Berichte von 06/2014

Sonntag, 22.06.2014

Nusa Lembongan

Nusa Lembongan

Da die Arbeitszeiten bei Synergy ziemlich flexibel sind, konnte ich am Freitag schon um halb drei gehen. Um halb vier hatte ich zusammen mit Daria, Elisa und Jil ein Ticket für ein Speedboat nach Nusa Lembongan. Um etwa 16:10 Uhr fuhren wir dann tatsächlich los, die Fahrt dauerte eine halbe Stunde. Wirklich angenehm war sie nicht, da man die ganze Zeit mit vollem Tempo über das Meer bretterte und dabei öfter hart auf entgegenkommende Wellen aufschlug. Dementsprechend froh war ich dann auch, als wir auf der Insel ankamen.

Das Hotel

Die Insel hat auf der einen Hälfte einen kleinen Hügel und ist auf der anderen Hälfte relativ flach. An dem Strand, an dem wir ankamen, gibt es viele Hotels direkt am Strand und wir fanden ein halbwegs günstiges mit Pool, in dem wir uns ein großes Doppelbett zu dritt geteilt haben und noch eine extra Matraze in den Raum legen konnten. Wir waren im oberen Geschoss eines Bungalows. Um zum Bad zu kommen musste man hinten aus dem Zimmer wieder rausgehen und nach unten, wo es dann im Freien umgeben von Mauern war. 

Etwas nervig war, dass der Trittschall anscheinend verstärkt nach unten weitergeleitet wurde, wodurch wir einige Diskussionen mit dem wütenden Mann von unten drunter hatten. Obwohl wir normal oder sogar extra leise gelaufen sind, hörte es sich für ihn wohl wie trampeln an. Wir haben uns entschuldigt und versucht zu erklären, dass wir nicht besonders laut gewesen wären und dass es am Haus liegt, aber das hat er nicht eingesehen und uns weiter angemacht...
Hotelpool Hotelpool Am Pool Umgebung

Sonnenuntergang

Abends konnte man den Sonnenuntergang direkt an unserem Strand sehen. Es war sehr schön anzusehen, aber leider war es immer so wolkig am Horizont, dass man die Sonne nicht ganz ins Wasser untergehen sehen konnte. Nach dem Sonnenuntergang haben wir dann immer am Meer zu Abend gegessen.
Sonnenuntergang Sonnenuntergang

Schnorcheln

Am Freitag war Darias Geburtstag und zu diesem Anlass schenkten wir ihr einen gemeinsamen Schnorchelausflug. Am Samstag sind wir um 8:30 Uhr losgefahren und waren an insgesamt fünf Stellen an der Küste von Nusa Lembongan und der größeren Nachbarinsel Nusa Penida schnorcheln. Zuerst kam schon ein richtiges Highlight, wir sind an einer Stelle geschnorchelt, wo man Mantarochen sehen kann. Und tatsächlich sahen wir einen kleinen Mantarochen mit einer Spannweite von etwa 2-3 m aus ca. 1 m Entfernung. Das war schon fast unheimlich, wenn der Rochen auf einen zuschwimmt und dann unter einem hindurchgleitet. Da es mein erstes Mal schnorcheln war, hatte ich leider die Kamera noch nicht mit und habe keine Fotos gemacht.
auf dem Boot Daria Elisa und Jil

Beim zweiten Schnorchelgang waren wir an einem Riff in einer schönen Bucht. Dort sah man einige schöne Fische. Nachdem wir wieder auf dem Boot waren zeigte mein Körper eine Reaktion auf das viele Schaukeln durch die Wellen auf dem Weg und im stehenden Boot und ich musste mich übergeben... Ich war wirklich froh, dass der Wellengang von da an immer ruhiger wurde, sodass es nur wieder besser ging.
Daria, Elisa, Jil Korallenriffüber Wasser

Als Drittes sind wir mit Strömung an der Seite von Nusa Penida entlang eines Riffs geschnorchelt. An der Stelle waren wirklich viele schöne bunte Fische. Unser Highlight waren die Clownsfische, die in Anemonen geschwommen sind, wie bei „Findet Nemo“.
Anneli Korallenriff Bunte Fische Seestern Korallenriff

Dann waren wir noch kurz an einer Stelle, wo etwas größere Fische geschwommen sind, das fand ich persönlich jetzt nicht soo spannend.
große Fische Jil

Als letztes sind wir dann nochmal länger mit Strömung geschnorchelt, dieses Mal entland der Küste von Nusa Lembongan. Abgesehen von dem Manta war das meine Lieblingsstelle, denn dort gab es nicht nur bunte Fische und Seesterne, wie wir sie vorher auch schon gesehen haben, sondern auch farbige Korallen. An dem Riff hätten wir noch länger bleiben können und es war schade, als der Ausflug dann zu Ende war.
Anneli, Elisa, Jil bunter Fisch

Restliche Zeit auf Nusa Lembongan

Den Nachmittag am Samstag verbrachten wir im Pool am Hotel und auf den Liegen daneben. Der Strand ist eigentlich sehr schön, aber leider kann man aufgrund des Algenanbaus direkt am Strand nicht so gut im Meer baden. Samstag Abend haben wir uns dann den Wecker auf 2:30 Uhr gestellt, um das Fußballspiel zu sehen. In einer Sportsbar etwa 5 min vom Hotel wurde es tatsächlich in der Nacht gezeigt, auch wenn nur sehr wenige Leute dort waren. Danach sind wir wieder ins Bett gegangen und haben ausgeschlafen. Zum Glück ist das nächste Spiel ja wieder um Mitternacht.

Danach entspannten wir wieder am und im Pool und machten lustige Unterwasserfotos. Auch im Meer waren wir doch noch, aber es störte schon sehr, dass die Algenfelder 10m vom Ufer entfernt begannen. Der Rückweg nach Bali war dann zum Glück sehr viel angenehmer als der Hinweg. Statt der geplanten 25-30min für das Speedboot brauchten wir 45-50 min, aber dafür sind wir auch nicht dauernd gegen Wellen geprallt.
Pool Pool Pool Pool Algenanbau Algenanbau

Abends im Büro

Da ich meinen Roller und mein Netzteil für das Netbook am/im Büro gelassen hatte, bin ich auf dem Rückweg noch dort vorbeigefahren. Als ich ankam (zur Erinnerung: Sonntag Abend) waren tatsächlich drei Leute dort. Unter anderem lernte ich nun auch meinen Chef Steve kennen, der sehr nett wirkte. Da das Internet bei mir im Zimmer so frustrierend schlecht ist, rief ich von dort aus Gregor an und hatte endlich mal eine super Gesprächsqualität  Wahrscheinlich verbringe ich auch hin und wieder etwas Zeit am Wochenende im Büro, zum telefonieren.

Freitag, 20.06.2014

Arbeit

Eine Woche Arbeit ist nun rum und viel passiert ist noch nicht. Am Montag bin ich von Laura von baliintenships abgeholt worden. Sie hat mir eine SIM Karte mitgebracht, die sie dann für mich eingerichtet ha. Iirgendwas musste man da noch machen und mein indonesisch ist definitiv noch nicht gut genug um solche Sachen zu verstehen. Dann ist sie vor mir her zum Büro gefahren.

Büro

Das Büro liegt doch an einer anderen Stelle als ich dachte, sodass es etwa 2,5 km bis dorthin sind. Zum Mittagessen wird auch oft mit dem Roller gefaren, daher bin ich nun ganz froh, dass ich einen Roller habe. Das Fahren klappt auch schon ganz gut, nur beim Bremsen vergesse ich manchmal, das Gas loszulassen... Das muss ich definitiv noch lernen, aber ich habe gehört, dass das von selbst kommt. Genau wie das Gefühl, auf welcher Straßenseite die Fahrzeuge fahren, wenn man an eine Kreuzung kommt.

Am Montag waren im Büro nicht so viele Leute, was ganz angenehm war. Dadurch habe ich es sogar ganz gut geschafft, die Namen zu lernen :) Über die Woche verteilt kamen dann immer noch ein paar andere dazu. Was ich wirklich wahnsinnig finde, ist, dass hier glaube ich mehr Leute unbezahlt als bezahlt arbeiten. Es gibt viele Praktikanten und auch einige Leute, die gerne hier arbeiten wollen, aber erst ein unbezahltes Praktikum machen müssen, bevor sie einen Vertrag bekommen können. Bis jetzt waren im Büro vier Indonesier (3w/1m), zwei Bulgarier (m/w), drei Deutsche (m), ein Costa Ricaner und ein Franzose. Der COO (Cowan) ist Neuseeländer und der Chef, Steve aus den USA, müsste demnächst zurückkommen. Ist also sehr bunt gemischt hier.

Zwei deutsche Praktikanten haben erst vor kurzem aufgehört und einer hört heute auf, einer in 1-2 Wochen. Der Costa Ricaner hat mit mir angefangen und die eine Indonesierin zwei Wochen früher. Die Mitarbeiter scheinen sich also relativ schnell zu ändern, aber ist ja auch kein Wunder, wenn man so viele Praktikanten hat.

Das Büro liegt ganz nett in einer Gegend, wo hauptsächlich Einheimische wohnen. Hier bekommt man einfaches Essen für weniger als 1€ und frischen Saft für 0,60€. Das sind dann schon noch deutlich günstiger als in den touristischeren Gebieten. Das Büro hat eine Küche, einen Besprechungsraum, mehrere Bäder, zwei Gruppenbüros und das Büro von Steve und das von Cowan. Außerdem ist im Garten ein Pool, auch wenn ich noch nicht gesehen habe, das den jemand benutzt hat. Aber das kommt bestimmt noch.

Gruppenbüro Ansicht von vorne Blick aus dem Fenster auf die balinesische Nachbarschaft (mit Tempeln im Garten)

Atmosphäre

Die Atmosphäre ist auf jeden Fall seeehr entspannt. Theoretisch wurde mir gesagt, dass man bis 8:30 Uhr da sein soll, aber das sind normalerweise tatsächlich nur 1-2 Leute. Dann ist die Arbeitszeit bis etwa 16:30 Uhr, aber man kann auch früher gehen, wenn man seine Arbeit für den Tag geschafft hat. Tatsächlich kommen die meisten irgendwann nach 8:30 Uhr und die meisten gehen auch schon wieder früher. Und dann gibt es noch Mittagspause oder man holt sich einen frischen Saft von dem Lokal an der Ecke. Also ist die Abeitszeit am Tag deutlich unter 8h. Allerdings habe ich gehört, dass man manchmal auch länger arbeitet, wenn ein Projekt beendet werden muss (aber das muss ja noch nicht wirklich lang heißen).

Arbeitsinhalte

Bei den Arbeitsinhalten weiß ich noch nicht so genau, was ich davon halten soll. Bei den Projekten von denen ich bis jetzt mitbekommen habe ging es vor allem darum, Messungen von der Leistung von Technischer Gebäudeausrüstung in bestehenden Gebäuden zu machen. Dann wird die Leistung analysiert und Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz werden vorgeschlagen, dann werden die neue Leistung, Einsparungen und Kosten berechnet. Auch wenn ich durch die Uni halbwegs weiß, welche Geräte es gibt, habe ich überhaupt keine Ahnung von solchen Messungen und sehr wenig Ahnung von den Berechnungen. Mal schauen, ob ich das hier noch lerne.

Außerdem fange ich jetzt einen Online Kurs über Energiesimulationen an, bei dem ich hoffe, dass ich mehr Ahnung davon habe. Der wird von Ery Djunaedy angeboten, der auch für Synergy arbeitet, aber irgendwie auch an einer Uni in Boise (USA) lehrt und erst im September oder so wiederkommt. Mal schauen, was das wird, das nimmt bestimmt demnächst einiges an Zeit in Anspruch. Aber solange es keine andere interessante Arbeit gibt, ist es bestimmt nicht schlecht, etwas über Energiesimulationen zu lernen.

Freizeit

Nach der Arbeit habe ich nicht mehr viel unternommen, außer mein Wochenende zu organisieren und zu schlafen. Jil, Daria und Elisa waren unter der Woche in Ubud und Lovina und kommen heute zurück. Nachmittags wollen wir dann nach Nusa Lembongan fahren. Nusa Lembongan ist eine kleinere Insel hier in der Nähe und die Fahrt dorthin dauert mit einem Speedboot etwa 30 Minuten. Die Fotos die ich gesehen habe sehen sehr nett aus, auf jeden Fall soll es sehr viel ruhiger als hier sein und man soll gut schnorcheln können. Ich bleibe bis Sonntag Nachmittag, die anderen drei bis Montag Vormittag.

Die Preise sind hier auch sehr interessant. Ich hatte mich extra vor dem Ticketkauf für das Boot bei meinen Kollegen nach dem Preis erkundigt, da man nicht so einfach weiß, was der realistische Preis ist. Ich habe 200.000 – 300.000 Rp gehört (12-19€). An dem Ticketverkauf stand dann 550.000 Rp dran, der erste Preis, der mir gesagt wurde war 300.000 Rp. Durch etwas verhandeln habe ich schließlich 250.000 Rp bezahlt.

Ich bin gespannt auf das Wochenende auf Nusa Lembongan und ob die nächste Woche mehr (interessante) Arbeit bringt.

Sonntag, 15.06.2014

erstes Wochenende

Freitag

Nachdem ich morgens relativ lang geschlafen habe, vertrieb ich mir in meinem Zimmer noch etwas die Zeit. Dann kam ein Indonesier, der mir erzählte, dass er mir meinen Roller gebracht hat. Ich war etwas irritiert, da ich nichts von einem Roller wusste. Da der Mann mich aber gleich am Anfang mit meinem Namen angesprochen hatte, überlegte ich, ob er von baliinternships geschickt wurde.

Etwas überrumpelt erklärte ich dem Mann, dass ich noch gar kein indonesisches Geld habe, worauf wir zu einem Geldautomaten fuhren. Letztendlich habe ich nun einen Roller gemietet, obwohl ich eigentlich beschlossen hatte, erstmal keinen zu nehmen. Aber gut, ich glaube, der ist schon ziemlich praktisch hier. Später habe ich dann erfahren, dass der Mann tatsächlich von baliinternships geschickt wurde. Laura, die Leiterin der Agentur, hat mir außerdem noch geschrieben, dass ich am Wochenende Roller fahren üben soll, da wir am Montag gemeinsam zu meiner Arbeit fahren werden.

Nach der Rolleranmietung beschloss ich, nicht länger auf meinen Vermieter zu warten, sondern die Gegend etwas zu erkunden. Den Roller ließ ich aber erstmal stehen und ging zu Fuß los. Über einige Umwege kam ich zum Strand, den ich ein ganzes Stück entlangging.

der Garten vor meiner Tür Garten und Blick auf den Eingang zu den anderen Zimmern

Nachmittags ging ich erneut los und schaute mir zuerst die Straße an, in der das Büro liegt. Eigentlich braucht man gar keinen Roller, um dorthin zu kommen, sondern kann locker laufen. Auf der Straße dorthin gibt es sogar, im Gegensatz zu vielen anderen Straßen, einen Bürgersteig, auch wenn der oft etwas zugewachsen oder -geparkt ist. Und man muss immer auf den Boden schauen, um nicht auf Opfergaben oder in irgendein Loch zu treten.

zugewachsener BürgersteigOpfergaben werden überall ausgelegt: vor dem Haus auf der Straße, am Strand, am Roller...

Danach schaute ich mir noch die Haupttouristenstraße in Sanur an, wo es viele Hostels und Restaurants gibt. Dort fand ich auch einen Supermarkt, der sowohl, lokale, als auch internationale Produkte anbietet. In diesem gab es sogar Tampons, obwohl ich vor der Abreise mehrfach gelesen hatte, das man diese unbedingt von zu Hause mitbringen soll. Als ich den Preis für eine mittelgroße Packung O.B. sah, war ich dann aber auch ganz froh, dass ich das gemacht hatte: ca. 30€!

Abends bin ich dann sehr lecker essen gegangen, es gab vegetarische Lasagne und Mango-Smoothie in einem Öko-Restaurant (Manik Organik). Als ich nach Hause kam, kam mein Vermieter rüber. Neben dem Mietvertrag gab er mir auch den WLAN Schlüssel und ich konnte erfreut feststellen, dass das Internet auf dem Computer deutlich besser funktioniert als mit dem Handy. Ich konnte sogar mit Gregor skypen! 

Samstag

Eigentlich hatte ich mir vorgenommen, ganz früh aufzustehen, um das Rollerfahren zu üben, wenn noch nicht so viel Verkehr ist. Außerdem wollte ich in Verbindung damit den Sonnenaufgang anschauen. Als ich um halb vier von selbst wach wurde, musste ich feststellen, dass es so wenig Verkehr nicht sein konnte, zumindest der Lautstärke nach zu urteilen. Ich wohne fast direkt an einer großen, vierspurigen Straße, die von der Autobahn nach Sanur und dann weiter in Richtung Osten führt. Aufgrund der Lautstärke konnte ich dann nicht wieder einschlafen und beschloss, doch nicht so früh aufzustehen.

Eingeschlafen bin ich erst wieder, nachdem ich mir feuchte Taschentuchstücke in die Ohren gesteckt hatte, so überhörte ich aber meinen Wecker und stand noch später auf als geplant. Nach dem Frühstücken beschloss ich dann, den Roller auszuprobieren.

Ich schaffte es, den Roller anzumachen (erster Erfolg!) und bog von mir aus gleich zweimal links ab (ist deutlich unkomplizierter als rechts) und fuhr in eine kleinere Straße rein. Die fuhr ich einmal bis zum Ende, drehte um und fuhr zurück. Dann machte ich dieselbe Prozedur noch mit mehreren anderen kleinen Straßen in der Nähe, bis ich mich sicher genug fühlte, um etwas größere Straßen auszuprobieren. Deshalb stellte ich mich an der Ampel an, um die große Straße zu überqueren, was zum Glück gut klappte. Auf dem Weg in Richtung Strand wurde ich von allen anderen überholt, da ich nur so 20 km/h fuhr. Eine ziemlich lange Strecke fuhr ein kleiner Junge vor mir auf der Straße in einem ähnlichen Tempo mit dem Fahrrad, bis ich mich endlich traute, etwas schneller zu fahren und ihn zu überholen. 

Der Strand hier in der Nähe ist nicht so stark touristisch wie andere Teile in Sanur. Am Ende der Straße ist ein ziemlich leerer Parkplatz, den ich am Vortag entdeckt hatte. Der war mein Ziel, da ich dort ungestört Kurven fahren, Gas geben und Bremsen üben konnte  Nach etwa 25min Roller fahren, habe ich ihn abgestellt und bin den Strand entlanggelaufen.mein RollerStrandStrandich am Strand :)Strand KitesurfingDirekt am Strand liegen viele, etwas teurere Hotels. An den Stellen kommt man dann nicht zum Strand hin, aber zum Glück ist der Strand selbst öffentlich und man kann ihn mehrere Kilometer lang entlanggehen (ich bin noch nicht bis zum Ende gekommen). Auf dem Weg wird man allerdings jede Minute mit "massage?" angesprochen... In der Stadt ist das anders, da ist es nur jedes fünfte Mal "massage?" und sonst "transport?". Und die freien Taxis hupen einen immer freundlich an, um auf sich aufmerksam zu machen 

Nicht so schöne Seiten gibt es hier auch. Der Strand wird zum Glück relativ müllfrei gehalten, aber sonst gibt es an vielen Stellen Müllberge, da es keine geregelte Müllentsorgung gibt.

Müllfrei laufende Hunde gibt es sehr viele, die meisten tragen ein Halsband, aber der Besitzer ist nicht zu sehen

Nachmittags habe ich dann nach einem Hostel für Daria, Jil und Elisa gesucht, die am Sonntag Abend ankommen werden. Die drei sind bis jetzt 1,5 Monate durch Vietnam, Kambodscha und Laos gereist und wollen ihre Südostasienreise auf Bali abschließen. Die Vorgabe, dass maximal 5 US$ pro Person und Nacht gezahlt werden sollen, erwies sich als sehr schwierig, ich habe kein Hostel gefunden, der Minimalpreis waren 8,50 US$. Daran sieht man wohl, dass Sanur kein typischer Backpacker Ort ist, sondern eher mittlere bis gehobene Unterkünfte hat.

Sonntag

Heute bin ich dann doch zum Sonnenaufgang an den Strand gefahren. Im Normalfall geht das Rollerfahren schon recht gut, am schwersten finde ich es, an einer Kreuzung in die richtige Richtung zu schauen. Das Fahren auf der linken Seite ist da noch deutlich einfacher. Und es ist mir sehr unangenehm auf einer Straße mit mehreren Spuren in einer Richtung zu fahren.

Um kurz vor 6:00 war ich am Strand und habe mir einen Ort zum fotografieren gesucht. Es wurde immer heller, bis man schon sehr gut sehen konnte, aber die Sonne war immernoch nicht aufgetaucht. Eine gute halbe Stunde konnte man sie dann rot hinter den Wolken erahnen, aber die Wolken waren wohl zu dicht, um sie zu sehen. Schade, da muss ich wohl nochmal wiederkommen. Aber das lohnt sich so oder so, denn morgens am Strand bei 25°C und Wind war es sehr angenehm.

vor dem SonnenaufgangSonnenaufgangfrüher Morgenfrüher MorgenIch freue mich auf den Besuch von Daria, Jil und Elisa nachher und bin gespannt auf meinen ersten Arbeitstag morgen! Allerdings arbeite ich wohl doch nicht bei Synergy Carbon, das Unternehmen scheint sich gerade zu Synergy Efficiency Solutions umgenannt zu haben. Ich hoffe mal, das gibt keine Probleme mit meinem Visum, da steht Synergy Carbon drin...

Donnerstag, 12.06.2014

Ankunft auf Bali

Losfahren

Am Mittwoch ging es los nach Bali. Da Gregor arbeiten musste, bin ich alleine zum Flughafen gefahren. Das Wetter war dabei immernoch eine gute Einstimmung auf das balinesische. Ich hatte etwas mehr als 30kg Gepäck dabei und musste alles tragen, da ich keinen Rollkoffer mitnehmen wollte. Dadurch war ich schon das erste Mal durchgeschwitzt, als ich bei der S-Bahn in Darmstadt ankam.

Von da bin ich dann mit der S-Bahn und einem Bus zum Terminal 1 in Frankfurt gefahren. Dass ich gar nicht zu Terminal 1 musste, habe ich erst gemerkt, als ich es mir gerade bequem machen wollte – ich war recht früh dran. Also bin ich zur Skyline gelaufen und zum Terminal 2 gefahren. Als ich dort ankam, war ich schon wieder durchgeschwitzt. Von da an ging aber alles ganz gut, mein Gepäck konnte sogar direkt nach Bali durchgeschickt werden, obwohl ich zwei verschiedene Tickets bei unterschiedlichen Fluglinien hatte.

Frankfurt – Dubai

Der erste von drei Flügen ging mit Emirates in Kooperation mit Qantas nach Dubai. Ich saß sehr gemütlich am Fenster mit nur einer Person neben mir und genügend Platz. Am Anfang hat mich die Frau neben mir noch auf deutsch begrüßt, doch dann hat sie irgendwann Englisch mit mir geredet. Fand ich etwas verwirrend, aber wenn mich jemand auf Englisch anspricht, antworte ich auch auf Englisch ;) An dem Monitor vor mir beobachtete ich unsere Flugstrecke in Richtung Südosten. Eine kleine Enttäuschung erlebte ich beim Anflug auf Dubai, wo wir eine Schleife um die Stadt drehten. Allerdings saß ich auf der falschen Seite, so dass ich von meinem Platz aus immer nur die Außenbezirke und nicht die Skyline sehen konnte.

In Frankfurt bin ich schon öfter mit dem Bus auf den weiten Bereich des Flughafens hinausgefahren, um in irgendein kleineres Flugzeug einzusteigen. Die Boeing 777 ist ein ziemlich großes Flugzeug, aber in Dubai bekam sie trotzdem einen abgelegenen Parkplatz zugewiesen. Allerdings hatte ich auch das Gefühl, dass fast alle Flugzeuge auf dem Flughafen so groß waren.

Der Dubaier Flughafen war für mich eine Überraschung. Gregor und ich hatten vorher schon geschaut, was für Geschäfte es dort gibt und nicht viele gefunden. Allerdings war der Shoppingbereich dann doch sehr groß und ich hatte das Gefühl, dass es dort alles gibt. Es waren sehr viele Menschen im Flughafen und alle Geschäfte hatten geöffnet, dabei war ich erst nach Mitternacht angekommen. Im Einkaufsbereich, wo man nicht nach draußen schauen konnte, hatte man den Eindruck, es wäre mitten am Tag. Am Ende der Wartezeit, 02:20Uhr Lokalzeit und 00:20h deutscher Zeit war ich schon sehr müde und bin im Flugzeug gleich eingedöst.

Dubai – Singapur

Dass wir zum Start des Flugzeugs Gas geben, habe ich dabei auch noch mitbekommen. Nicht jedoch, dass wir schon abgehoben sind. Als ich während des Starts schläfrig kurz die Augen aufmachte, war ich schon ziemlich überrascht, dass wir schon in der Luft waren. Und besonders schön war der Anblick, beim Abflug nach Singapur konnte ich doch noch die Wolkenkratzer Dubai sehen :)

In Singapur klappte dann auch alles gut, ich konnte innerhalb des eingecheckten Bereichs meinen boardingpass für den Flug nach Denpasar bekommen. Da ich wegen des Fluglinienwechsels extra viel Zeitpuffer eingeplant hatte, waren es dann noch 3,5h bis zum nächsten Flug.

Ich wusste, dass es im Flughafen einen Schmetterlingsgarten gibt. Als ich den gesucht habe, habe ich festgestellt, dass es auch noch andere Gärten gibt. Diese sind in den unterschiedlichen Terminals angeordnet. Und so verbrachte ich meine Zeit damit, mit dem Skytrain von Terminal zu Terminal zu fahren und die verschiedenen Gärten anzuschauen. So war ich am Ende im Orchideengarten, im Charmed Garden und im Sonnenblumengarten. Im Schmetterlingsgarten waren auch wirklich viele schöne, große Schmetterlinge. Nur etwas heiß und feucht war es mir da. Den Kakteengarten habe ich nicht mehr geschafft, anzuschauen. Aber da dieser im Terminal liegt, wo Emirates abfliegt, kann ich das bestimmt noch auf dem Rückweg zusammen mit Gregor nachholen.

Orchideengarten Orchideengarten  Orchideengarten

Sonnenblumengarten Schmetterlingsgarten Schmetterlingsgarten Auch die Parkhauser werden mit Blumen verschoenert (Blick aus dem Skytrain)

Am Abend meines Fluges nach Singapur und Bali ging die Fussball Weltmeisterschaft los. Bei Emirates im Flugzeug gab es im Unterhaltungsprogramm eine Extra Sektion "Live Ergebnisse aus Brasilien" und in Singapur am Flughafen waren in allen Terminals diese Bereiche aufgebaut.

Vorbereitung auf die Fussball-WM

Singapur – Denpasar

Der letzte Flug ging endlich nach Bali. Und wie schon der vorige Flug ging er in Richtung Australien. Der zweite Flug ist von Singapur nach Brisbane weitergeflogen und der letzte über Bali nach Perth. Da man nach Bali keine Lebensmittel einführen darf, habe ich im Flugzeug noch schnell meine Kekse aufgegessen. 244g sind eigentlich etwas viel...

Als wir Bali erreichten war es schon 21:00Uhr. Da die Sonne hier so um 18Uhr untergeht, war es schon ziemlich dunkel und man konnte nur die Lichter von Städten aus der Luft sehen. Ich bin mir nicht einmal sicher, ob ich dabei nur Lichter aus Bali gesehen habe oder auch noch von Java.

Der Flughafen in Denpasar liegt an einer engen Stelle Land, sodass die Landbahn quasi direkt am Meer beginnt und endet. Es war ein komisches Gefühl, bei Anflug unter sich nur schwarz zu sehen und nicht zu wissen, wie weit oben man noch fliegt. Kurz vor erreichen der Landebahn waren wir dann aber so tief, dass man trotz der Dunkelheit die Wellen erkennen konnte (und ich habe gehofft, dass der Pilot jetzt wirklich gerade auf die Landebahn zufliegt und wir nicht im Wasser landen).

Wir stiegen wieder über eine Treppe aus. Dabei bekam man kurz hintereinander erst einen Hitzeschock beim Aussteigen und dann einen Kälteschock beim Einsteigen in den Bus. Im Flughafen musste ich dann warten, bis ich bei der Immigration drankam. Die Frau wollte dann noch von mir wissen, was genau ich auf Bali mache und hat glaube ich den Ausdruck „internship“ (Praktikum) nicht verstanden. Zum Glück gab sie sich dann mit dem Empfehlungsschreiben von der Indonesischen Botschaft zufrieden, dass ich für mein Visum beantragen musste.

Das Gepäck war schon da, wurde nochmal vom Zoll durchgescannt und dann kam ich in die Ankunftshalle. Dort wartete schon Ketut auf mich, der mich zu meiner Wohnung gebracht hat. Dort wartete mein Vermieter auf mich, der mir mein Zimmer gezeigt, meinen Schlüssel gegeben und das W-LAN Passwort in mein Handy eingegeben hat. Dadurch konnte ich abends whatsapp Nachrichten schreiben. Allerdings ist die Verbindung so schlecht, dass selbst whatsapp meistens nicht funktioniert, E-Mails abrufen kann ich hier im Moment vergessen.

mein Zimmer mein Bad

Freitag, 06.06.2014

Synergy Carbon: eines der 10 "Hottest Tech Startups" auf Bali

Heute habe ich meine letzte Klausur vor dem Abflug geschrieben (und gleichzeitig auch meine einzige dieses Semester) und kann mich jetzt voll und ganz auf die Vorbereitungen für Bali konzentrieren. Beim Informieren im Internet über Bali bin ich heute auf einen interessanten Artikel der Huffington Post gestoßen, in dem Synergy Carbon als eines der "Hottest Tech Startups" auf Bali gelistet wird. Dort steht außerdem, dass die Firma mittlerweile einer der Marktführer im Bereich Energieeffizienz in Südostasien ist.

Da ich keine Ahnung hatte, was für Kleidung man bei der Arbeit trägt, habe ich heute Lidiya von Synergy per Mail gefragt, mit ihr hatte ich mein erstes Skype Interview. Das Interview war mit Video und da sah die Kleidung schon eher lässig aus. Heute hat sie mir das auch bestätigt und geschrieben, dass Shorts und T-Shirt im Büro ausreichen. Und da in Indonesien beim Betreten eines Hauses die Schuhe ausgezogen werden, arbeitet man barfuß. Viel möchte man vermutlich auch gar nicht anhaben, denn es gibt keine Klimaanlage - wobei ich die angegebenen 25°C Innentemperatur dafür noch erstaunlich kühl finde (momentan sollen es tagsüber 29-30°C sein und nachts 24-28°C).

Ich bin auf jeden Fall mal gespannt, in 6 Tagen bin ich auf Bali und in 10 Tagen lerne ich das Büro kennen!