige sogar ein Deutschlandtrikot an! Um wach zu werden war der erste Stop nach wenigen Minuten und noch in Sanur bei Starbucks. Danach ging es dann erst noch etwas weiter auf der großen Straße, bis wir ins Landesinnere abbogen.

Ich hatte mich schon sehr darauf gefreut, auch die Natur im Inneren Balis zu sehen, da mir alle immer sehr davon vorgeschwärmt haben. Und die Natur ist manchmal wirklich atemberaubend. Auf kleinen Straßen sind wir durch die Berge gefahren und hinter jeden Kurve gab es wieder einen wunderschönen Ausblick. Saftig grüne Reisterrassen und Wald, vor blauem Himmel. Und auch wenn der Himmel grau war, wie es während des Wochenendes immer wieder der Fall war, war es noch super schön.

 Reisterrasse Reisterrasse Natur

Pura Besakih

Das erste Ziel an diesem Tag war der Tempel Besakih. Er liegt am Fuße des größten Berges der Insel, dem Vulkan Agung. Der Tempel ist der Muttertempel für die Balinesen und dementsprechend wichtig. Gegründet wurde er wahrscheinlich schon im 8. Jahrhundert. Bei einem Erdbeben und dem Ausbruch des Vulkans vor etwa 50 Jahren wurden große Teile des Tempels zerstört. Der Lavastrom vom Ausbruch streifte den Tempel allerdings nur. Heute ist der Komplex aber wieder riesig und auch schön gelegen. Leider war es so bewölkt, dass man den Vulkan nicht sehen konnte.

Wenn man auf das Tempelgelände gehen möchte, muss man auch als Ausländer / nicht Hinduist einen Sarong tragen. Oben bindet man sich dann noch einen Schal um die Hüfte. Man kann sich die Sarongs zwar auch leihen, aber da ich ja lange hier bleiben möchte, habe ich mir einen gekauft. Ausgesucht habe ich mir einen Batik-Sarong, zu sehen auf dem Bild unten.

Pura Besakih mit mir

Auf der Anlage gibt es viele verschiedene Tempel, unter anderem haben auch viele Dorfgemeinschaften aus der Umgebung und adelige Familien ihren eigenen Tempel hier. Während unserer Besichtigung kamen viele Menschen mit Opfergaben, die sie typischerweise auf dem Kopf tragen und es wurden auch viele Zeremonien durchgeführt.

Menschen auf dem Weg zum Tempel Auf dem Weg in den Tempel Frau mit Opfergaben auf dem Kopf Ramona und LauraBesakih Besakih Zeremonie Zeremonie Vorbereitung für eine Zeremonie

Mittagessen und Achsenbruch

Als nächstes fuhren wir zum Mittagessen in ein Restaurant mit einem tollen Ausblick auf die Reisterrassen. Dort gab es Buffet, was recht teuer war, aber immerhin konnten wir aushandeln, dass in den 70.000 Rp schon die 20% Steuern und Service die sie haben wollten eingeschlossen sind. Das Essen war sehr gut. In Deutschland konnte ich bis jetzt dem ganzen Tofu- und Sojazeug nichts abgewinnen, aber Tempeh (zusammengepappte Sojabohnen, die frittiert werden) schmeckt mir tatsächlich gut. Es gab noch Gemüse, den obligatorischen Reis und zum Nachtisch ganz viel frisches Obst.

Nach dem Essen ging es weiter auf einer ganz kleinen Straße mit vielen Schlaglöchern. Um uns herum sah man so gut wie nur Natur und vereinzelt andere Häuser. Nach dem gar nicht mal so schnellen Fahren durch ein weiteres Schlagloch gab es ein komisches Geräusch und der Fahrer hielt an. Schnell stellte sich heraus, dass eine Achse des Autos gebrochen war, wir also nicht weiterfahren konnten. Wirklich super ist, wie viele Leute kamen, um zu helfen. Ein Abschleppwagen wäre wahrscheinlich viel zu teuer geworden und so organisierte unser Fahrer, dass das Auto vor Ort provisorisch repariert wurde, um es dann in eine Werkstatt zu fahren.

Kaputtes Auto Achsenbruch

Es klappte zwar alles, aber es dauerte, bis ein Ersatzauto für uns organisiert war. Die Zeit verbrachten wir in einem Restaurant, das extra wegen uns noch länger geöffnet hatte. Inzwischen war ich echt müde, der Schlafmangel von der letzten Nacht machte sich bemerkbar. Das erste Auto, das unser Fahrer gemietet hatte, machte komische Geräusche und so wurde nochmal ein anderes organisiert. Nach 3,5 h ging es dann endlich weiter, inzwischen war es schon dunkel. Nach dem Losfahren stellte sich heraus, dass wir nur wenige hundert Meter von einem Ort entfernt waren, die Einsamkeit auf der Straße also getäuscht hatte.

Die Fahrt war sehr kurvig, sodass ich es unangenehm fand, meine Augen zu schließen, aber sie fielen mir fast zu. Als die Strecke dann gerader wurde, schlief ich ein Wenig. Um kurz nach 10 kamen wir dann an. Ein Hotel hatten wir noch nicht gebucht, wurden aber zu einem gebracht, das den anderen beiden Mädels empfohlen wurde. Wir hatten vorher nicht über die Übernachtung gesprochen und ich ging davon aus, dass wir in einem günstigen, einfachen Hostel schlafen würden. Das Hotel hatte allerdings einen recht großen Pool, ein recht großen Zimmer mit Klimaanlage und warmen Wasser und Frühstück war inklusive. Somit war es wesentlich teurer, als ich geplant hatte, aber doch sehr schön.

Nach der Ankunft buchten wir noch unsere Delfintour für den nächsten Morgen und aßen noch schnell etwas. Bis wir im Bett waren hatten wir wieder nur noch etwa 5 h Zeit zum Schlafen, da die Delfine nur am Morgen in Küstennähe sind.

Delfine

Um 5:15 Uhr klingelte daher der Wecker, eine halbe Stunde später ging es los. Zum Sonnenaufgang waren wir dann auf dem Wasser und fuhren in einem traditionellen Boot den anderen Booten hinterher. Es waren bestimmt 50 Boote und die Massenveranstaltung trübte die Stimmung ein wenig. Da diese aber sonst wirklich toll war, war es immer noch schön  Zunächst konnten wir den Sonnenuntergang und den Anblick Balis vom Wasser aus genießen, nach einiger Zeit erreichten wir den Bootspulk, wo die Delfine zu erwarten waren. Irgendwann konnten wir auch mal einen Blick auf sie erhaschen, hinter einigen anderen Booten. Und dann sahen wir sie sogar mehrmals direkt neben unserem Boot, wie sie durch das Wasser sprangen!

SonnenaufgangSonnenaufgangSonnenaufgang inklusive Delfinflosse ;)DelfineDelfineDelfin

Nach dem Ausflug gingen wir Frühstücken und ich schwamm noch etwas durch dem Pool. Bevor wir losfuhren, schliefen wir nochmal kurz.

Git-Git Wasserfälle

Der nächste Stopp waren die Git-Git Wasserfälle. An zwei verschiedenen Stellen konnte man Wasserfälle sehen, die ganz nett aber auch nicht sooo super schön oder spektakulär waren. Nachdem wir an dem zweiten Wasserfall waren fing es an zu regnen und kurz darauf schüttete es richtig heftig. Zum Glück konnte man sich bei den Souvenirhäusern auf dem Weg unterstellen.

Wasserfall 1 Wasserfall 2 Wasserfall 2

Zum Mittagessen hielten wir wieder in einem schönen, und dieses Mal sogar günstigen Restaurant. Zur einen Seite hin hatten wir einen Ausblick auf leicht verwilderte Reisfelder, zur anderen Seite hin auf den See Beratan. 

Pura Ulun Danu Bratan 

Nach dem Essen ging es zum See runter. Kurz machten wir einen Stopp bei einigen Affen.

Affen Affen

Dann ging es weiter zum Tempel. Der Tempel liegt super schön am Ufer im See. Betreten werden kann er nur von Hindus zur Zeremonie einmal im Jahr. In unmittelbarer Nähe des Tempels liegt auch ein buddhistischer Tempel und eine Moschee, außerdem liegt er in einen botanischen Garten. Pura Ulun Danau Bratan Pura Ulun Danu Bratan

Auch als wir diesen Tempel anschauten, regnete es wieder, zum Glück hatte ich jetzt meine Regenjacke dabei. Durch den Regen gab es auch eine sehr schöne Stimmung, die ich so genießen konnte und mich nicht hetzen musste, um nicht nass zu werden.

Pura Tanah Lot

Das letzte Ziel unserer Tour war der Tempel Tanah Lot, der im Meer liegt. Irgendwie gab es zwei Tempel und ich bin mir nicht ganz sicher, welcher Tanah Lot war, aber beide waren schön. Kurz vor dem Sonnenuntergang kamen wir dort an. Leider war es wieder mal sehr bewölkt, sodass man die Sonne nur am Anfang und nicht untergehen sah. Trotzdem war es schön dort, und der Himmel auch ein Bisschen bunt. Nachdem die Sonne dann untergegangen war, sind plötzlich hunderte Fledermäuse losgeflogen.

Pura Tanah Lot Pura Tanah Lot Sonnenuntergang Tempel mit Fledermäusen 

Es war wirklich eine super schöne Tour, aber am Sonntag war ich richtig fertig, daher werde ich es definitiv am nächsten Wochenende ruhiger angehen lassen. Vielleicht fahre ich nur mal zum Sonnenuntergang an einen West-Strand oder so.

Freitag, 04.07.2014

zwei weitere Wochen Arbeit

Nach dem Wochenende auf Nusa Lembongan ging die Arbeit weiter. Ich habe nun auch Puji kennengelernt, eine Indonesierin, die noch etwas jünger ist als ich, und seit etwa einem halben Jahr bei Synergy arbeitet. Sie und Puspita (die andere Praktikantin, die aus Indonesien kommt) sind sehr nett. Vielleicht schaffe ich es ja sogar noch irgendwann, mich mit ihnen auf indonesisch zu unterhalten. 

In dem Projekt, an dem ich zuerst gearbeitet habe ersetzen wir die aktuelle Technische Gebäudeausrüstung durch kleiner dimensionierte und effizientere Geräte. Dafür darf ich dann die Preise raussuchen und zusammenfassen. Morgen ist Abgabe und dementsprechend ist die Arbeit gerade auch etwas stressiger und dauert länger. Wenn das Projekt fertig ist, arbeite ich wieder an einem anderen Projekt, mit dem ich letzte Woche begonnen habe. Dabei handelt es sich um einen Teil einer Nachhaltigkeitszertifizierung mit LEED. Das macht mir im Moment recht viel Spaß, da es ein schönes Gefühl ist, an etwas zu arbeiten, wovon man schon etwas Ahnung hat.

Am Montag habe ich Daria, Elisa und Jil in Kuta getroffen, der Partyhochburg Balis (auch Mallorca Australiens genannt). Der Ort war wirklich viel voller mit Menschen, da finde ich es in Sanur angenehmer. Am Mittwoch waren die drei noch einmal für eine Nacht in Sanur, bevor sie nach Vietnam und kur darauf nach Deutschland zurückgeflogen sind. Wir waren am Strand etwas trinken und dann in einem schönen, günstigen Restaurant essen, das ich von der Arbeit kenne. Danach sind wir noch zu mir gegangen und haben uns bei einem weiteren Getränk unterhalten. Dabei haben wir auch Reiswein getrunken, der mir viel zu süß war. Es war ein schön, dass die drei hier waren!

Abend bei mir zu Hause mit Elisa, Daria und Jil

Am Donnerstag bin ich dann nach Legian gefahren. Dort haben Gregor und Sarah einen Teil ihrer Flitterwochen verbracht. Gregor studiert mit Gregor zusammen und die beiden kommen aus Freiburg. Als Gregor eine Hausarbeit machen musste, haben wir die beiden dort schon einmal besucht, und nun habe ich sie zum Abendessen und Fußball schauen getroffen. Trotz der späten Uhrzeit habe ich bis jetzt alle Spiele bis auf das gegen Algerien gesehen, aber irgendwie ist es doch etwas anderes, wenn man jedes Mal am Ende dabei fast einschläft. Nach dem Spiel konnte ich noch im Vorraum von Gregors und Sarahs Hotelzimmer schlafen, sodass ich nicht in der Nacht, sondern erst am Morgen zurückfahren musste.

Die beiden waren zwischen ihren Aufenthalten im Legian Beach Hotel noch auf einer Rundreise durch Bali und haben mir davon vorgeschwärmt. Jetzt muss ich mal schauen, was ich in meiner Zeit hier noch erleben kann. Vielleicht besucht mich ja jemand, mit dem ich noch mehr unternehmen kann 

An meinem dritten Wochenende habe ich nicht viel unternommen. Da ich denke, dass ich das Wissen aus dem Energiesimulationskurs auch für meine Masterarbeit gebrauchen könnte, war ich einen Tag im Büro. Dort habe ich die Simulationen laufen lassen. Da die jeweils 1,5-2h dauern konnte ich in der Zwischenzeit skypen und im Pool baden.

Am Sonntag war ich dann ziemlich faul, aber auch fertig, und bin daher die meiste Zeit in meinem Zimmer geblieben. Als Nachmittags der Putzmann kam, bin ich runter zum Strand gelaufen. Dort habe ich dann eine schöne Entdeckung gemacht. Jeden Abend, aber Sonntags in sehr großem Ausmaß, werden dort Drachen steigen gelassen. Die selbst gebauten Drachen sind mehrere Meter lang, vorne haben sie einen Drachenkopf und hinten einen ca. 20m langen Schwanz. Man kann ihre Vibration in der Luft schon aus einiger Entfernung hören. Der Strand ist abends wirklich schön. Auch wenn die Sonne nicht über dem Meer untergeht, ist es eine schöne Atmosphäre und man kann sich super entspannen. Strand am Abend Drachen Strand am Abend Drachen Drache

Man trifft auch immer wieder sehr nette Balinesen. Zum Waschen gehe ich immer in eine Wäscherei bei mir um die Ecke, wo die Wäsche 0,60€/kg kostet. Die Frau dort hat mich das letzte Mal sehr freudig und nett begrüßt, mit einem großen Lächeln. Nachdem sie mich so freudig angelächelt hat, bin ich glücklich lächelnd weiter zu dem Restaurant gegangen. Solche Menschen hier geben einem einfach ein schönes Gefühl.

Am letzten Wochenende (05.-06.07.) habe ich eine 2-Tages-Tour nach Lovina in den Norden Balis gemacht. Da ich schon recht müde bin und Schlaf für das nächste Deutschland-Spiel vorholen muss, berichte ich davon erst in den nächsten Tagen (mit vielen Fotos!). Und ich habe vor ein paar Tagen noch nachträglich Fotos vom Büro eingefügt (siehe vorletzter Beitrag).